Hügelsheim / Jan Simecek

Der SC Bietigheim- Bissingen ist auf einem guten Weg, seinen Titel in der Eishockey-Regionalliga Südwest zu verteidigen. Nach dem Gewinn der Hauptrunde und einem 7:5-Heimsieg im ersten Halbfinale gegen den ESC Hügelsheim gewannen die Steelers-Amateure das zweite Spiel der Best-of-Three-Serie in Mittelbaden mit 7:2 und zogen damit vorzeitig in die Endspielserie ein. Diese wird voraussichtlich am 17. März starten. Die Uhrzeit steht noch genauso wenig fest wie der Gegner.

Der ESC Hügelsheim spielt in der Eishalle des ehemaligen kanadischen Fliegerhorsts der Baden Airbase. Die Spielfläche hat entsprechend kanadische Maße, ist etwas kleiner als die Norm im Rest der Welt. Dem Spiel tat das allerdings nur gut. Das Tempo war hoch, die Partie umkämpft. Es war kaum zu erkennen, dass es sich hier nur um viertklassiges Eishockey handelt.

Einen großen Teil trugen dazu allerdings die Bietigheimer bei, die einen von Anfang an deutlich sichtbaren läuferischen und technischen Vorteil erkennen ließen. Zwar drängten die Gastgeber auf ein frühes Tor, doch wirklich gefährliche Situationen hatte Viktor Laveuve im SCB-Tor nicht zu überstehen. Auch eine erste Hügelsheimer Überzahl nach gut neun Minuten sorgte nicht für die ganz große Gefahr.

Überhaupt war die erste nennenswerte Szene eine unschöne. Hügelsheims Martin Vachal checkte knapp neben der Bietigheimer Bank Nicholas Mateo Rodriguez mit dem Ellenbogen gegen den Kopf, sodass dieser auch noch in die Bande krachte und blutend und benommen auf dem Eis liegen blieb (16.). Die Hügelsheimer Mannschaft und Zuschauer schimpften, wollten eine Schwalbe von Rodriguez gesehen haben. Für Vachal gab es dennoch eine Matchstrafe. In der anschließenden Überzahl erzielte Eric Freeburg das 1:0 (17.).

Ein Powerplay brachte auch den zwischenzeitlichen Hügelsheimer Ausgleich durch Andy Mauderer (28.). Doch nicht einmal drei Minuten später führte Bietigheim durch zwei trockene Schüsse von halbrechts von Mike Weigandt (29.) und Justin Held (30.) ins lange Eck mit 3:1. Dies war die entscheidende Phase des Spiels, die das Momentum endgültig auf die Bietigheimer Seite schob. Die Rhinos, wie sich die Badener nennen, erholten sich davon nicht mehr.

Mit zwei Überzahlspielen zu Beginn des Schlussabschnitts machte der SCB dann endgültig alles klar. Erneut Freeburg (46.) und Timo Heintz (47.) erhöhten binnen 75 Sekunden auf 5:1. Kapitän Mathias Vostarek ließ sogar das 6:1 folgen (51.). Hügelsheim traf noch durch Graham Brulotte (56.), aber die Partie war da längst gelaufen. Und Timo Quast setzte gut zwei Minuten vor dem Ende mit einem Schlagschuss durch Freund und Feind den Deckel drauf.

Zum Ende hin wurde es aber noch unschön. Hügelsheims Andy Mauderer kassierte für einen Stockschlag, bei dem er so hart zuschlug, dass sein eigener Schläger brach, 29 Sekunden vor Schluss eine Matchstrafe. Dies wollten Mauderer und Ersatztorhüter Christian Seß aber nicht auf sich sitzen lassen, griffen nach Spielende das Schiedsrichtergespann teils körperlich an, wofür Mauderer eine Spieldauerstrafe, Seß eine Matchstrafe kassierte.

Bietigheim war dagegen schon in Feierlaune, und Trainer Jakob Vostarek gab sich entspannt. Zweifel am Sieg habe er eigentlich nie gehabt, „aber beim 1:1 gab es schon so einen Moment. Da haben wir aber eine richtig gute Antwort gefunden.“