Eishockey Steelers treffen auf Krisen-Klub

Der formstarke Alexander Preibisch (rechts), hier im Laufduell mit einem Tölzer Gegenspieler, muss seinen Platz im ersten Steelers-Sturm für den wieder fitten Benjamin Zientek räumen.
Der formstarke Alexander Preibisch (rechts), hier im Laufduell mit einem Tölzer Gegenspieler, muss seinen Platz im ersten Steelers-Sturm für den wieder fitten Benjamin Zientek räumen. © Foto: Helmut Panger
Bietigheim-Bissingen / Andreas Eberle 12.01.2018

Zum zweiten Mal innerhalb von acht Tagen kreuzt ein Außenseiter im Ellental auf: Das Schlusslicht Bayreuth Tigers ist an diesem Freitag (19.30 Uhr) in der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL 2) beim Spitzenreiter Bietigheim Steelers zu Gast. Damit ist die Ausgangslage fast identisch wie vor einer Woche gegen den Vorletzten Tölzer Löwen. Da war der SCB ebenfalls hoher Favorit, und viele Fans diskutierten nur noch über die Höhe des Sieges. Der fiel mit 5:1 am Ende auch deutlich aus.

Steelers-Trainer Kevin Gaudet warnt seine Profis allerdings vor Übermut. „In dieser Liga gibt es keine leichten Spiele. Die Bayreuther werden wie Hunde um jeden Zentimeter kämpfen“, sagt der 54-jährige Kanadier. In der Vorsaison waren die Tigers nach dem Aufstieg noch das Überraschungsteam der Liga gewesen und zogen sogar ins Playoff-Viertelfinale ein, wo sie gegen Bietigheim mit 1:4 das Nachsehen hatten. In dieser Runde steckt die Mannschaft von Trainer Sergej Waßmiller dagegen im Dauertief: Bayreuth hat 16 der vergangenen 17 Partien verloren und ist auf den letzten Tabellenplatz abgestürzt. Der einzige Sieg war zwischendurch ein 4:3 in Freiburg nach Verlängerung.

Am Sonntag vergeigten die Oberfranken auch das Kellerduell in Bad Tölz mit 4:5 nach Verlängerung. Dabei hatten sie dort nach dem ersten Drittel schon 3:0 geführt. Viele Ausfälle und der dünne Kader haben die Tigers in die schwierige Situation gebracht. Längst gilt Bayreuth als Abstiegskandidat Nummer eins. In den zwei Partien bisher haben sich die Steelers gegen den EHC freilich nicht gerade mit Ruhm bekleckert: In zwei torarmen Partien setzte sich Bietigheim daheim mit 2:0 und auswärts mit 2:1 durch.

Bei den Schwaben kehren Benjamin Zientek und Leon Müller ins Aufgebot zurück – die beiden Stürmer haben zuletzt im Derby in Heilbronn (5:6 nach Penaltyschießen) pausiert. Zientek hatte zwei Tage zuvor gegen Bad Tölz das Eis mit Verdacht auf Gehirnerschütterung verlassen, gab aber inzwischen Entwarnung. Gaudet zufolge wird der 23-Jährige im ersten Sturm nun Alexander Preibisch ersetzen und wieder mit Tyler McNeely und Shawn Weller auf Torejagd gehen. Und Müller hatte ein Tölzer kurz vor Spielende mit dem Ellbogen voll im Gesicht getroffen, worauf sich der SCB-Youngster mit dem Zahn ein Loch in die Zunge biss. „So etwas habe ich in meinen 27 Jahren als Trainer und davor als Spieler noch nicht gesehen“, sagt Gaudet.

Verzichten muss der Coach auf Verteidiger Rob Brown, der gegen Heilbronn eine Gehirnerschütterung erlitten hat. Ohnehin nicht dabei sind die verletzten Justin Kelly (Knie) und Norman Hauner (Leiste). Bei Letzterem ist ein Ende der Leidenszeit in Sicht – Gaudet hofft, dass der Ex-Rosenheimer in einer Woche sein Comeback gibt. Mit Kelly rechnet er Anfang Februar wieder.

Gaudet wünscht sich Ausländer

Wenig erfreut ist der Trainer über das um einen Monat bis zum 28. Februar verlängerte Transferfenster, mit dem sich die DEL 2 den Topligen Europas angepasst hat. Bis dahin können sich die Klubs noch verstärken. „Das ist eine schlechte Entscheidung und nicht fair“, findet Gaudet und erklärt, warum: „Es gibt in der DEL, in Österreich oder der Schweiz Vereine, die zu dem Zeitpunkt im Kampf um die Playoffs bereits raus sind und Geld sparen wollen, indem sie Spieler noch abgeben – und Vereine mit Geld wie Kassel und Frankfurt könnten plötzlich drei, vier neue Männer holen.“ Doch auch Gaudet spekuliert mit Blick auf die Playoffs darauf, dass er wie in den Vorjahren personell nochmal nachlegen darf. Auf seinem Wunschzettel steht ein fünfter Ausländer: „Ich hoffe, dass unser Boss Volker Schoch das noch möglich macht.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel