Eishockey Torhungrige Steelers brechen Siegesserie

Benjamin Zientek (rechts) läuft allein auf den Garmisch-Partenkirchener Schlussmann Matthias Nemec zu. Der Steelers-Stürmer erzielte das wichtige Bietigheimer Tor zum 5:3, nachdem der SC Riessersee auf 3:4 verkürzt hatte.
Benjamin Zientek (rechts) läuft allein auf den Garmisch-Partenkirchener Schlussmann Matthias Nemec zu. Der Steelers-Stürmer erzielte das wichtige Bietigheimer Tor zum 5:3, nachdem der SC Riessersee auf 3:4 verkürzt hatte. © Foto: Avanti
Andreas Eberle 04.01.2018

Die Bietigheim Steelers haben sich bei ihrer Heimpremiere 2018 erfolgreich als Serienbrecher betätigt. Im Topduell der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL 2) schlugen sie den SC Riessersee am Mittwochabend mit 6:3 und beendeten so den Siegeszug der Garmisch-Partenkirchener. Der Tabellendritte aus dem Werdenfelser Land hatte zuvor einen Monat lang nicht verloren und acht Erfolge hintereinander gefeiert. Da der Hauptverfolger und Meister Löwen Frankfurt in Heilbronn überraschend mit 1:4 verlor, führt Bietigheim die Tabelle mit nun bereits neun Punkten an.

Vor den 2908 Zuschauern in der EgeTrans-Arena blieben die Oberbayern im ersten Drittel klar hinter ihren Möglichkeiten. Die Steelers brachten dagegen – wie es sich für ein Spitzenspiel gehört – eine Spitzenleistung. Von der ersten Sekunde an dominierte der Klassenprimus. Der verdiente Lohn war eine 2:0-Führung. Das erste Powerplay krönte Matt McKnight mit dem 1:0 (7.). In der 16. Minute erhöhte Alexander Preibisch nach einer Traumkombination über René Schoofs und Max Lukes mit einem Schuss ins kurze Eck auf 2:0.

Erstaunlich wenig tat sich dagegen vor dem Steelers-Gehäuse. Acht Minuten dauerte es, bis Goalie Ilya Sharipov einen ersten Schuss von Liga-Topscorer Richard Mueller abwehren musste. Beim SC Riessersee machte sich bemerkbar, dass seine Traumreihe gesprengt war: Andreas Driendl, der zweitbeste Angreifer der Gäste, fehlte wegen einer Oberkörperverletzung. Andreas Eder, sein Vertreter im Paradesturm, machte seine Sache an der Seite der SCR-Stars Mueller und Lubor Dibelka zwar gut, ganz ersetzen konnte der Münchner Förderlizenzspieler seinen Namensvetter aber nicht.

Zu Beginn des Mitteldrittels wechselten die beiden Mannschaften kurz die Rollen. Nun machten die Gäste von der Zugspitze etwas mehr Betrieb, und die Steelers sahen sich verstärkt mit Abwehraufgaben konfrontiert – erst recht in Unterzahl, nachdem Max Prom­mersberger die erste Bietigheimer Strafzeit kassiert hatte (23.). Ein jähes Ende fand die Drangperiode des Traditionsklubs in der 27. Minute, als beim SCB die zwei Männer mit den roten Bärten zur Tat schritten: Der US-Amerikaner Shawn Weller setzte seinen kanadischen Mitstreiter Tyler McNeely in Szene, und der Topscorer jagte die Scheibe zum 3:0 ins Netz.

Schwarz nutzt seinen Freiraum

3:0, klare Führung – normalerweise sollte so ein Vorsprung für ein routiniertes Topteam wie die Steelers locker zum Sieg reichen. Doch dies dachte man auch schon am 2. Weihnachts-Feiertag in der Heimpartie gegen Freiburg, als der Vizemeister ebenfalls schon mit 3:0 vorne lag, dann aber mit dem 4:5 nach Verlängerung noch die erste und bisher einzige Heimniederlage einstecken musste. Diesmal wiederholte sich das Malheur nicht. Dafür nutzte Verteidiger Kodi Schwarz seinen Freiraum, stahl sich vor den gegnerischen Kasten und setzte den Puck in den oberen rechten Torwinkel – das 4:0 (36.). Auf der Gegenseite durfte 69 Sekunden später Jakob Mayenschein – ein weiteres Red-Bull-München-Talent mit einer Förderlizenz für den SCR – ungestört durchlaufen und überwand Sharipov zum 1:4-Anschlusstreffer (38.).

Im letzten Durchgang wurde es noch einmal eng für die Steelers: In der 49. Minute verkürzte Eder beim zweiten Powerplay des SC Riessersee auf 2:4 – der 21-jährige Driendl-Vertreter setzte sich in zentraler Position energisch durch und tunnelte Sharipov. Keine drei Minuten später nutzte Maximilian Daubner einen Querpass von Julian Eichinger zum 3:4 (52.). Die Zitterpartie beendete Benjamin Zientek mit seinem Treffer zum 5:3 (57.). Mit einem Empty-Net-Tor legte Weller das 6:3 nach (59.). Hätte Lukes kurz darauf seinen Penalty verwandelt, wäre das Duell sogar 7:3 ausgegangen. Doch auch so war das Bietigheimer Heimdebüt im neuen Jahr eine rundum gelungene Angelegenheit. Bereits am Freitag (19.30 Uhr) geht es für die Steelers mit einer Heimpartie gegen die Tölzer Löwen weiter.

So spielten sie

DEL 2, 32. Spieltag
Bietigheim – SC Riessersee

6:3

Drittel: 2:0, 2:1, 2:2.
Tore: 1:0 McKnight (7./Überzahl), 2:0 Preibisch (16.), 3:0 McNeely (27.), 4:0 Schwarz (36.), 4:1 Mayenschein (38.), 4:2 Eder (49./Überzahl), 4:3 Daubner (52.), 5:3 Zientek (57., 6:3 (59./Empty Net).
Strafminuten: 6 (3 Strafen) – 8 (5 Strafen).
Schiedsrichter: Stefan Vogl (Thanning), Alexander Singer (Gersthofen).
Zuschauer: 2908.

Der erste Teil der ersten Hammer-Jan