Frauenhandball SG BBM will in allen Wettbewerben angreifen

Das Bietigheimer Team posiert in der Olymp-Zentrale neben der Büste des großen Frauenhandball-Gönners Eberhard Bezner.
Das Bietigheimer Team posiert in der Olymp-Zentrale neben der Büste des großen Frauenhandball-Gönners Eberhard Bezner. © Foto: Jan Simecek
Bietigheim / Von Jan Simecek 05.09.2018

Klare Worte finden die Handballerinnen der SG BBM Bietigheim, was die bevorstehende Saison betrifft. „Wir sind alle hierhergekommen, um Titel zu holen“, sagt Spielführerin Kim Naidzinavicius. Wenn es nach Hauptsponsor Eberhard Bezner geht, dürfen es gar deren drei sein. Die sportliche Führung um Cheftrainer Martin Albertsen widerspricht da nicht.

„Endlich haben wir wieder einen kompletten Kader“, freut sich Geschäftsführer Thorsten Nick nach den Querelen um Nina und Susann Müller sowie das gehäufte Verletzungspech der Vorsaison auf die neue Runde. „Ich hatte Höhen und Tiefen in der Vorbereitung, aber ich spüre das Knie nicht mehr“, gibt auch Kapitänin Naidzinavicius, Dreh- und Angelpunkt im Bietigheimer Spiel, Entwarnung. Vier echte Neuzugänge ergänzen den Kader, der insgesamt acht Abgänge zu verkraften hatte. „Wir haben uns gezielt verstärkt und auf die Qualität geachtet“, berichtet der sportliche Leiter Gerit Winnen. „Ich sehe hier nur Top-Handballerinnen, insofern bin ich sehr zufrieden mit unserer Kaderplanung“, so Winnen weiter.

Während Naidzinavicius nur von Titeln allgemein spricht, werden Winnen und Trainer Albertsen schon konkreter. Bei der Vergabe des Meistertitels möchte man auf jeden Fall ein Wörtchen mitreden. Das Olymp-Final-Four, direkt vor der Haustür in Stuttgart, darf es auch gerne wieder sein. Albertsen möchte sich auch unbedingt am Wochenende in Lublin (Polen) für die Champions League qualifizieren. Und Hauptsponsor Bezner geht noch einen Schritt weiter. Er möchte nicht nur überall mitreden, er will Meisterschaft, Pokal und Supercup am besten nach Bietigheim holen.

Der Druck auf den Meister des Jahres 2017 ist nach einem Seuchenjahr also groß. Doch Naidzinavicius ist zuversichtlich: „Wir hatten ein tolles Trainingslager in der Schweiz, eine gute Vorbereitung, und die Stimmung in der Mannschaft ist durchweg positiv.“ Auch ihr Trainer ist zufrieden: „Wir hatten eine lange, gelungene Vorbereitung. Wenn alles klappt, können wir mit den Besten in Europa mitspielen.“ Sein Ziel war es, verschiedene Typen in den Kader zu integrieren. „Damit können wir noch besser auf verschiedene Spielsysteme reagieren“, so Albertsen. Hilfreich dabei sei, dass man endlich auch wieder zwei Linkshänderinnen für die Rechtsaußenposition im Kader habe. Nach dem Nasenbeinbruch von Angela Malestein hatte man im Vorjahr nämlich längere Zeit keine Linkshänderin mehr zur Verfügung.

Beinahe noch wichtiger ist aber, dass die Defensive einerseits durch die Rückkehr von Maura Visser nach Babypause und andererseits mit der Verpflichtung von Nationaltorhüterin Dinah Eckerle noch stabiler geworden sei. „Das war die vielleicht beste Vorbereitung, was Abwehr und Torhüter betrifft, die ich je hatte“, zeigt sich Albertsen begeistert. Insofern wären die Bietigheimerinnen für ihre zweite Meisterschaft nach 2017 bereit. Zumal Geschäftsführer Nick feststellt, dass der Verein inzwischen wesentlich professioneller aufgestellt sei als noch vor zwölf bis 15 Monaten. Zudem konnten nahezu alle Sponsoren gehalten, mit einigen sogar noch das Engagement erweitert werden. Darüber hinaus stünden auch einige neue Partner vor der Tür. Dazu wolle man aber erst etwas sagen, wenn alles in trockenen Tüchern sei.

Ein einziger negativer Punkt fiel Eberhard Bezner dann doch noch ein. „Wir sind nur einer von zwei Vereinen, der Männer und Frauen in der Ersten Bundesliga hat. Doch wir bringen nicht alle Mannschaften in Bietigheim unter“, verteilte er einen Seitenhieb an die Stadt. Viele Heimspiele trägt die SG BBM bereits „auswärts“ in Ludwigsburg aus. Zwölf der möglicherweise 20 Partien sollen in der MHP-Arena stattfinden. Wäre die Ludwigsburger Mehrzweckhalle nicht schon längerfristig gebucht, hätten es auch durchaus mehr Duelle sein können. „Bei rund 60 Millionen Euro Rücklagen sollte es doch möglich sein, hier in Bietigheim eine vernünftige Ballsporthalle zu bauen“, stellte Bezner fest.

SG BBM tritt im Pokal bei Zweitligist Mainz 05 an

Die Partien der zweiten Runde im DHB-Pokal sind am Dienstagmittag in der Dortmunder Geschäftsstelle der Handball-Bundsliga Frauen (HBF) gezogen worden. Ex-Nationalspielerin Stella Kramer war die Losfee und zauberte mit Thüringer HC gegen Blomberg-Lippe sowie Oldenburg gegen Bad Wildungen auch zwei Erstliga-Duelle aus der Kugel. Die SG BBM Bietigheim bekommt es auswärts mit dem 1. FSV Mainz 05 aus der Zweiten Bundesliga zu tun. Als Spieltermin für die zweite Runde ist der 6./7. Oktober vorgesehen. ae

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel