Tischtennis Talente fiebern EM-Auftritt entgegen

Die Bietigheimerin Annett Kaufmann sowie ihre deutschen Mitstreiterinnen Leonie Berger, Naomi Pranjkovic und Sophia Klee (von links) sind bereit für die Jugend-EM im rumänischen Cluj-Napoca.
Die Bietigheimerin Annett Kaufmann sowie ihre deutschen Mitstreiterinnen Leonie Berger, Naomi Pranjkovic und Sophia Klee (von links) sind bereit für die Jugend-EM im rumänischen Cluj-Napoca. © Foto: Marco Steinbrenner
Bietigheim-Bissingen / Von Marco Steinbrenner 14.07.2018

Sie strahlt über das ganze Gesicht. Annett Kaufmann, Tischtennis-Talent des TTC Bietigheim-Bissingen, freut sich riesig auf ihre erste Teilnahme an der Jugend-Europameisterschaft. Die 61. Auflage findet ab sofort bis 24. Juli in Cluj-Napoca statt. Am Freitag hat sich der Tross des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) nach Rumänien aufgemacht. „Spätestens einen Tag vor Beginn des Turniers werde ich dann sicherlich nervös sein“, mutmaßte die mit zwölf Jahren diesmal jüngste deutsche Teilnehmerin kurz vor der Abreise.

Chance auf Team-Medaille

Zunächst steht für Annett Kaufmann gemeinsam mit der Schülerinnen-Auswahl, zu der außerdem Sophia Klee (SC Niestetal), Naomi Pranjkovic (SV DJK Kolbemoor) sowie Leonie Berger (Borussia Düsseldorf) gehören, der Mannschafts-Wettbewerb auf dem Programm. Die Schützlinge von Bundestrainerin Lara Broich wurden hinter Russland, Rumänien, Litauen, Frankreich und Serbien an Position sechs gesetzt. In der Vorrunde warten neben Litauen noch die Türkei sowie die Ukraine als Gegner. „Wenn wir gut spielen und in Bestform sind, haben wir Chancen auf eine Medaille“, blickt die Linkshänderin optimistisch dem Saisonhöhepunkt entgegen. „Bei optimalem Verlauf ist auch Gold möglich.“ Die Hierarchie in der Mannschaft ist für Annett Kaufmann klar. „Sophia ist unsere Nummer eins. Danach sind wir sehr variabel und ausgeglichen besetzt.“

Mit einer gezielten Prognose für die drei Individual-Konkurrenten Einzel, Doppel und Mixed hält sich das TTC-Eigengewächs derweil noch zurück. Und das nicht ohne Grund, denn schließlich hänge viel von den Auslosungen, die erst am Dienstag vor Ort durchgeführt werden, ab. Im Einzel möchte Kaufmann „so weit wie möglich kommen“. Im Vergleich zu anderen internationalen Turnieren wird bei einer Jugend-EM keine Vorrunde in Gruppen gespielt. „Das ist ein wenig blöd, denn an einem schlechten Tag brauche ich ein Spiel, um zu meiner Form zu finden.“ Diese Möglichkeit besteht in Cluj-Napoca nicht. „Deshalb wird es schon leichten Druck geben, denn schon bei einer Niederlage bin ich raus.“ Ein Podiumsplatz im Doppel zusammen mit Naomi Pranjkovic wäre für die zwölfjährige Bietigheimerin „ein Traum. Wenn wir gut spielen, ist aber sicherlich das Achtelfinale möglich.“ Neuland betritt Kaufmann im Mixed mit dem kurzfristig nachnominierten Vincent Senkbeil (SV Bolzum). Beide standen noch kein einziges Mal gemeinsam am Tisch.

Lob von der Bundestrainerin

Bundestrainerin Lara Broich hat die Entwicklung der Drittliga-Spielerin in den vergangenen Wochen sowie Monaten genau verfolgt. „Annett hat sich stetig weiterentwickelt und ist aufgrund ihres Spielsystems für die Gegnerinnen unberechenbar.“ Trotz ihres sehr jungen Alters, Kaufmann kann noch an drei weiteren Jugend-Europameisterschaften bei den Schülerinnen teilnehmen, agiere das große Talent „bereits sehr variabel. Die Leistungen sind stabiler geworden. Deshalb gehe ich fest davon aus, dass sich ein Großteil der Gegnerinnen an ihr die Zähne ausbeißen werden.“ Hinzu komme, so Broich weiter, „dass Annett aufgrund ihrer erst zwölf Jahre sicherlich oftmals unterschätzt wird“.

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