Eishockey Steelers siegen bei Kellys Comeback

Justin Kelly (links) zeigte sich bei seinem Comeback sehr engagiert, ein Treffer gelang dem Kanadier aber am Dienstagabend nicht. Hier klärt Füchse-Torhüter Maximilian Franzreb.
Justin Kelly (links) zeigte sich bei seinem Comeback sehr engagiert, ein Treffer gelang dem Kanadier aber am Dienstagabend nicht. Hier klärt Füchse-Torhüter Maximilian Franzreb. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / Von Andreas Eberle 14.02.2018

Als Hallensprecher Andreas Lausch am Dienstagabend den Mann mit der Nummer 27 ankündigte, brandete in der EgeTrans-Arena ungewöhnlich lauter Beifall auf. Der Applaus galt einem langjährigen und verdienten Spieler der Bietigheim Steelers, den die Fans 14 Wochen lang schmerzlich vermisst hatten. Nun ist Justin Kelly zurück. Nach auskurierter  Knieverletzung stand der 36 Jahre alte kanadische Center im Heimduell gegen  die Lausitzer Füchse aus Weißwasser wieder für den SCB auf dem Eis ­– und feierte mit seinem Team gleich ein gelungenes Comeback: Mit 2:1 setzte sich der Spitzenreiter der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL 2) nach Penaltyschießen durch. Der Mann des Abends war aber nicht Kelly, sondern Geburtstagskind Ilya Sharipov. Der nun 23-jährige Torhüter zeigte erneut eine Topleistung und vereitelte im Penaltyschießen auch die Versuche von Jeff Hayes und Jimi Santala.

Rote Trikots zum Valentinstag

Die Steelers, die den 46. Spieltag mit Blick auf den Valentinstag zur „Ladies Night“ erklärt hatten und darum in roten Trikots aufliefen, taten sich gegen die noch um die Pre-Playoff-Plätze kämpfenden Füchse tierisch schwer. Allerdings war das Duell vor den 2428 Zuschauern nicht annähernd so intensiv wie das Derby zwei Tage zuvor an gleicher Stelle gegen Heilbronn, das Bietigheim mit 3:2 nach Verlängerung gewonnen hatte. Diesmal sprachen die Unparteiischen Michael Klein und Sascha Westrich nur insgesamt zwölf Strafminuten aus. Martin Holzer und Stefan Vogl, ihre Schiedsrichter-Kollegen am Sonntag, hatten noch 63 Strafminuten verteilen müssen.

Auch ohne die verletzten Max Prommersberger, Max Lukes, Frédérik Cabana sowie den für eine Partie gesperrten Rob Brown dominierten die Steelers den  ersten Durchgang, aber ein Treffer wollte ihnen in den ersten 20 Minuten nicht gelingen. Dafür benötigten sie im Mitteldrittel gerade einmal 27 Sekunden zur 1:0-Führung. Nach Vorarbeit von Bastian Steingroß und Shawn Weller  vollendete Norman Hauner. Doch bereits zwei Minuten später musste auch Sharipov den Puck aus seinem Netz holen. Für die Lausitzer war der Kanadier Chris Owens nach einem Zuspiel des Finnen Roope Ranta erfolgreich (23.). In der 30. Minute hatte Ale­xander Preibisch den Torjubel schon auf den  Lippen, aber Füchse-Schlussmann Maximilian Franzreb bekam die Scheibe im letzten Moment  noch zu fassen, ehe diese ins Gehäuse der Sachsen rutschen konnte. Die Referees wollten sich zur Sicherheit noch einmal den Videobeweis zu Gemüte führen, doch Preibisch als fairer Sportsmann gab ihnen zu verstehen, dass die Scheibe die Torlinie nicht passiert habe – und so konnten sich die Schiedsrichter die Nachprüfaktion sparen.

Im Schlussdrittel ließ der Favorit sogar eine 103 Sekunden währende doppelte Überzahl ungenutzt.  Mit viel Einsatz und taktischer Disziplin verteidigten die Füchse nicht nur in dieser kniffligen Phase ihren Kasten und retteten sich dann auch in die Verlängerung. Dort hatten die Gäste nach Shawn Wellers Hinausstellung und einer Auszeit von Füchse-Coach Robert Hoffmann in Überzahl mehrmals das Siegtor auf dem Schläger, aber auf Geburtstagskind Sharipov war weiter Verlass. Fünf Sekunden vor Ende der Verlängerung entschärfte  dann auch dessen Gegenüber Franzreb noch einen tückischen Flachschuss von Matt McKnight mit dem Schoner.  Im Penaltyschießen trafen Weller und Hauner für Bietigheim, bei den Füchsen war nur Ranta erfolgreich – zweimal parierte Sharipov, der so zum Matchwinner avancierte.

So spielten sie

DEL 2, 46. Spieltag
Bietigheim – Weißwasser

2:1 n.P.

Drittel: 0:0, 1:1, 0:0; 1:0.
Tore: 1:0 Hauner (21.), 1:1 Owen (23.), 2:1 Hauner (Penalty).
Strafminuten: 6 (3 Strafen) – 6 (3 Strafen).
Schiedsrichter: Michael Klein, Sascha Westrich (Zweibrücken).
Zuschauer: 2428.