Handball TSV verspielt einen Acht-Tore-Vorsprung

Neckarsulm / dz 13.03.2018

Fast unglaublich, aber wahr: Im engen Abstiegskampf der Handball-Landesliga gab der TSV Bönnigheim in den letzten 15 Minuten gegen die Neckarsulmer Sport-Union 2 noch einen Acht-Tore-Vorsprung aus der Hand und versäumte so einen Befreiungsschlag. Am Ende musste die Truppe von Trainer Sven Kaiser, der in dieser wichtigen Partie immer mal wieder selbst ins Spielgeschehen eingriff, froh sein, wenigsten ein 29:29 und damit einen Punkt aus der Neckarsulmer Pichterichhalle entführt zu haben.

Schwache Torhüterleistung

Wie zuletzt gegen Weinstadt waren die Leistungsschwankungen der Bönnigheimer zu hoch, und auch die Torhüterleistungen passten nicht. Vor allem im zweiten Abschnitt brachten sowohl der junge Ferdinand Schelling als auch der erfahrene Dirk Händel kaum einmal mehr die Hand an den Ball – ganz im Gegensatz zu NSU-Keeper Alexander Bartelmann, der sich immer weiter steigerte. „Ich kann es immer noch nicht fassen, wie wir innerhalb kürzester Zeit so einen großen Vorsprung verspielen konnten, aber in der Situation, in der wir gerade sind, nehmen wir gerne einen Punkt mit nach Hause“, sagte TSV-Coach Kaiser und fügte hinzu: „Für unser nächstes ,Vier-Punkte-Spiel‘ gegen Großbottwar müssen wir das Positive mitnehmen und nach vorne schauen.“

Die Gäste, bei denen Till Oeschger, David Track und Torhüter Mario Schultz fehlten, begannen zunächst zwar mit zwei Würfen neben das NSU-Tor, doch gegen die offensive 5:1-Deckung der Gastgeber wurden immer wieder spielerische Lösungen – meist über Kreisanspiele zu Kai Strapko – gefunden. Strapko war am Ende mit sechs Toren bester Werfer seines Teams. Auch die Abwehr stand meist sicher und wirkte aggressiv. Bis zur 24. Minute zog der TSV auf 11:6 davon, ehe aufgrund leichter Fehler im Angriff der Tabellenvorletzte Neckarsulm zum 10:13-Halbzeitstand verkürzte. Eigentlich hätte Bönnigheim zur Pause bei weniger Fahrlässigkeit schon mit mindestens sechs Toren führen müssen.

Doch dies holte der TSV zu Beginn der zweiten Hälfte nach. Schelling parierte in Unterzahl einen Siebenmeter von Kevin Weippert, und im Gegenzug erhöhte Jaron May per Tempogegenstoß auf 12:17 (36.), was eine Auszeit der Gastgeber zur Folge hatte. Bis dahin war die konzentrierte Abwehrarbeit der Gäste die Basis für den Vorsprung, die diesen bis zur 45. Minute sogar noch auf 25:17 ausbauten. Nichts sprach mehr für die Unterländer. Doch plötzlich riss bei den Bönnigheimern der Faden, und die Kaiser-Schützlinge zeigten mehr und mehr Nerven. Leichtfertig und oft zu früh wurden vorne Bälle weggeworfen, und die Abwehr zeigte sich nun viel zu träge und wies immer größere Lücken auf. Dazu ließen die Torhüter oft genug durchaus haltbare Bälle passieren.

Neun Minuten vor dem Abpfiff war die NSU bereits auf 23:26 herangekommen. Auch eine Auszeit konnte an den immer nervöser und konfuser werdenden Aktionen des TSV nichts bewirken. Im Gegenteil: Neben weiteren schwachen Aktionen traf jetzt auch noch der sonst sichere Dominic Zäh mit einem Strafwurf nur die Latte. 90 Sekunden vor dem Ende hatte sich Neckarsulm sogar eine 29:27-Führung erkämpft, ehe Jaron May und Zäh wenigstens noch einen Zähler retteten.

TSV Bönnigheim: Schelling, Händel; Kaiser (1), Daub (5), Dominic Zäh (5/4), Mathias Hepperle (1), Kühlhorn (2), May (3), Schuster (2), Patrick Stierl (1), Zundel (1), Böer, Czapek (2), Strapko (6).

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