Handball SG BBM sieht sich gerüstet für die stärkste Liga der Welt

Andreas Eberle 31.08.2018

Der Stolz, der stärksten Handball-Liga der Welt anzugehören, ist  allen Beteiligten der SG BBM Bietigheim seit dem Bundesliga-Aufstieg anzumerken. Vor der Heimpremiere am Sonntag (16 Uhr/EgeTrans-Arena) gegen die MT Melsungen stellte sich der Aufsteiger am Donnerstag bei einem „exklusiven Pressegespräch“ den Medien. Geschäftsführer Bastian Spahlinger, der neue Trainer Ralf Bader sowie die Neuzugänge Jonas Link und Vetle Rönningen berichteten über die Fortschritte, die die Spielgemeinschaft auf allen Ebenen gemacht hat und noch immer macht.

Wirtschaftlich Bastian Spahlinger freut sich über den Zuspruch, den die SG BBM nach ihrem Aufstieg in die Erste Liga von den Sponsoren erhalten hat. Um 40 Prozent seien die Einnahmen aus diesem Bereich gestiegen. Dem Geschäftsführer zufolge decken die Erlöse durch Sponsoring zwei Drittel des Etats von etwa zwei Millionen Euro für das Bietigheimer Bundesliga-Männerteam ab. „Damit liegen wir mit am Ende des Tableaus“, weiß Spahlinger und betont: „Wir sind sehr effektiv mit dem Geld umgegangen.“ Durch die Übertragungen des Pay-TV-Senders Sky erhält die SG BBM außerdem noch Fernsehgelder im unteren sechsstelligen Bereich. Spahlinger peilt einen Zielkorridor von 2500 bis 3000 Zuschauer pro Heimspiel an. In der ersten und bisher einzigen Bietigheimer Erstliga-Saison 2014/2015 lag der Schnitt bei exakt 3002 Besuchern. 14 Heimpartien sollen in der EgeTrans-Arena, die drei anderen in der Ludwigsburger MHP-Arena ausgetragen werden.

Organisatorisch Gegenüber der ersten Bundesliga-Saison sieht sich der Verein nun deutlich besser aufgestellt – nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch. Gerade die Geschäftsstelle ist personell mittlerweile wesentlich schlagkräftiger als noch beim ersten Anlauf in der deutschen Eliteklasse, wie Spahlinger hervorhebt. „Wir haben jetzt wesentlich mehr qualifizierte Kräfte bei uns im Team“, sagt der Geschäftsführer.

Von den Rahmenbedingungen ist auch der neue Coach Ralf Bader angetan. „Ich habe in meiner Spielerkarriere noch keinen so professionellen Verein erlebt“, sagt der 37-Jährige, der mit dem VfL Pfullingen und dem TV Neuhausen/Erms fünf Runden in der Bundesliga gespielt hat. Und Neuzugang Link assistiert: „Was das Umfeld sowie die sportliche und sportmedizinische Seite anbelangt, findet man als Spieler hier alles, was man braucht – und ein bisschen mehr –, um sich weiterzuentwickeln und seine Topleistung abzurufen.“

Sportlich Der Bietigheimer Kader ist diesmal ebenfalls breiter aufgestellt als in der Abstiegssaison 2014/2015 – mit 21 Handballern, darunter sieben Neuzugängen. Dank des vorzeitig feststehenden Aufstiegs habe die SG BBM in einem frühen Stadium in die Kaderplanung einsteigen und so Wunschspieler wie Rönningen und Link verpflichten können, erläutert Spahlinger. Der neue Spielmacher Link (26) sieht die Integration bereits weit fortgeschritten und fühlt sich wohl im Team. „Die Mannschaft hat es mir sehr leicht gemacht. Das ist eine familiäre Truppe mit vielen Jungs aus der Region und in meinem Alter oder jünger“, stellt der vom HC Erlangen gekommene Rechtshänder fest. Auch sein Chef ist mit dem vorhandenen Personal und Potenzial zufrieden. „Wir haben eine entwicklungsfähige Mannschaft – und das trifft auch auf mich zu. Auch ich will mich weiterentwickeln“, sagt Bader.

Max Emanuel kehrt bald zurück, Felix König muss unters Messer

Unterschiedlich entwickeln sich die Heilungsprozesse bei den drei Sorgenkindern der SG BBM Bietigheim. Bei Linkshänder Max Emanuel bahnt sich ein Come­back an. Coach Ralf Bader erwartet den 24-jährigen Rückraumspieler bereits nach dem Duell am Dienstag beim SC DHfK Leipzig im Training zurück. Emanuel hatte wegen Rückenproblemen die Vorbereitung verpasst. „Nach so einer langen Pause wird es fünf, sechs Wochen dauern, bis er wieder auf Topniveau ist“, sagt Bader. Dagegen ist bei Felix König kein Ende der Leidenszeit in Sicht. Der 27-jährige Spielmacher muss sich einer Knieoperation unterziehen, wie am Donnerstag am Rande des Pressegesprächs bekannt wurde. Mindestens drei weitere Monate werde er ausfallen, so Bader – „nach hinten offen“. König steht seit der Endphase der vergangenen Zweitliga-Saison wegen seiner Kniebeschwerden nicht zur Verfügung. 2014 hatte sich der Rückraumspieler einen Ermüdungsbruch im Schienbein zugezogen und musste operiert werden. Seit einer OP hat er laut SG-Geschäftsführer Bastian Spahlinger einen 40 Zentimeter langen Nagel im Knochen. Ohnehin erst zur Rückrunde wieder dabei ist Maximilian Trost (23). Der Neuzugang befindet sich nach seinem Kreuzbandriss in der Reha. ae

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