Ich hatte mir vor dem Turnier kein Ziel gesetzt“, verriet Annett Kaufmann, Tischtennis-Talent aus Bietigheim-Bissingen, im Rahmen der Siegerehrung beim Top-12-Bundesranglisten-Finale der Schülerinnen in Lehrte (Niedersachsen). Um so größer war die Freude bei der Zwölfjährigen, dass eine makellose 11:0-Bilanz und nur fünf verlorene Sätze zum Gewinn der Goldmedaille führten. Auf nationaler Ebene ist es der bislang größte Erfolg von Kaufmann, nachdem es vor einem Jahr in Barleben noch hinter der altersbedingt nicht mehr startberechtigten Leonie Berger (Borussia Düsseldorf) „nur“ zum zweiten Platz gereicht hatte.

Ohne Druck ins Turnier

Ohne jeglichen Druck startete die Linkshänderin in das Turnier. Eine Taktik, die während der zwei Tage von Erfolg gekrönt war. Nur fünf Sätze gab das TTC-Eigengewächs in elf Begegnungen ab. Einzig gegen Chiara Baltus (TTC Finow-GEWO Eberswalde) musste Annett Kaufmann über die volle Distanz gehen, um im fünften Durchgang die Oberhand zu behalten. „In diesem Spiel habe ich nicht viel getroffen. Zum Glück hat es noch gereicht.“

Gegen die Zweitplatzierte Laura Kaim (TTC Seligenstadt), die Vierte Katharina Bondarenko-Getz (SV Schott Jena) und Nachrückerin Charlotte Schönau (TTC Mariaweiler) feierte die Bietigheimerin 3:1-Siege. Ohne Satzverlust wurden Mitfavoritin Naomi Pranjkovic (SV DJK Kolbermoor), Lea Lachenmayer (TTC Frickenhausen), Lisa Göbecke (DJK Biederitz), Anna Schüler (SV Friedrichsgabe), Franziska Brickl (DJK Ettmannsdorf), Vicky Jöckel (TTG Vogelsberg Herbstein/Lanzenhain 2015) und Sofia Stefanska (TuS Horsten) bezwungen. Lob für die sehr starke Leistung von Kaufmann gab es von der Konkurrenz. „Annett hat sehr stark gespielt. Ich hatte keine Chance“, gab Pranjkovic ehrlich zu.

Zum ersten Mal in ihrer Laufbahn hatte sich Natalia Mozler vom Drittligisten TTC Bietigheim-Bissingen für die zweitwichtigste nationale Veranstaltung nach den deutschen Jugendmeisterschaften qualifiziert. „Die Teilnahme war für mich schon ein Erfolg, so dass ich mir kein konkretes Ziel im Vorfeld gesetzt hatte“, verriet die 17-Jährige.

Mit nur zwei Siegen sowie neun Niederlagen reichte es in der Gesamtwertung zum elften und damit vorletzten Platz. Lediglich gegen Sophia Deichert (RV Viktoria Wombach/3:1) sowie Finja Hasters (Spvg. Oldendorf/3:0) sprangen Siege heraus. In den übrigen Partien gewann Mozler lediglich vier Abschnitte und schaffte es kein einziges Mal, in den fünften Durchgang zu kommen. „Ich habe nicht gut in das Turnier gefunden und teilweise unklug gespielt. In Topform wäre sicherlich mehr möglich gewesen“, stellte die Bietigheimerin selbstkritisch fest. Dennoch war sie letztlich mit ihrem Abschneiden zufrieden: „Insgesamt ist das Endergebnis in Ordnung.“