Als sich die Delegation des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) am Freitag vom Rhein-Main- Flughafen in Frankfurt zu den 62. Jugend-Europameisterschaften ins tschechische Ostrava aufmachte, stieg auch ein Talent aus Bietigheim-Bissingen im Schülerinnen-Nationaldress in die Maschine ein: Annett Kaufmann wurde wie schon vor einem Jahr von Bundestrainerin Lara Broich (Düsseldorf) für das wichtigste Turnier auf diesem Kontinent nominiert. Vom 7. bis 12. Juli steht für die 13-Jährige zusammen mit Naomi Pranjkovic (SV DJK Kolbermoor), Jele Stortz (DJK Offenburg) und Mia Griesel (TSV Lunestedt) der Team-Wettbewerb auf dem Programm. Anschließend folgen bis zum 16. Juli die Individual-Konkurrenzen im Einzel, Doppel sowie Mixed.

„Wir wollen eine Mannschafts-Medaille holen. Vielleicht klappt es auch mit Gold“, gab sich Kaufmann zum Abschluss des dritten und letzten Vorbereitungslehrgangs in Düsseldorf optimistisch. Das DTTB-Quartett ist hinter Rumänien, Russland, Frankreich und Kroatien an Position fünf gesetzt. In der Vorrunde warten neben Kroatien noch Tschechien und Litauen als Gegner. „Unsere Mannschaft ist durchweg sehr gut besetzt. Deshalb haben wir auch Chancen, auf das Podium zu kommen“, sagt die Linkshänderin.

Kaufmann will lernen

Der Neuzugang des Bundesligisten SV Böblingen schied bei der JEM-Premiere vor zwölf Monaten im Einzel-Achtelfinale von Cluj-Napoca (Rumänien) aus. „Ich hoffe, diesmal weiterzukommen. Es kann auch hier gut möglich sein, eine Medaille zu gewinnen.“ Großartig unter Druck setzt sich Annett Kaufmann aber nicht. „Bei den Jugend-Euros möchte ich lernen und Erfahrungen sammeln. Ich versuche, mein bestes Tischtennis zu spielen. Wenn es nicht klappt, ist das auch kein Weltuntergang.“ Wie weit es am Ende dann für das Eigengewächs des TTC Bietigheim-Bissingen geht, hänge auch viel mit der Auslosung zusammen. „Es gibt sehr viele starke Gegnerinnen, die schon deutlich mehr Erfahrung als ich haben.“

Mit Pranjkovic im Doppel

Auf den Doppel-Wettbewerb zusammen mit Naomi Pranjkovic freut sich die Linkshänderin „schon ganz besonders. Vor einem Jahr haben wir mit dem Aus im Viertelfinale nur knapp eine Medaille verpasst.“ In Ostrava unternehmen die amtierenden deutschen Meisterinnen einen erneuten Anlauf. Der dritte Platz vor wenigen Wochen bei den French Open gab zusätzliches Selbstvertrauen. „Wenn wir beide anständig und gut spielen, kann auch Gold dabei herausspringen.“ Im Mixed geht Annett Kaufmann erstmals an der Seite von Mike Hollo (TuS Fürstenfeldbruck) in die Box. Der 15-Jährige gehört zu den Top Fünf in Europa.

Bundestrainerin Lara Broich ist gespannt, wie sich die zukünftige Erstligaspielerin in Tschechien schlagen wird. „Annett hat sehr gut trainiert. Wir haben an vielen kleinen Sachen gearbeitet. Wenn ihr Kopf mitspielt, kann sie für Überraschungen sorgen.“