Die wichtigste Nachricht des Abends: Die Handballerinnen der SG BBM Bietigheim stehen nach einem 24:22 gegen den Buxtehuder SV im Olymp Final Four des DHB-pokals. Der Weg dorthin war allerdings recht beschwerlich und wenig ansehnlich.

Nein, ein Leckerbissen war es nicht, was die SG BBM und Buxtehude vor nur 424 Zuschauern auf die Platte legten. Dies wurde schon in den ersten neun Minuten klar. Denn sechs der ersten zehn Treffer fielen von der Siebenmeterlinie. Und dies lag nicht nur daran, dass die beiden Unparteiischen im Vergleich zum EHF-Pokal am vergangenen Samstag sehr viel kleinlicher pfiffen. Es lag auch daran, dass die SG in der Offensive oft schlampig agierte. Zuspiele gingen einige Male komplett ins Leere oder landeten direkt beim Gegner.

Auf der Gegenseite tat sich Buxtehude oft schwer mit der dichten und hart zupackenden Bietigheimer Abwehr. Bei nahezu jeden Angriff ging der Arm der Schiedsrichter in die Höhe, um Zeitspiel anzuzeigen. Der Abschluss erfolgte dadurch oft hektisch oder ungenau. Aber die Unparteiischen pfiffen eben auch eine andere Linie, als es die SG noch aus dem internationalen Wettbewerb gewohnt war. So bekamen die Gäste oft noch die Chance von der Siebenmeterlinie – nicht selten zur Verwunderung und Verärgerung von SG-Trainer Martin Albertsen und den Zuschauern. Albertsen sah übrigens auch die erste Gelbe Karte des Spiels, weil er mit einer Entscheidung nicht zufrieden war.

Zu Beginn schien zunächst alles für den noch verlustpunktfreien Tabellenzweiten der Bundesliga zu laufen. Buxtehude ging zwar durch einen Siebenmeter der unglaublich sicheren Schützin Lisa Prior in Führung, doch dann stellten Fie Woller, Antje Lauenroth und ebenfalls per Siebenmeter Anna Loerper eine 3:1-Führung her. Es gab in der Folge durchaus Möglichkeiten, diese Führung auszubauen. Doch schon hier schlichen sich ungenaue Aktionen und auch ein wenig Hektik ein, sodass die Gäste, unter anderem durch zwei Siebenmeter, das Spiel wieder auf 3:5 drehen konnten.

Diesem Rückstand lief die SG BBM einige Zeit hinterher. Unter anderem weil Loerper einen Siebenmeter zum möglichen 7:7 gegen den Pfosten setzte. Dann waren die Gastgeberinnen aber plötzlich wieder da, übernahmen ihrerseits mit 9:7 die Führung, nur um sie wieder zu verspielen. Mit einem 11:12-Rückstand ging es in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel ging es fast noch schlimmer weiter. Das Spiel wogte hin und her. Mal war die SG dran und sogar in Führung (14:13, 15:14), dann schlichen sich wieder von der gut eingestellten Buxtehuder provozierte Fehler ein und man lief sogar wieder zwei Tore hinterher (16:18) – unter anderem weil Loerper diesmal den Siebenmeter zum möglichen 17:17 gegen die Latte setzte.

Dann aber ging irgendwie ein Ruck durch die Mannschaft, initiiert von Maura Visser, die in der Defensive ein paar Mal überdeutlich zeigte, wer Herr im Hause ist. Die Partie kippte wieder und nun ließen sich die routinierten Bietigheimerinnen die Butter auch nicht mehr vom Brot nehmen. Auch wenn im Angriff beileibe nicht alles funktionierte.