Eishockey Starke Leistung nicht belohnt

Da war die Steelers-Welt noch in Ordnung: Frederik Cabana trifft zur 2:1-Führung gegen die Ravensburg Towerstars.
Da war die Steelers-Welt noch in Ordnung: Frederik Cabana trifft zur 2:1-Führung gegen die Ravensburg Towerstars. © Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / Jan Simecek 03.12.2018

Gegen DEL2-Tabellenführer Ravensburg knüpften die Bietigheim Steelers zwei Drittel lang an das starke Mitteldrittel am Freitag in Bad Nauheim an. Gegen das überragende Team der Liga waren aber schon ein paar kleine Fehler am Ende zu viel. Statt möglicher drei Punkte, blieb am Ende einer nach einer 3:4-Niederlage nach Penaltyschießen.

Die erste Chance im Spiel hatte Shawn Weller, der sich schon nach wenigen Sekunden aber ein wenig in sich selbst verhedderte, als er Jonas Langmann aussteigen lassen wollte. Dann aber bekam fast nur noch Ilya Sharipov zu tun, der nach fast exakt zwei Monaten Verletzungspause ein starkes Comeback zwischen den Pfosten des Bietigheimer Gehäuses feierte, zu tun. Vor allem, weil Bastian Steingroß und Weller in der zweiten Minute innerhalb von 32 Sekunden jeweils eine Strafe kassierten. Die Steelers spielten aber eine ganz starke Unterzahl.

Unglücklicher Pass zum 0:1

Umso ärgerlicher, dass dann Pascal Grosse ein ziemlich blöder Fehler unterlief. Er wollte die Scheibe über die Bande hinter dem eigenen Tor herum spielen, erwischte aber einen so unglücklichen Winkel, dass der Puck am kurzen Eck vors Tor prallte. Sharipov musste runter und war dann nicht in Position, als Vincenz Mayer abzog und links oben traf (8.). Direkt nach dem Bully hatte Weller schon die dicke Chance zum Ausgleich, tauchte zum zweiten Mal allein vor Langmann auf und scheiterte erneut. Es war die letzte ganz dicke Gelegenheit in einem nun viel ausgeglicheneren, temporeichen Drittel.

Mit noch mehr Tempo und einer Reststrafe gegen Pawel Dronia kamen die Steelers aus der Kabine. Selbst als Benjamin Zientek kurz vor der Rückkehr des Ravensburgers ebenfalls auf die Strafbank musste, konnte das das Boisvert-Team nicht bremsen. Norman Hauner fing einen Querpass ab und machte sich dann auf den Weg in Richtung Langmann. Kurz überlegte er noch einen Querpass, versenkte die Scheibe dann aber einfach trocken neben dem rechten Pfosten (23.).

Die Steeelers waren nun so richtig heiß, die Steelers-Fans unter den 2500 Zuschauern auch. Und keine drei Minuten später führten die Gastgeber. Dabei begann die Szene etwas slapstickhaft, als Yannick Wenzel die Scheibe an der blauen Linie im Drittel halten wollte und sie sowohl kaum traf, als auch mehr oder weniger über seine eigenen Füße stolperte. Doch die Steelers blieben im Angriff, Wenzel kam wieder an den Puck, sah Frederik Cabana am langen Pfosten. Der traf auf kurzer Distanz erst einmal Metall, versenkte die Scheibe dann im Netz. Der Rest lief wie in Drittel eins, mit viel Tempo, unterhaltsam, aber nicht mit den allerdicksten Torgelegenheiten.

Das Schlussdrittel wurde dramatisch. Ravensburg legte sich nach einer Abwehr von Langmann den Puck beinahe selbst ins Netz (42.). Dann schlug die W-M-H-Reihe zu, Tyler McNeely musste nach Querpass von Weller nur noch die Kelle hinhalten (48.). Keine drei Minuten später bekamen die Steelers den Puck nicht aus der Gefahrenzone. Goldhelm Andreas Driendl legte zurück, Mathieu Pompei vollstreckte. Benjamin Zientek hatte dann die große Chance zur Entscheidung, brachte die Scheibe aber liegend nicht im Netz unter (55.).

Dramatische Schlussminuten

In den Schlussminuten schienen dann die Kräfte zu schwinden, die Fehler häuften sich. Dem 3:3 durch einen Hechtsprung des Ex-Bietigheimers Robin Just ging ein Puckverlust in der Vorwärtsbewegung voraus (57.). Beim 3:4 89 Sekunden vor dem Ende verlor Nikolai Goc im Zweikampf seinen Schläger, nahm den von McNeely, der dadurch im Zweikampf Torschütze Robbie Czarnik nicht effektiv stören konnte. Die Steelers gaben sich aber noch nicht geschlagen, holten Sharipov vom Eis und tatsächlich drückte Weller zwölf Sekunden vor der Sirene einen von Hauner abgefälschten Schuss über die Linie.

Mitte der Verlängerung holte Alexander Preibisch dann eine Strafzeit heraus und kurz vor deren Ablauf fälschte Matt McKnight einen Schuss von Willie Corrin ins Netz ab. Nach Videobeweis wurde der Treffer aber wegen hohen Stocks nicht gegeben. So musste das Penaltyschießen entscheiden. Alle drei Bietigheimer vergaben, Czarnik spielte Sharipov aus – das war’s.

So spielten sie

DEL2, 23. Spieltag
Bietigheim – Ravensburg

4:5 n.P.

Drittel: 0:1, 2:0, 2:3.
Strafminuten:  12 (6 Strafen) – 12 (6 Strafen).
Tore: 0:1 Mayer (8.), 1:1 Hauner (23./Unterzahl), 2:1 Cabana (25.), 3:1 McNeely (48.), 3:2 Pompei (51.), 3:3 Just (57.), 3:4 Czarnik (59.), 4:4 Weller (60./Überzahl, leeres Tor), 4:5 Czarnik (Penaltyschießen).
Schiedsrichter: Patrik Gogulla (Düsseldorf), Stefan Vogl (München).
Zuschauer: 2500.

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