Frauenhandball SG BBM gewinnt Spitzenspiel nach unglaublichem Comeback

Torhüterin Dinah Eckerle war einer der Garanten für das großartige Comeback der SG BBM Bietigheim beim 27:24-Erfolg im Spitzenspiel gegen den Thüringer HC.
Torhüterin Dinah Eckerle war einer der Garanten für das großartige Comeback der SG BBM Bietigheim beim 27:24-Erfolg im Spitzenspiel gegen den Thüringer HC. © Foto: Marco Wolf
Jan Simecek 24.01.2019

Handballherz, was willst du mehr? Spannender als das Spitzenspiel der Handball-Bundesliga der Frauen (HBF) zwischen der SG BBM Bietigheim und dem Thüringer HC konnte die Partie kaum verlaufen. In der ersten Hälfte war Bietigheim so gut wie tot, in der zweiten Hälfte holte sich das Team von Trainer Martin Albertsen nicht nur mit 27:24 den Sieg, sondern auch noch die alleinige Tabellenführung.

Es war nicht nur das Gigantentreffen der HBF schlechthin, es war auch ein Fernduell der beiden Torhüterinnen mit einer Vergangenheit beim jeweils anderen Verein. Die erste Hälfte entschied Ann-Kathrin Giegerich zwischen den Pfosten des Thüringer HC klar für sich, weil es ihr die Offensivkräfte der SG BBM allzu oft, teilweise übernervös, sehr leicht machten. Viele Würfe kamen zu zentral aufs Tor oder gleich genau auf den Körper der Torfrau. So blieben die Gastgeberinnen nach dem schnellen 1:0 durch Karolina Kudlacz-Gloc exakt 14 Minuten ohne Torerfolg, ehe Angela Malestein auf 2:6 verkürzte.

Dinah Eckerle, die zunächst bei der GSV Hemmingen und den TSF Ditzingen handballerisch groß geworden, aber dann schon im Jugendalter nach Thüringen ins Internat gewechselt war, tat aber ihr Möglichstes, um die SG BBM im Spiel zu halten. Und tatsächlich gelang ihr das auch mit zunehmender Spieldauer immer besser. Nach 20 Minuten lag Bietigheim noch aussichtslos mit 3:11 zurück. Auch weil drei Siebenmeter von Anna Loerper, Malestein und Maura Visser bei Giegerich, an und über der Latte landeten. Doch dank Eckerles Paraden knabberten die Gastgeberinnen Tor um Tor vom Rückstand ab. Und als Antje Lauenroth drei Sekunden vor der Pausensirene zum 10:13 traf, war das Albertsen-Team beinahe schon wieder am Leben.

Die zweite Hälfte brauchte gut zwei Minuten, bis sie in Schwung kam. Dann verkürzte die ansonsten glücklose Rechtsaußen Malestein auf 11:13 und die extra für diesen Siebenmeter eingewechselte Valentyna Salamakha parierte gegen die bis dahin sehr sichere Josefine Huber. Als dann Kapitänin Kudlacz-Gloc, bei der es in der zweiten Halbzeit so gut lief, dass sie wohl auch rückwärts blind werfen hätte können, zum 13:14 traf, brachte die SG BBM endgültig ins Spiel zurück. Beim 16:15 durch Lauenroth führten die Gastgeberinnen erstmals seit dem 1:0 wieder. Selbst durch eine kurzzeitige doppelte Unterzahl und eine daraus resultierende nochmalige Gästeführung ließ sich das Albertsen-Team nun nicht mehr aus dem Konzept bringen. Die Abwehr packte knallhart zu und dahinter wuchs Eckerle über sich hinaus. Am Ende führte die SG BBM sogar kurz mit vier Toren, ehe Emily Bölk den Schlusspunkt setzte. Da waren die Bietigheimerinnen aber schon halb beim Jubeln. Und mittendrin eine überglückliche Torhüterin. „Natürlich war das ein besonderes Spiel für mich, wenn man so lange in Thüringen war. Ich kenne auch viele dort noch gut. Aber heute hat nur der Sieg für mich gezählt und ich wollte natürlich meinen Teil dazu beisteuern“, so Eckerle.

SG BBM im Pokal-Halbfinale gegen Halle-Neustadt

Im Anschluss an das Bundesliga-Spitzenspiel zwischen der SG BBM Bietigheim und dem Thüringer HC zog Timo Hildebrand, Torhüterlegende des VfB Stuttgart, die Halbfinalbegegnungen des DHB-Pokals Er hatte ein glückliches Händchen und bescherte der SG BBM das Bundesliga-Schlusslicht SV Union Halle-Neustadt als Gegner. Im zweiten Halbfinale stehen sich Thüringen und TuS Metzingen gegenüber. Das Olymp-Final-Four mit Halbfinale und Finale wird am 25. und 26. Mai in der Stuttgarter Porsche Arena ausgetragen.  sim

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