Die Spitzenpartie des 27. Oberliga-Spieltages zwischen dem Bahlinger SC und dem SGV Freiberg hielt, was die Tabellenkonstellation Zweiter gegen Dritter versprochen hatte. Den knapp 1300 Zuschauern wurde von zwei offensiv ausgerichteten und spielstarken Mannschaften eine attraktive Begegnung auf Augenhöhe geboten, garniert mit Torchancen und drei spektakulären Toren. Die erzielten allerdings ausnahmlos die Gastgeber, wobei die Freiberger beim 1:0 Mithilfe leisteten.

In der ersten Halbzeit hatte der Bahlinger SC Vorteile und führte zur Pause verdient mit 1:0. In der zweiten Hälfte waren die Gäste am Drücker, drängten auf den Ausgleich und fingen sich in der Schlussviertelstunde zwei Gegentore zum 3:0-Endstand, der aber in seiner Deutlichkeit zu hoch ausgefallen ist.

Diesmal nur drei Siege

Damit endete die vom SGV Freiberg gestartete Serie schon nach drei Siegen wieder. In der Vorrunde war es dem Team von Trainer Ramon Gehrmann nach der Derby-Niederlage gegen den FSV 08 Bissingen gelungen, in 15 Partien ungeschlagen zu bleiben und zehn Dreier einzufahren. Für das Team des Bahlinger Trainerduos Dennis Bührer und Axel Siefert war es das neunte Spiel ohne Niederlage bei acht Siegen.

Einer guten und mutig gestalteten Anfangsphase der Freiberger folgte bis zur Halbzeit ein starker Auftritt der Gastgeber. Vor allem das Mittelfeldtrio Yannick Häringer, Hasan Pepic und Eric Sautner bestimmte mit Laufstärke, Ideen und spielerischer Qualität das Geschehen. „Das 1:0 war eine Verkettung unglücklicher Umstände“, kommentierte SGV-Coach Gehrmann den komisch zustande gekommenen Rückstand nach 18 Minuten. Pepic leitete ihn mit einem Eckball ein. Zuvor allerdings hätte es nach einem Zweikampf zwischen Freibergs Thomas Gentner und dem starken Serhat Ilhan Einwurf für den SGV geben müssen. Schiedsrichter-Assistent Arne Grigorowitsch unterlag einer krassen Fehleinschätzung. Aus dem Einwurf entstand die Ecke, die Pepic weit über die Freiberger Abwehr servierte. BSC-Kapitän Tobias Klein nahm den Ball volley und zog ihn hart aufs SGV-Tor. Dort wollte Maximilian Rohr klären, köpfte seinen Mitspieler Sven Schimmel an, und von dem prallte die Kugel ins Tor.

Die Freiberger hatten fortan erhebliche Defensivarbeit zu leisten. Bei den Versuchen, mit spielerischen Lösungen nach vorne zu kommen, wurden sie häufig durch das Pressing der Bahlinger gestört. Eine Chance ergab sich nach einem Freistoß von Thomas Gentner, aber Spetim Muzliukaj köpfte den Ball am Bahlinger Tor vorbei. Auf der Gegenseite flog der Ball mehrfach knapp am SGV-Gehäuse vorbei oder wurde von Schlussmann Thomas Bromma abgefangen.

Müller verhindert den Ausgleich

In der zweiten Halbzeit mussten die Gastgeber ihrem Tempo, ihrem Einsatz und ihrer Laufstärke Tribut zollen. Sie standen häufig weit hinten drin. Mit einer tollen Parade verhinderte BSC-Keeper Dennis Müller nach 57 Minuten zuerst den Ausgleich nach einem Schuss von Denis Latifovic und hatte dann Glück, dass Schimmel den abgewehrten Ball per Kopf am Pfosten vorbei ins Aus beförderte. Variabel, ballsicher und mit Tempo drängten die Gäste weiter auf den Ausgleich, sie konnten sich aber gegen die sperrige Abwehr mit den Hünen Fabian Nopper und Walter Adam nicht durchsetzen.

Der offensive Ansatz des SGV barg Risiken durch das Konterspiel der Bahlinger. Zweimal musste SGV-Schlussmann Bromma mit dem Fuß vor dem anstürmenden Sautner retten. Einmal prallte der Ball dem durchlaufenden Bahlinger vor die Füße, doch dessen Schuss aufs leere Tor landete am Außennetz.

Sautner war dann in der 76. Minute am 2:0 beteiligt. Seinen Eckball konnten die Freiberger nicht entscheidend klären und Adam auch nicht daran hindern, die Kugel erneut auf Sautner zu passen. Dessen Flanke köpfte Adam dann an die Querlatte, der Abpraller landete bei Häringer, der per Kopfball den Innenpfosten traf, ehe sich das Spielgerät doch entschied, ins Freiberger Netz zu fliegen. Dort landete der Ball vier Minuten später erneut. Santiago Fischer scheiterte mit einem Kopfball nach einer Flanke von Ilhan an einer Glanzparade von Bromma. Im zweiten Versuch war Fischer per Kopf erfolgreich.

Vor dem Heimspiel in der Oberliga am Samstag gegen den Abstiegskandidaten 1. FC Normannia Gmünd spielen die Freiberger am Mittwoch (19 Uhr) beim Landesligisten TSG Balingen II um den Einzug ins Halbfinale des WFV-Pokals.

Bahlinger schimpfen: Spiele auf Kunstrasen unwürdig


Die schwäbischen Kunstrasenplätze in der Oberliga nahmen die Autoren in der Stadionzeitung des Bahlinger SC aufs Korn. „Unverständlich, ja für die Oberliga unwürdig ist, dass Spiele vom Heimverein willkürlich auf Kunstrasen verlegt werden können, auch wenn das Hauptspielfeld in gutem Zustand ist. Es handelt sich hier um Oberliga und nicht um Kreisliga“, schrieb BSC-Vorstand Dieter Bührer. In Bezug auf die Auswärtspartie eine Woche zuvor in Backnang, die der BSC mit 3:2 gewonnen hat, meinte er: „Unsere Mannschaft ließ sich von diesem unsportlichen Vorgehen jedoch nicht berirren.“ In der Rubrik „Abpfiff“ im Stadionblatt zog Stefan Ummenhofer mächtig vom Leder: „Bei ihrem Gastspiel in Bissingen mussten die Villinger bei 19 Grad vorbei am gut bespielbaren Stadionrasen auf den ungleich kleineren Kunstrasen traben. Wettbewerbsverzerrung – oder gutes Recht des Heimvereins? Möglich macht das der Württembergische Fußballverband, der den Vereinen freie Hand lässt. Die Möglichkeit, selbst Mitte/Ende Mai bei 28 Grad entscheidende Auswärtsspiele auf einem Kunstrasenplatz austragen zu müssen, irritiert – und ist im Einflussbereich des Südbadischen Verbandes nicht möglich. Man würde sich ein Aufbegehren der Zuschauer wünschen, wenn sie sich für ihr Eintrittsgeld entlang eines unkomfortablen Nebenplatzes quetschen müssen.“ cp