Handball Steigerung ohne Happyend

Insgesamt zu viel Aufwand musste die SG BBM gegen Erlangen betreiben, um solche Lücken wie hier Valentin Schmidt gegen Andreas Schröder und Petter Overby zu finden.
Insgesamt zu viel Aufwand musste die SG BBM gegen Erlangen betreiben, um solche Lücken wie hier Valentin Schmidt gegen Andreas Schröder und Petter Overby zu finden. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / Jan Simecek 07.12.2018

Nah dran war die SG BBM Bietigheim gegen den HC Erlangen an den Punkten fünf und sechs in der laufenden Handball-Bundesliga-Saison. Am Ende stand das Team von Ralf Bader aber wieder mit leeren Händen da. Und es waren insgesamt zu viele Kleinigkeiten, die gefehlt haben, als dass am Ende zwingend Zählbares rausspringen musste.

Nein, daran, dass Kapitän Patrick Rentschler erneut passen musste, daran lag es nicht, dass die SG BBM wieder mit leeren Händen dastand, da ist sich Bader sicher. „In den letzten beiden Tagen haben wir die Abwehr umgestellt. Da konnte Patrick nicht trainieren. Ihm die Änderungen auf dem Feld beizubringen, wäre ganz schwierig gewesen“, nimmt der SG-Coach jeglichen Spekulationen den Wind aus den Segeln. Und vorne wurde Rentschler ohnehin nicht schmerzlich vermisst, denn da machte Jonathan Fischer mit vier Treffern, bei vier Versuchen, seine Sache ganz gut.

Aber vielleicht hätte der 28-Jährige, der so etwas wie der Ruhepol der Mannschaft ist, genau das in den entscheidenden Phasen ins Spiel gebracht: Ruhe. „Wir haben immer geduldig gewartet, bis sich das Eins-gegen-Eins mit genügend Platz ergeben hat, nur in der Schlussphase nicht“, ärgert sich Bader. Zumindest innerlich ärgerte er sich wohl über die vergebenen Chancen, denn äußerlich ließ er sich kaum etwas anmerken. Da sprach er lieber davon, dass er stolz darauf ist, dass die Mannschaft so auf den desaströsen Auftritt in Lemgo reagiert habe.

Dabei hätte der SG-Coach allen Grund dazu, unzufrieden zu sein. Schließlich lag sein Team nach einer ganz starken Phase von Patrick Weber und einem Tor des zwei-Meter-Mannes gut sieben Minuten vor dem Ende mit 23:22 vorne und hatte nicht nur einmal die Chance auf 24:22 zu erhöhen. Doch da fehlten dann Ruhe und Geduld. Denn zwei Minuten später lagen die Gäste nach Bietigheimer Fehlwürfen wieder mit 24:23 vorne. Fischer glich zwar noch einmal aus, aber im Endeffekt ließ sich der HCE diese Führung nicht mehr nehmen.

So ähnliche Situationen hatte es auch schon in der ersten Hälfte gegeben. Die SG BBM war deutlich besser ins Spiel gekommen, führte nach sieben Minuten 5:2. Doch dann häuften sich die technischen Fehler und schlechten Würfe und Erlangen zog mit einem 4:0-Lauf vorbei. Diese Führung hielten die Gäste im Endeffekt bis zur Pause.

Tatsächlich ein Nebenkriegsschauplatz war das Duell der Link-Brüder Jonas und Nikolai. SG- Spielmacher Jonas Link wird möglicherweise trotzdem noch etwas länger daran denken, denn einmal bekam er ordentlich eine von Nikolai mit. Der musste dafür auf die Strafbank  – nicht ohne sich vorher zu entschuldigen.

Stimmen zum Spiel Bietigheim – Erlangen

Ralf Bader, Trainer der SG BBM Bietigheim: Es war für uns eine Herkulesaufgabe, nach dem Sonntag in Lemgo so schnell wie möglich die Kurve zu bekommen.Ich habe lange darüber nachgedacht, was wir verändern. Wir haben sehr viel verändert, haben unsere Abwehr taktisch komplett umgestellt  auch wenn das für den normalen Zuschauer vielleicht nicht so sichtbar ist. Wir wollten angreifen und das ist den Jungs überragend gelungen. Deshalb bin ich trotz der bitteren Niederlage sehr stolz.

Adalsteinn Eyjolfsson, Coach des HC Erlangen: Das Spiel war im Prinzip wie erwartet. Spätestens mit den Bietigheimer Siegen wussten wir, dass das hier gefährlich werden könnte. Wir waren gut vorbereitet, kamen dennoch nicht so gut ins Spiel. Im Prinzip lief dann die ganze Partie gleich, kippt nur einmal kurz vor Schluss. Da haben wir gut reagiert. sim

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel