Die Fußball-Bundesliga ist am Wochenende mit Geisterspielen in die Fortsetzung der durch die Corona-Pandemie unterbrochenen Saison gestartet. Auch die Basketball-Bundesliga möchte sich schnellstmöglich wieder der Normalität annähern und hat ein strenges Hygienekonzept für das im Juni geplante Turnier in München vorgelegt. So sieht es aus.

Die Vorbereitung sollen die zehn teilnehmenden Klubs drei Wochen am Heimatstandort absolvieren. Dabei werden die Beteiligten nicht komplett kaserniert, müssen aber strenge Hygieneauflagen einhalten. Nur wer Antikörper ausgebildet hat oder zweimal in Folge negativ getestet wurde, darf ins Training einsteigen. Zudem gibt es für Spieler und Betreuer zweimal pro Woche sowie bei Symptomen einen Abstrichtest auf den Covid-19-Erreger.
Die Importspieler sind zumeist in ihre Heimat zurückgekehrt. Wenn sie wieder zu ihren Vereinen stoßen, müssen sie grundsätzlich in eine 14-tägige häusliche Quarantäne. Dabei sind die Vorgaben der Gesundheitsämter zu beachten. Durch die Frequenz der Tests kann die Quarantänezeit verkürzt werden. Bei den MHP Riesen Ludwigsburg ist Cameron Jackson bereits am Samstag eingetroffen. Marcos Knight und Thomas Wimbush werden in den kommenden Tagen zurückerwartet. Von den anderen vier US-Amerikanern hat noch keiner endgültig abgesagt. Sie wollen allerdings die Entscheidung über die Genehmigung des Spielbetriebs abwarten. Entscheidend dafür werden diese hier vorgestellten Richtlinien sein, über die das Kabinett der bayerischen Landesregierung an diesem Dienstag beraten soll.
Das Hotel ist, anders als beim Fußballspielbetrieb, neben der Audi-Arena quasi der einzige Aufenthaltsort für die Spieler, wenn das Turnier dann läuft. Selbst Kontakte zum Personal sollen vermieden werden. Der Wellnessbereich ist tabu. Verlassen werden darf das Hotel in Grüppchen von maximal drei Personen – jedoch nur zum Spazierengehen oder Joggen. Andere geschlossene Räume – insbesondere einkaufen – sind verboten. Auch die Angehörigen dürfen nicht persönlich kontaktiert werden. Gegen möglichen Lagerkoller sind Gruppenausflüge geplant.
Die Aktiven und die Passiven sollen bei den Spielen in der Halle streng voneinander getrennt werden. Jedes der zehn Teams darf inklusive Profis maximal 22 Personen bestimmen, dazu gehören Trainer, Physiotherapeuten, Ärzte und Betreuer. Hinzu kommen höchstens 13 Schiedsrichter, drei Mitarbeiter der Liga und ein Fotograf. Ebenfalls in die Halle dürfen bis zu 61 passiv Beteiligte. Diese Zahl verteilt sich auf Zeitnehmer und Anschreiber, technisches Personal, Ordnungsdienste und Medienvertreter. Beim Zutritt in die Halle muss sich diese Gruppe die Hände desinfizieren und einen Mund-/Nasenschutz tragen, es wird Fieber gemessen.
Die Tests werden in der Gruppenisolation auf einen pro Woche reduziert. Dies wird als angemessen angesehen. Bei einem positiven Test wird die Person sofort isoliert, es ist keine automatische Quarantäne für das komplette Team vorgesehen.
Die Begleiterscheinungen werden auf null reduziert. Es gibt nicht nur keine Zuschauer, sondern auch keine Einlaufkinder, keine Maskottchen, keine Cheerleader, kein Händeschütteln. Auch Helfer, die den rutschigen Schweiß vom Boden, fehlen. Diese Aufgabe wird von Teammitgliedern oder Betreuern übernommen.
Der Ball muss jedes Mal, wenn er eine Zwei-Meter-Sicherheitszone rund um das Spielfeld verlässt, desinfiziert werden, bevor er wieder benutzt werden darf.
Die Medien dürfen zwar die Spieler interviewen, aber ohne direkten Kontakt über ein fest installiertes Mikrofon. Die Fragen werden über einen Lautsprecher oder einen Kopfhörer übertragen. Der TV-Kommentator darf als Einziger während seiner Reportage ohne Mund-Nasen-Schutz tätig sein.
Das Training absolvieren die spielfreien Teams in einer Sporthalle. Sie sollen sich dabei nicht begegnen. Geduscht werden soll, wie nach den Spielen, im Hotel.