Eishockey Steelers gewinnen souverän

Frederik Cabana – hier bei seinem Treffer im Heimspiel gegen Ravensburg – traf beim 4:2-Auswärtssieg einmal und legte einen weiteren Treffer für Shawn Weller auf.
Frederik Cabana – hier bei seinem Treffer im Heimspiel gegen Ravensburg – traf beim 4:2-Auswärtssieg einmal und legte einen weiteren Treffer für Shawn Weller auf. © Foto: Helmut Pangerl
Ravensburg / Von Jan Simecek 12.01.2019

Die Bietigheim Steelers bekamen am Freitag nicht nur von der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL2) die Punkte aus dem abgesagten Spiel gegen die Tölzer Löwen zugesprochen, sie holten sich am Abend auch noch drei weitere Zähler. Und das ausgerechnet mit einem recht souverän herausgespielten 4:2 bei Tabellenführer Ravensburg Towerstars.

So diszipliniert hat man die Steelers unter Trainer Hugo Boisvert noch selten gesehen. Diszipliniert vor allem in taktischer Hinsicht, denn am Ende standen beim amtierenden Meister vier Strafminuten mehr auf dem Sündenkonto. Aber auch die waren nicht unbedingt Undiszipliniertheiten, sondern eher dem großen Kampf geschuldet, den die Grün-Weißen in Oberschwaben ablieferten.

Dass die zeitweise sehr souverän die Tabelle anführenden Oberschwaben ihre Chancen bekommen würden, dass sie viel Zeit im Bietigheimer Drittel verbringen würden, das war kaum zu verhindern. Aber die Steelers blockten jede Menge Schüssen, warfen sich oft hinein. Und wenn doch mal etwas durchkam, war zumeist sehr ruhig und souverän Ilya Sharipov zur Stelle. 22 Sekunden vor Ende des zweiten Drittels war er mit einer unglaublichen Parade, bei der die Scheibe geradezu an seinem Schoner kleben zu bleiben schien, definitiv auch einer der Wegbereiter des Erfolgs. Hätte Ravensburg hier auf 2:4 verkürzt, es wäre zumindest deutlich enger und spannender im Schlussabschnitt geworden.

So zehrten die Bietigheimer aber von einer unglaublichen Effektivität, die sie sie bis dato an den Tag gelegt hatten. Die ersten Minuten waren noch ausgeglichen, ohne die ganz großen Chancen. Dann hatte Frederik Cabana in der siebten Minute einen ganz großen Auftritt. Zunächst gewann er das Bully, aber die Scheibe rutschte aus der Angriffszone. Cabana lauerte aber an der blauen Linie, spielte nach Pass von Max Prommersberger die Scheibe über die Bande wieder hinein, ging hinterher, zog dann vom rechten Bullykreis unwiderstehlich zur Mitte und überraschte Michael Boehm, der den erkrankten Jonas Langmann vertrat, über dessen linke Schulter.

Mit dem Treffer hatten die Gäste die Partie plötzlich im Griff und als Benjamin Zientek vier Minuten später in Überzahl nach einem Schuss von Willie Corrin abstaubte, lief es endgültig für das Boisvert-Team. Sogar 57 Sekunden in doppelter Unterzahl überstand man ohne größere Probleme. Und dann ließ Shawn Weller, der nach einigen krankheitsbedingten Fehltagen wieder dabei war, zu Beginn des zweiten Drittels – erneut in Überzahl – sogar das 3:0 folgen. Das Tor gehörte aber eigentlich Cabana, der die geniale Vorarbeit leistete.

Ravensburg musste nun mehr tun und kam tatsächlich – eine Sekunde nach einem Powerplay – zum ersten Treffer. Die Steelers hatten in Unterzahl gekontert und waren dann selbst in einen Schnellen Angriff gelaufen (29.). Doch Rene Schoofs korrigierte den Unfall, stocherte in der 37. Minute die Scheibe aus kurzer Distanz über die Linie, die ihm Dennis Swinnen im Fallen von Rechtsaußen zugespielt hatte.

Der Rest war Kampf pur. Im Schlussabschnitt mussten die Gastgeber natürlich kommen, doch immer wieder war ein Bietigheimer dazwischen, obwohl sich die Towerstars regelrecht festsetzten. Auch Sharipov war immer wieder mit seiner an diesem Tag wieder ganz sicheren Fanghand zur Stelle. Und wenn es doch einmal Abpraller gab, war immer ein Verteidiger da, um die Scheibe aus der Gefahrenzone zu bringen. Nur einmal bekam Daniel Schwamberger zu viel Platz, überwand Sharipow über dessen linke Schulter genau ins lange Eck (54.). Mehr ließen die Steelers aber nicht mehr zu.

Steelers bekommen die Punkte gegen Bad Tölz – am Sonntag gegen Bad Nauheim

Vor den beiden Wochenendaufgaben in Ravensburg und am Sonntag (17 Uhr) gegen Bad Nauheim gab es frohe Kunde für die Bietigheim Steelers. Das am vergangenen Sonntag abgesagte Spiel gegen Bad Tölz wurde nach Würdigung der Beweismittel gemäß Spielordnung mit 5:0 für Bietigheim gewertet. Bei der DEl2 heißt es dazu: „Der Geschäftsführer der Tölzer Löwen GmbH, Christian Donbeck, teilte am Morgen des 6. Januars der DEL2-Geschäftsführung mit, dass es Komplikationen bei der Abreise zum Meisterschaftsspiel in Bietigheim gebe. Eine Anreise zum Spielort wurde jedoch nicht in Frage gestellt. Dass es nach mehrfachen Versuchen mit dem beauftragten Bus nicht zur Abreise kam, liegt am schuldhaften Verhalten des Lizenzclubs. Dabei war von einer Gefährdung der Mannschaft während der gemeinsamen, über zweistündigen Kommunikation nachweislich nie die Rede. Auf Nachfrage des Ligenleiters teilte Herr Donbeck der Ligagesellschaft um 14:06 Uhr schriftlich mit, dass die Mannschaft die Reise nach Bietigheim nicht antreten werde.“ Gegen die Tölzer wurde zudem gemäß Disziplinarordnung eine Geldstrafe verhängt.
Durch die am grünen Tisch gewonnenen Punkte überholten die Steelers wieder den EC Bad Nauheim, der an diesem Sonntag in der EgeTrans-Arena zu Gast ist. Da beide Teams ihr Freitagabendspiel gewonnen haben, bleibt es bei der knappen Tabellenkonstellation, die Bietigheim zwei Punkte vor den Hessen sieht. Allerdings rutschte Kaufbeuren durch die Niederlage in Dresden dazwischen. Die Steelers sind nun Vierter.

So spielten sie

DEL2, 36. Spieltag
Ravensburg – Bietigheim

2:4

Drittel: 0:2, 1:2, 1:0.
Tore: 0:1 Cabana (7.), 0:2 Zientek (11./Überzahl), 0:3 Weller (22./Überzahl), 1:3 Zucker (29.), 1:4 Schoofs (37.), 2:4 Schwamberger (54.).
Strafminuten: 10 (5 Strafe) – 14 (7 Strafen).
Schiedsrichter: Bastian Haupt (Kempten), Martin Holzer (Altusried).
Zuschauer: 2869.

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