Handball Übergewicht war noch nie ein Problem

Patrick Weber soll für Wucht aus dem linken Bietigheimer Rückraum sorgen.
Patrick Weber soll für Wucht aus dem linken Bietigheimer Rückraum sorgen. © Foto: Avanti
Bietigheim-Bissingen / Bernhard Gaus 16.08.2018

Die Neuzugänge beim Bundesliga-Aufsteiger SG BBM Bietigheim sorgen dafür, dass das Team an Körpergröße zugelegt hat. Das trifft auch auf Patrick Weber zu, der zur anstehenden Saison vom Ligakonkurrenten Eulen Ludwigshafen zu den Schwaben gewechselt ist. Der 26-jährige Rechtshänder bringt stolze zwei Meter aufs Spielfeld und soll für die Tore aus dem linken Rückraum sorgen.

Ihr Start auf der großen Handball-Bühne war der Wechsel zum HBW Balingen-Weilstetten. Wie kam es dazu?

Patrick Weber: Der Wechsel 2013 von meinem rheinhessischen Jugendverein Saulheim nach Balingen zu einem Erstligaverein mit entsprechendem Unterbau in der Dritten Liga war natürlich attraktiv. Die Anfrage kam damals erst recht spät in der Saison, umso steiler verlief der Wechsel für mich. Im Mai habe ich noch in der dritten Mannschaft in Saulheim ausgeholfen und im August mein erstes Erstliga-Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen gemacht.

Vermutlich hat Sie an jeder Station die Bemerkung begleitet, dass Sie noch an Körpermasse zulegen müssen, oder?

Ich bin mit 72 Kilo nach Balingen gekommen. Zwei Jahre später bin ich mit 80 Kilo dann nach Friesenheim gewechselt und jetzt mit 89 Kilo in Bietigheim angekommen. Es ist gut zu sehen, dass ich in den letzten Jahren auch eine körperliche Entwicklung hinbekommen habe. Aber es ist schon so, mit Übergewicht hatte ich noch nie zu kämpfen.

Vielen Fans in Bietigheim waren Sie schon vor dem Wechsel ein Begriff, weil Sie in den Spielen gegen die SG BBM immer reichlich Tore gemacht haben.

Ich hoffe, dass nicht nur das alleine das Interesse an mir begründet. Klar, wir haben viele Matches gegeneinander gespielt mit entsprechenden Reibungspunkten und Kontakten. Ich denke aber doch, dass ich mit meiner Leistung zuletzt in der Ersten Liga ein wenig Aufmerksamkeit erzeugen konnte.

Die vergangene Saison in der Ersten Bundesliga verlief für Sie in zwei Akten: vor und nach der Verletzung.

Die Zeit in Friesenheim war für mich fantastisch – zunächst den Schritt zu machen zu einem Leistungsträger in der Zweiten Liga, Verantwortung zu übernehmen in einer jungen Mannschaft und den sensationellen Aufstieg zu schaffen. Und dann die Erstliga-Saison auch erfolgreich zu gestalten bis eben zur Bandscheibenverletzung, der ersten schwerwiegenden Sache, die ich hatte. Letztendlich habe ich in der Rückrunde nur noch elf Minuten gespielt, was eine sehr frustrierende und anstrengende Zeit war.

Sind beim Thema Klassenerhalt die Eulen ein Beispiel, an dem man sich in Bietigheim orientieren sollte?

Ich hoffe natürlich, dass ich sehr viele positive Erfahrungen, die ich dort gemacht habe, einbringen kann. Als junge Mannschaft und als Verein mit geringem Etat können wir uns schon das Siegel Abstiegskandidat Nummer eins auf die Fahnen schreiben. Aber in dieser Außenseiterrolle steckt unfassbar viel Spaß und Motivation drin. Wir müssen es schaffen, die Saison als große Herausforderung zu sehen, die wir mit viel Freude angehen und nicht unbedingt von Beginn an mit dem großen Druck.

Um mit der Einstellung am Ende zwei Teams hinter sich zu lassen?

Das Wichtigste ist, dass man nicht gleich zu Beginn anfängt, in Punkten zu rechnen. Ich werfe gerne etwas ins Phrasenschwein, aber es gilt: Wir müssen von Spiel zu Spiel denken. Unser Ziel muss es sein, jede Woche mit frischem Optimismus, Zusammenhalt, Kampf und Willen in die Spiele zu gehen.

Ein Jura-Studium neben dem Leistungssport ist eine etwas ungewöhnliche Kombination. Bekommen Sie das unter einen Hut?

Ich habe das Studium gleich nach dem Abitur 2011 begonnen, bin zwischenzeitlich zur Uni Tübingen gewechselt. Jetzt bin ich wieder an meiner Heimat-Uni in Mainz. Inzwischen habe ich alle Zulassungsvoraussetzungen fürs Staatsexamen. Damit bin ich aber an einem Punkt angelangt, der im Moment mit der aufwändigen Vorbereitung noch nicht machbar ist. Mein Fokus liegt jetzt klar auf dem Handball und der Mission Klassenerhalt.

Info Das erste Bundesliga-Heimduell der SG BBM findet am Sonntag, 2. September, gegen die MT Melsungen statt. Spielbeginn in der EgeTrans-Arena ist um 16 Uhr. Karten gibt es auch am Ticketschalter der Bietigheimer Zeitung in der Kronenbergstraße 10.

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