Ostrava / Marco Steinbrenner  Uhr

Als bei den 62. Jugend-Europameisterschaften in Ostrava die Siegerehrung im Team-Wettbewerb der Schülerinnen durchgeführt wurde, stand auch ein Tischtennis-Eigengewächs des TTC Bietigheim-Bissingen auf dem Podium: Annett Kaufmann gewann mit Naomi Pranjkovic (SV DJK Kolbermoor), Jele Stortz (DJK Offenburg) und Mia Griesel (TSV Lunestedt) die Bronzemedaille. „Wir haben unser Ziel geschafft. Schade nur, dass es nicht für das Endspiel gereicht hat“, sagte die zukünftige Bundesliga-Spielerin der SV Böblingen.

Unerwarteter Wechsel im Doppel

Am Tag zuvor konnte Kaufmann einige Tränen nicht verbergen. Zu groß war die Enttäuschung, im Halbfinale gegen Russland mit 1:3 verloren zu haben. Kaufmann hatte mit ihrem 11:9, 11:8, 11:13 und 13:11-Sieg gegen Vlada Voronina für einen perfekten Start gesorgt, doch die anschließenden drei Partien wurden verloren. Pranjkovic musste gleich zweimal der Gegnerin zum Sieg gratulieren. Außerdem verloren Kaufmann/Stortz beim Stand von 1:1-Unentschieden das wichtige und vorentscheidende Doppel gegen Vlada Voronina/Alina Zavarykina mit 5:11, 5:11, 13:11, 12:10 und 4:11. „Wir hätten die Partie gewinnen können“, ärgerte sich die Bietigheimerin anschließend.

Doch eigentlich bestand für Kaufmann kein Grund, enttäuscht zu sein. Mit acht gewonnenen und nur einem verlorenen Einzel (2:3 in der Vorrunde gegen die Kroatin Hana Arapovic) überzeugte sie im Team-Wettbewerb. Nach den Doppelsiegen an der Seite von Pranjkovic im Achtel- und Viertelfinale gegen Ungarn (3:1) sowie Polen (3:0) hatte Kaufmann eigentlich damit gerechnet, auch in der Vorschlussrunde gegen den späteren Vize-Europameister aus Russland mit ihrer Standardpartnerin aufgestellt zu werden. Doch Bundestrainerin Lara Broich (Düsseldorf) hatte sich anders entschieden und auf ihren „Doppeljoker“ Jele Stortz gesetzt. „Das hatte mich schon ein wenig überrascht“, verriet Kaufmann. Nach fünf Erfolgen sowie nur einer Niederlage gegen Russland zog Broich ein positives Fazit: „Die Mannschaft hat eine Topleistung gezeigt und insgesamt ein sehr gutes Turnier gespielt.“

Mit dem Gewinn ihrer ersten EM-Medaille ist für Annett Kaufmann der Saison-Höhepunkt allerdings noch lange nicht beendet, denn bis einschließlich Dienstag geht es nun in den drei Individual-Konkurrenzen Einzel, Doppel (mit Pranjkovic) und Mixed (an der Seite des Fürstenfeldbruckers Mike Hollo) weiter. „Ich möchte den Schwung aus dem Team-Wettbewerb mitnehmen. Mal schauen, was noch möglich ist“, merkte die 13-Jährige mit einem Augenzwinkern an und verließ die Sporthalle in Richtung Mannschaftshotel.