Eishockey Steelers verlieren das Spiel in Bad Nauheim auf der Strafbank

Alexander Preibisch (rechts)  – hier in einer Szene aus dem Hinspiel – fiel nach einem Foul von Dustin Sylvester (links) mit Verdacht auf  Gehirnerschütterung aus.
Alexander Preibisch (rechts)  – hier in einer Szene aus dem Hinspiel – fiel nach einem Foul von Dustin Sylvester (links) mit Verdacht auf Gehirnerschütterung aus. © Foto: Jan Simecek
Jan Simecek 01.12.2018

Eine insgesamt bittere und vor allem völlig unnötige Niederlage kassierten die Bietigheim Steelers an 22. Spieltag der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL2) beim Tabellenzehnten EC Bad Nauheim. Das Team von Hugo Boisvert wollte eigentlich Wiedergutmachung für die schwache Leistung am Dienstag gegen Schlusslicht Bayreuth betreiben, ging aber stellenweise übermotiviert zu Werke. Je eine Spieldauerdisziplinarstrafe und je zwei Verletzte auf beiden Seiten, waren die Folge einer nicht unbedingt überhart, aber oft hektisch geführten Partie.

Symptomatisch für das Duell zwischen den Roten Teufeln aus der hessischen Kurstadt und den Steelers ist, dass die erste nennenswerte Szene des Spiels ein unschöner, weil vom gefoulten Spieler nicht zu erkennender Check von Benjamin Zientek gegen Nauheims 19-jähriges Eigengewächs Garret Pruden war. Pruden blieb lange auf dem Eis liegen, musste von Sanitätern versorgt werden und war ersten Meldungen zufolge auch zeitweise bewusstlos. Zientek musste für dieses Foul selbstverständlich nach nicht einmal sechs Minuten unter die Dusche.

Symptomatisch für das Spiel war es auch, dass sich Bietigheim durch solche dummen Aktionen immer wieder selbst schwächte und dass Bad Nauheim dies eiskalt ausnutzte. Sechsmal war das Team von Hugo Boisvert in Unterzahl, viermal schlugen die Gastgeber zu, während die Schwaben keine einzige Überzahlsituation nutzten. Boisvert war entsprechend wenig begeistert: „Wir hatten im ersten und letzten Drittel einfach keine Disziplin. Im zweiten Drittel sind wir gut zurück gekommen, aber das letzte Drittel war dann einfach dumm.“

Aber der Reihenfolge nach. Dustyn Sylvester nutzte die Strafe gegen Zientek zur frühen Führung der Gastgeber. Bietigheim bemühte sich zwar um Ergebniskorrektur, allerdings mit mäßigem Erfolg, weil Bastian Steingroß in der 19. Minute bei Unterzahl den Puck aus kurzer Distanz ins eigene Netz statt knapp vorbei in die Ecke schoss.

Im Mittelabschnitt blieb Bietigheim dann der Strafbank weitgehend fern und konnte zwar die Strafen der Gastgeber nicht nutzen, aber dass Torjäger Dustin Sylvester nach einem nicht ganz so rücksichtslos wirkenden, aber dennoch ähnlichen Foul wie zuvor Zientek auch unter die Dusche musste (30.), schien zu helfen. Rückkehrer Max Lukes traf zum Anschluss (25.), Steingroß traf diesmal durch sechs Spieler hindurch ins richtige Tor (27.) und Benjamin Hüfner sorgte mit seinem ersten Saisontor sogar für die Führung (38.).

Im Schlussabschnitt waren die Steelers dann aber von allen guten Geistern verlassen, leisteten sich teil haarsträubende Fouls. Andrej Bires glich für die Gastgeber noch bei personellem Gleichstand aus, weil Kapitän Nikolai Goc im Laufduell zu langsam war (47.). Erneut Bires schoss die Gastgeber dann in der 53. Minute wieder in Führung, als Goc die einzige eher zweifelhafte Strafe absaß. Und in der 58. Minute versetzte Routinier Radek Krestan den Gästen den endgültigen Todesstoß, als Dennis Swinnen wegen eines Beinstellens in der gegnerischen Zone draußen saß.

Bitter war für Bietigheim neben der völlig unnötigen Niederlage noch, dass Alexander Preibisch nach dem Foul von Dustin Sylvester vermutlich eine Gehirnerschütterung erlitten hat. Bei Tyler McNeely lief es offenbar glimpflicher ab. Er kam nach einer Behandlungspause zurück aus der Kabine. Bei den Gastgebern fiel noch Verteidiger Nicolas Geitner nach einem eher harmlos wirkenden Check von Shawn Weller mit Verdacht auf eine schwerere Schulterverletzung aus.

So spielten sie

DEL2, 21. Spieltag
Bad Nauheim – Bietigheim

5:3

Drittel: 2:0, 0:3, 3:0.
Strafminuten:  12 (6 Strafen) + Spieldauerdisziplinarstrafe Dustin Sylvester – 14 (7 Strafen) + Spieldauerdisziplinarstrafe Zientek.
Tore: 1:0 Dustin Sylvester (6./Überzahl), 2:0 Stiefenhofer (19./Überzahl), 2:1 Lukes (25.), 2:2 Steingroß (27.), 2:3 Hüfner (38.), 3:3 Bires (47.), 4:3 Bires (53./Überzahl), 5:3 Krestan (58./Überzahl).
Schiedsrichter: Nicole Hertrich (Hagen), Marc André Naust (Iserlohn).
Zuschauer: 2013.

Duell der Verlierer am Sonntag in Bietigheim

Das Duell der Geschlagenen startet am Sonntag (17 Uhr) in der EgeTrans-Arena, wenn Tabellenführer Ravensburg Towerstars zu Gast bei den Bietigheim Steelers ist. Die Oberschwaben unterlagen in buchstäblich letzter Sekunde dem schärfsten Verfolger Löwen Frankfurt mit 1:2. Den einzigen Treffer für die Ravensburger erzielte der beste Offensivverteidiger Sören Sturm zur 1:0-Führung in der 22. Minute in Überzahl. Frankfurt glich kurz vor Drittelende  durch Brett Breitkreuz aus und Matthew Pistilli versetzte den Gastgebern dann den nicht mehr zu konternden Todesstoß. Ravensburg bleibt dennoch mit sechs Punkten Vorsprung und einem Spiel weniger als Frankfurt vorne. Zumindest am Abstand würden aber die Steelers am Sonntag gerne etwas ändern. Von der 5:8-Pleite vor nicht einmal zwei Wochen in der Spielestadt ist ohnehin noch eine Rechnung offen. sim

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