Nur fünf Tage nach dem Gewinn der Bronzemedaille mit der Schülerinnen-Auswahl stand Annett Kaufmann bei den 62. Jugend-Europameisterschaften in Ostrava schon wieder auf dem Siegerpodest. Im Mixed-Wettbewerb holte sich das Eigengewächs des TTC Bietigheim-Bissingen zusammen mit Mike Hollo (TuS Fürstenfeldbruck) Silber. Im Einzel lief es mit dem Aus im Achtelfinale nicht ganz so gut.

„Ich freue mich total“, sagte die 13-Jährige unmittelbar nach dem mit 11:4, 5:11, 1:11 und 8:11 deutlich verlorenen Endspiel gegen die favorisierten Prithika Pavade/Thibault Poret aus Frankreich. „Mike und ich haben das erste Mal zusammen gespielt und gleich super harmoniert. Auch wenn wir Gold verpasst haben, bin ich überhaupt nicht enttäuscht“, so die Bietigheimerin. Allerdings hatten die späteren Vize-Europameister mit einigen Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. Nach einem Freilos reichte es gegen Yagmur Sewal Karaca/Tank Saim Özbek aus der Türkei nur zu einem 3:2-Arbeitssieg. Auf dem Weg in das Endspiel folgten anschließend jedoch vier souveräne Drei-Satz-Erfolge.

„Wenn mein Kopf klar ist, kann ich jedes Spiel gewinnen“, hatte die Linkshänderin, die künftig in der Bundesliga für die SV Böblingen aufschlägt, vor der Einzel-Konkurrenz betont. Kaufmann, in Tschechien an Position zwölf gesetzt, fand gut in den Wettbewerb und zog im Anschluss an ein Freilos durch einen 4:1-Sieg gegen die Norwegerin Christine Kalvatin in die dritte Runde ein. Deutlich mehr Probleme bekam Kaufmann beim 4:3-Sieg gegen die Russin Anastasiia Beresneva. „Am Anfang hatte ich einige Probleme mit den Aufschlägen meiner Gegnerin. Deshalb lag ich auch schnell mit 0:2 hinten. Ich bin froh, dass ich die Partie noch drehen konnte.“ Im Achtelfinale erwies sich die spätere Bronzemedaillengewinnern Prithika Pavade jedoch als zu stark. Mit 6:11, 13.15, 8:11 und 7:11 hatte die zukünftige Bundesligaspielerin der SV Böblingen das Nachsehen. „Ich habe mein Bestes gegeben. Das hat nicht gereicht, denn meine Gegnerin war einfach stärker.“

Medaille im Doppel angepeilt

Kein Geheimnis macht Kaufmann daraus, dass im Doppel-Wettbewerb mit Naomi Pranjkovic (SV DJK Kolbermoor) eine Medaille angepeilt wurde. Die deutschen Meisterinnen mussten jedoch frühzeitig die Hoffnungen auf das Podium begraben. Nach einem 3:2-Arbeitserfolg gegen Fezya Demir/Zeynep Karaca (Türkei) gab es im Achtelfinale gegen die Spanierinnen Elvira Fiona Rad/Jana Riera eine 11:6, 8:11, 4:11, 11:4 und 9:11-Niederlage. „Wir können besser spielen – keine Frage“, stellte Kaufmann klar. „Leider haben wir beide nicht unsere Topleistung gezeigt.“

Mit einer Silber- und Bronzemedaille im Handgepäck fliegt Annett Kaufmann in die Heimat zurück. „Mit dieser Ausbeute bin ich sehr zufrieden“, strahlte die Linkshänderin über das gesamte Gesicht.. Altersbedingt darf die Bietigheimerin auch in den nächsten zwei Jahren in Zagreb (2020) und Novi Sad (2021) noch bei den Schülerinnen aufschlagen. Weitere Medaillen sind nicht ausgeschlossen.