Nürnberg / Jan Simecek

War es am Ende Torhüter Nikolas Katsigiannis oder eigenes Unvermögen, das die Handballer der SG BBM Bietigheim um den erhofften überraschenden Punktgewinn im Kampf um den Klassenerhalt beim HC Erlangen brachte? Fakt ist, die Mannschaft von Trainer Hannes Jon Jonsson unterlag beim Tabellenneunten in der Arena in Nürnberg knapp mit 25:27. Fakt ist auch, dass Katsigiannis mit 15 Paraden und über 38 Prozent gehaltenen Bällen überragend aufspielte. Dass die Spielgemeinschaft zehn Minuten vor dem Ende zum 23:23 ausglich und danach die Gastgeber aufgrund einiger Fehler auf drei Tore davonziehen lassen musste, ist aber auch trauriger Fakt.

Perfekter Start für die SG BBM

Der Start lief perfekt für Bietigheim. Kapitän Patrick Rentschler sorgte mit zwei Treffern zunächst für die 1:0- und 2:1-Führung. Dann musste früh Nikolai Link, Bruder des Bietigheimer Spielmachers Jonas Link, für zwei Minuten vom Feld und erneut Rentschler sowie Jonas Link sorgten dank einer Parade von Domenico Ebner für das 4:1. Danach musste sogar noch Erlangens Christopher Bissel für zwei Minuten pausieren. Doch wenig später folgte ihm auch Vetle Rönningen. Obwohl Ebner den von Rönningen verursachten Siebenmeter von Nico Büdel hielt, kam nun etwas Sand ins Bietigheimer Getriebe. Als die Gastgeber wieder komplett waren, kamen sie durch einen 3:0-Lauf zum Ausgleich.

Michael „Mimi“ Kraus sorgte zwar noch für das 5:4, doch in der 17. Minute lag dann erstmals der HCE vorne. Die Führung wechselte in der Folge hin und her, bis Jonathan Fischer gut eineinhalb Minuten vor der Pause das 12:10 für die SG BBM erzielte. Doch das Jonnson-Team brachten den Vorsprung nicht über die Zeit, weil nach dem 11:12 wieder einmal Katsigiannis zur Stelle war und weil zwei Sekunden vor der Sirene ein Wurf in der Erlanger Abwehr hängen blieb.

Nach der Pause hatte zunächst wieder Bietigheim den besseren Start. Wie zu Spielbeginn war es Rentschler, der den ersten Treffer erzielte. Doch nach einer erneuten Parade seines Torhüters übernahm der HCE in der 33. Minute wieder die Führung, baute diese nach einem Fehlwurf von Max Emanuel auf 15:13 aus und gab sie nicht mehr her. Die Gäste kamen zwar beim 16:16 und ab dem 19:19 sogar sieben Minuten in Folge immer wieder zum Ausgleich, für mehr stand aber immer wieder Katsigiannis im Weg. Und ab der 50. Minute auch ein wenig das eigene Unvermögen. Eine Zeitstrafe gegen Erlangens Jan Schäffer endete mit je einem Treffer auf beiden Seiten und der weiterhin bestehenden Führung des Gastgebers. Dann scheiterte Kraus, der insgesamt nur schwache drei von zehn Würfen – darunter ein Siebenmeter – im Netz unterbrachte, an Katsigiannis. Emanuel vergab eine weitere Chance auszugleichen durch einen Ballverlust.

Schwächephase kurz vor Schluss

Erlangen nutzte die Bietigheimer Schwächephase und zog gut fünf Minuten vor dem Ende auf 26:23 davon. Trotz einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Jan Asmuth kämpfte sich das Jonsson-Team noch einmal heran, hatte gut eine Minute vor dem Ende die Chance zum 26:27-Anschluss. Doch nun verlor „Mimi“ Kraus den Ball. Die Bietigheimer bekamen aber noch eine Chance, weil Andreas Schröder 35 Sekunden vor dem Ende nur die Latte traf. Doch im direkten Gegenzug war Katsigiannis gegen Jan Döll zur Stelle. 24 Sekunden vor der Sirene war die Partie nun endgültig gelaufen.