Frauenhandball SG BBM verliert in der Schlussphase

Torhüterin Valentyna Salamakha verletzte sich in der Schlussphase in Budapest bei einer Abwehraktion.
Torhüterin Valentyna Salamakha verletzte sich in der Schlussphase in Budapest bei einer Abwehraktion. © Foto: Marco Wolf
Budapest / bz 05.11.2018

Die Frauen der SG BBM Bietigheim haben am Sonntagnachmittag in der EHF Champions League nach einer hart umkämpften Partie bei FTC Rail-Cargo Hungaria mit 30:33 (13:17) verloren.

Im Hexenkessel von Erd bei Budapest gehörte den Gästen aus Bietigheim die Anfangsphase. Torhüterin Dinah Eckerle parierte den ersten Wurf der Ungarinnen, und ihr langer Ball erreichte Linksaußen Kim Braun, die sicher zur 1:0-Führung abschloss. Zwei verwandelte Siebenmeter von Kim Naidzinavicius und ein Treffer von Angela Malestein brachten das 4:2. Angetrieben durch ihre enthusiastischen Fans glichen die Gastgeberinnen nach sieben Minuten zum 5:5 aus. Es blieb eine weiterhin hart umkämpfte Partie. Nun fand FTC immer wieder Lücken im Defensivverbund der Bietigheimerinnen und blieb bis zum 8:8 dran.

Nach einem gehaltenen Siebenmeter von Valentyna Salamakha nahm FTC-Trainer Gabor Elek seine erste Auszeit. Sein Gegenüber Martin Albertsen forderte in seiner Teamansprache „Coolness“. Gesagt – getan, Kapitänin Kim Naidzinavicius übernahm Verantwortung und erzielte das 8:9. FTC kämpfte sich zurück und ging zum ersten Mal in Führung. 11:10 stand es nach 21 Minuten. Der Ausgleich folgte postwendend durch Karolina Kudlacz-Gloc. Bis zum Ende des ersten Durchganges hatten die Gastgeberinnen dann die glücklicheren Aktionen in der Offensive und gingen mit einem 17:13-Führung in die Pause.

Zu Beginn eines spannenden zweiten Abschnitts war es Laura van der Heijden gegen ihr Ex-Team vorbehalten, das 14:17 zu markieren. FTC wusste immer eine Antwort und konnte den Vier-Tore-Vorsprung lange Zeit halten. Der deutsche Vizemeister steckte nie auf und kämpfte sich bis zur 39. Minute auf zwei Tore heran – nur noch 21:23. Nach der ersten Hälfte des zweiten Durchganges hatte Bietigheim beim Spielstand von 25:24 durch einen Siebenmeter die Möglichkeit zum Ausgleich, doch FTC-Torhüterin Blanka Biro parierte. Besser machte es die SG BBM in der 48. Minute als Kudlacz-Gloc zum 26:26 ausglich und Malestein von Rechtsaußen kurz darauf zur Führung traf. Budapest glich aber sofort wieder aus.

Unschöne Aktion gegen Visser

Eine unschöne Szene dann zu Beginn der Schlussphase in der 54. Minute. Nach einer berechtigten Zeitstrafe gegen Maura Visser bekam diese von FTC-Betreuer Zsolt Hemela noch einen Schlag auf den Rücken. Trotz aller Euphorie und aufgeheizter Atmosphäre gehört so eine Aktion nicht zum Handball.

Die fünf Minuten danach blieben torlos, bis Anika Kovacsis, die mit insgesamt 15 Treffern einen Sahnetag erwischte, einen Tempogegenstoß erfolgreich abschloss. Dabei verletzte sich die in der zweiten Hälfte stark spielende Torhüterin Salamakha. Beim Rettungsversuch prallte sie mit dem Oberschenkel an den Pfosten und konnte nicht mehr weiterspielen. Mit 31:30 ging es in die letzten zwei Minuten, in denen die Ungarinnen die besseren Aktionen hatten und letztlich verdient mit 33:30 gewannen.

Trotz einer insgesamt starken Vorstellung schaffte es Bietigheim nicht, die Big Points in der engen Schlussphase zu machen. SG-Trainer Martin Albertsen war aber insgesamt gar nicht unzufrieden. „Wir haben uns gegen eine europäische Topmannschaft sehr gut geschlagen und wertvolle Erfahrungen gesammelt, die sich für uns noch auszahlen werden“, zog der Däne Bilanz.

Nach vier Begegnungen in der Königsklasse hat die SG BBM nun einen Sieg, ein Remis und zwei Niederlagen auf dem Konto. Somit kommt es am nächsten Sonntag in der Ludwigsburger MHP-Arena gegen die Vipers Kristiansand zum vorentscheidenden Spiel um das Weiterkommen. Anwurf ist um 17 Uhr.

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