Die Deutsche Eishockey-Liga 2 (DEL2) ist spannend wie selten zuvor. Zischen Platz eins und Platz sechs liegen gerade einmal acht Punkte. Mit für diese Spannung haben die Bietigheim Steelers gesorgt, die ihren alten Rivalen, die Löwen Frankfurt, am Sonntag mit 4:3 nach Verlängerung nieder rangen.

Seit dem gekauften Aufstieg der Fischtown Pinguins Bremerhaven in die DEL ist das Duell zwischen den Bietigheim Steelers und den Löwen aus Frankfurt so etwas wie der Classico der DEL2 geworden. Meist ging es in diesen Auseinandersetzungen um die Tabellenführung, den Einzug ins Playoff-Finale oder am Ende um den Titel. Diesmal gehören beide Teams zwar auch zur Spitzengruppe der Liga, sind aber nicht ganz oben angesiedelt. Wobei Frankfurt bis zur Heimniederlage am Freitag gegen Bayreuth kurzzeitig auf dem Platz an der Sonne thronte.

Die Partie begann, anders als aus der Vergangenheit gewohnt, relativ emotionslos. Bietigheim war ohne Frederik Cabana, der sich in Weißwaser verletzt hatte, die etwas bessere Mannschaft. So richtig gefährlich wurde es zunächst aber für beide Torhüter nicht. Frankfurt kam überhaupt nur eher zufällig in gute Schussposition. Und genau so fiel dann auch das 0:1. Ein Pressschlag beförderte die Scheibe zunächst von hinter dem Tor nach vorne. Ein weitere Pressschlag sorgte dafür, dass sie in Richtung langem Pfosten prallte, wo Mike Fischer völlig blank stand und einschob. Die Bietigheimer Antwort ließ aber genau sieben Sekunden auf sich warten. McKnight gewann das Anspiel, Willie Corrin servierte ihm die Scheibe perfekt in den Lauf und ganz allein vor Ilya Andryukhov ließ der Goldhelm dem Schlussmann keine Chance.

Der emotionalste Moment des zweiten Drittels war, als Maximilian Faber ein Foul von Shawn Weller rächen wollte. Faber hatte sich aber den Falschen ausgesucht, bezog ordentlich Prügel und durfte sich anschließend 14 Minuten auf der Strafbank ausruhen. Weller bekam noch zwei Minuten zusätzlich für das vorhergehende Foul. Tore fielen auch. Wieder zuerst für die nun besseren Frankfurter. Nach einem Scheibenverlust der Steelers hinter dem eigenen Tor fand Matthew Pistilli Brett Breitkreuz. Der Goldhelm sagte Danke (32.).

Die Antwort der Steelers ließ diesmal immerhin 137 Sekunden auf sich warten. Dann spielte Yannick Wenzel in Überzahl einen Querpass über fast die gesamte Breite des Felds. Dennis Swinnen stand goldrichtig und netzte vom rechten Bullykreis ein, ehe Andryukhov am anderen Pfosten war. Der Jubel war aber kaum verklungen, da verlor Kapitän Nikolai Goc nach einem technischen Fehler die Scheibe an Carter Proft, der noch zwei, drei Schritte ging und dann Ilya Sharipov in eine kaum vorhandene Lücke im linken Winkel überwand. Wieder erwiesen sich die Steelers aber als Meister der Blitzreaktion. 18 Sekunden später nutzte Benjamin Zientek einen Frankfurter Fehler zum 3:3.

Mit der Rangelei und den vielen Toren in der Endphase des zweiten Drittels war die Partie endlich zu dem emotionalen Duell geworden, das die Zuschauer aus der Vergangenheit kannten. Dafür fielen im Schlussabschnitt keine Tore mehr. Die Verlängerung musste her. Da hatte zunächst Frankfurt zwei, drei gute Gelegenheiten. Dann musste Breitkreuz auf die Strafbank und die Steelers setzten sich fest. McKnight hämmerte die Scheibe schließlich fast von der blauen Linie in die Maschen (63.).


DEL2, 39. Spieltag
Bietigheim – Frankfurt

4:3 n.V.

Drittel: 1:1, 2:2, 0:0.
Tore: 0:1 Fischer (13.), 1:1 McKnight (13.), 1:2 Breitkreuz (32.), 2:2 Swinnen (35./Überzahl), 2:3 Proft (36.), 3:3 Zientek (37.), 4:3 McKnight (63./Überzahl).
Strafminuten: 18 (4 Strafen + 10 Minuten Disziplinarstrafe gegen Shawn Weller) – 22 (6 Strafen + 10 Minuten Disziplinarstrafe gegen Maximilian Faber); Schiedsrichter: Sascha Westrich (Zweibrücken), Florian Fauerbach (Bad Nauheim).
Zuschauer: 3004.