Fußball Trauer um eine Bietigheimer Legende

Ex-Germania- Star Rolf Zeller verstarb mit 84 Jahren.
Ex-Germania- Star Rolf Zeller verstarb mit 84 Jahren. © Foto: Kalb Martin
Bietigheim-Bissingen / cp 05.11.2018

Rolf Zeller war schon zu Lebzeiten eine Sport-Legende. Er hat den Fußball in Bietigheim-Bissingen ganz maßgeblich geprägt und genoss allergrößte Hochachtung. Zeller bestritt über 600 Spiele für den SV Germania Bietigheim. Im Alter von 84 Jahren ist der wegen seiner Fairness und Kameradschaft allseits geschätzte und beliebte Sportsmann nach längerer Krankheit verstorben. In den vergangenen Jahren hatte „Zello“, wie er von seinen Freunden genannt wurde, Probleme mit den Beinen und musste sich einer schweren Operation unterziehen.

Zu seiner aktiven Zeit war Zeller in Württemberg bestens bekannt. Seine sportlichen Leidenschaften gehörten aber auch dem Skifahren und dem Tennis. Bis zu den gesundheitlichen Problemen war er regelmäßig bei den Spielen des SV Germania. Nicht nehmen ließ sich „Zello“ alljährlich die Skiwoche mit Freunden und Bekannten im österreichischen Ischgl. Dort war er rund 100 Mal zu Gast und ist Ehrenbürger.

Seine Ulla, mit der er 56 Jahre lang verheiratet war und eine Tochter hat, begleitete ihn stets auf die Fußballplätze und unterstützte sein Hobby. Vor dem württembergischen Pokalfinale 1962 waren die beiden auf Hochzeitsreise in Italien und fuhren von dort direkt zum Finalort nach Esslingen. Kapitän Zeller führte die Germanen zu einem 3:0-Sieg über den FV Nürtingen und zum nach wie vor größten Erfolg des Bietigheimer Traditionsvereins.

Zeller spielte ab der C-Jugend für Germania. Am 26. Mai 1968 absolvierte er seinen 600. Einsatz beim Einweihungsspiel des Stadions im Ellental. Gegner war Bayern München mit Spielern wie Sepp Maier, Gerd Müller und Franz Beckenbauer. Er spielte danach noch ein Jahr. In jungen Jahren hatte er für zwei Spielzeiten seinen Heimatverein in Richtung VfB Stuttgart verlassen. „Ich habe es nicht in die erste Mannschaft gepackt. Da bin ich halt wieder zur Germania zurück“, erinnerte sich  Zeller. Die Bietigheimer  spielten damals meist in der Ersten Amateurliga. „Wir hatten eine schöne Zeit, es gab nie Streit. Unter 1000 Zuschauer hatten wir nie, oft waren es viel mehr“, erzählte Zeller. Nach der Rückkehr vom VfB hatte er seine beste Zeit als Fußballer und absolvierte unter dem späteren Bundestrainer Helmut Schön ein Länderspiel in der deutschen Amateur-Nationalmannschaft.

„Rolf Zeller ist einmalig und immer ein Vorbild für alle gewesen. Beim VfB war er vielleicht zu anständig, um sich durchzusetzen. Als Fußballer war er ein Stratege, der zwar nicht viele Tore geschossen, aber immer die Situation erkannt und den Ball gespielt hat“, beschrieb Reinhold Amann seinen  ehemaligen Mitspieler und Freund seit über 70 Jahren.

Als Trainer war Zeller beim TSV Asperg, dem FSV 08 Bissingen, dem TSV Ötisheim und dem SGV Murr tätig. Zum Abschluss seiner Trainerkarriere betreute er in der Saison 1980/81 „seinen“ SV Germania.

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