Eishockey Steelers verspielen den Heimvorteil

Ausgerutscht: Bietigheims Stürmer Tyler McNeely liegt vor dem Löwen-Tor auf dem Eis. Nach der 4:6-Niederlage im dritten Halbfinalspiel gegen Frankfurt stehen die Steelers unter Druck.
Ausgerutscht: Bietigheims Stürmer Tyler McNeely liegt vor dem Löwen-Tor auf dem Eis. Nach der 4:6-Niederlage im dritten Halbfinalspiel gegen Frankfurt stehen die Steelers unter Druck. © Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / Andreas Eberle 03.04.2018

Für die Bietigheim Steelers hat es an Ostern keine schöne Bescherung gegeben: Dem 1:3 am Samstag in Frankfurt folgte am Ostermontag eine bittere 4:6-Heimniederlage gegen die Löwen – obwohl der Gastgeber bereits zweimal mit zwei Toren geführt hatte. Damit ist die Mannschaft um Kapitän Adam Borzecki im Playoff- Halbfinale der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL 2) mit 1:2 in Rückstand geraten. Der Heimvorteil ist zunächst einmal futsch. Am Mittwoch (19.30 Uhr) findet in Hessen die vierte Partie der Best-of-Seven-Serie statt, am Freitag (19.30 Uhr) steigt im Ellental das fünfte Duell.

Nach der ersten Bietigheimer Niederlage in der EgeTrans-Arena seit Anfang März und dem 4:5 im vorletzten Hauptrundenspiel gegen den SC Riessersee hatte es zu Beginn allerdings nicht ausgesehen. Mit zwei Treffern in Überzahl legte der Vizemeister einen perfekten Start hin. Erst schloss Shawn Weller eine blitzsaubere Kombination über Justin Kelly und Tyler McNeely mit dem 1:0 ab (9.). In der zwölften Minute überwand dann Topscorer Matt McKnight den Löwen-Keeper Hannibal Weitzmann mit einem platzierten Fernschuss (12.). Die Steelers scheinen zu ihrer alten Powerplay-Stärke zurückgefunden zu haben. Gerade in der Viertelfinalserie gegen Heilbronn war das Überzahlspiel  noch ein Manko gewesen.

Scheibe geht zu Bruch

Die Löwen wackelten früh und mussten darum froh sein, dass die Schiedsrichter Bastian Haupt und Jens Steinecke die Drittelpause vorzogen und beide Mannschaften nach 13 Minuten vorzeitig in die Kabine schickten. Der Grund: Bei einem Check von Weller gegen den Ex-Bietigheimer Lucas Dumont ging in der Ecke eine Scheibe zu Bruch und musste ersetzt werden, was letztlich eine gute halbe Stunde dauern sollte.

Nach Wiederanspiel kassierten die Gäste weiter munter Strafzeiten, manche waren freilich strittig. In Überzahl passierte Marcus Sommerfeld ein folgenschweres Malheur: Der Deutsch-Kanadier vertändelte kurz vor dem offiziellen Drittelende und dem Seitenwechsel an der Mittellinie die Scheibe an Clarke Breitkreuz und zog dem davoneilenden Löwen-Stürmer die Füße weg. Klarer Fall: Penalty. Der Gefoulte düpierte SCB-Schlussmann Ilya Sharipov und setzte den Puck zum 1:2 unter die Latte (20.).

Mit dem dritten Powerplay-Treffer stellte Bietigheim den Zwei-Tore-Vorsprung aber schnell wieder her. Die Schüsse von McKnight und Weller wehrte Weitzmann noch ab, doch im dritten Versuch war McNeely erfolgreich (24.). Innerhalb von 125 Sekunden verspielte das Gaudet-Team die Führung und gab die Partie leichtfertig aus der Hand. In Überzahl verkürzte Dani Bindels auf 2:3 – und so durfte Max Prommersberger nach nur zwölf Sekunden auf der Strafbank wieder aufs Eis zurück (30.). 68 Sekunden später fiel der Frankfurter 3:3-Ausgleich. Diesmal bestrafte Brett Breitkreuz einen groben Fehlpass von Sommerfeld im Bietigheimer Drittel (32.). Und zu allem Überfluss tunnelte der jüngere Breitkreuz-Bruder Clarke kurz darauf Sharipov noch zum 3:4 (32.). Es ging Schlag auf Schlag.

In der 39. Minute durfte sich schließlich Matthew Pistilli unbehelligt vom rechten Flügel dem SCB-Gehäuse nähern – und der Kanadier überwand Sharipov mit einem Schuss ins lange Eck gar zum 3:5. Mit Ach und Krach retteten sich die auf der Eisfläche ins Schwimmen geratenen Hausherren in die zweite Drittelpause.

Martinovic ersetzt Sharipov

Zum letzten Durchgang schickte Trainer Kevin Gaudet den 37-jährigen Sinisa Martinovic für Sharipov zwischen die Pfosten, und so kam der Torwart-Routinier mit der Nummer 23 zum ersten Playoff-Einsatz in dieser Saison. Martinovic erledigte seinen Job gewohnt zuverlässig und parierte alles, was auf seinen Kasten kam. Seine Vorderleute drängten nun massiv auf den Anschlusstreffer, aber genauso massiv verteidigten die Löwen ihr Revier. Ein Treffer von Weller (56.) zählte wegen Torraumabseits nicht. Das zeigten auch die Videobilder, die die Referees zu Rate zogen. 25 Sekunden vor Schluss erzielte der US-Amerikaner aber doch noch einen regulären Treffer zum 4:5, als Bietigheim mit sechs Feldspielern attackierte. Bereits fünf Sekunden später folgte jedoch ein Empty-Net-Tor von Patrick Jarrett zum 4:6 – die Steelers waren endgültig besiegt.

So spielten sie

DEL 2, Halbfinale, Spiel 3
Bietigheim – Frankfurt

4:6

Drittel: 2:1, 1:4, 1:1.
Tore: 1:0 Weller (9./Überzahl), 2:0 McKnight (12./Überzahl), 2:1 Clarke Breitkreuz (20./Penalty), 3:1 McNeely (24./Überzahl), 3:2 Bindels (30./Überzahl), 3:3 Brett Breitkreuz (32.), 3:4 Clarke Breitkreuz (32.), 3:5 Pistilli (39.), 4:5 Weller (60./sechster Feldspieler), 4:6 Jarrett (60./Empty Net).
Strafminuten: 18 (5 Strafen) – 14 (7 Strafen).
Schiedsrichter: Bastian Haupt (Kempten), Jens Steinecke (Brotterode); Zuschauer: 3718.

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