Eishockey SC Riessersee ist für Gaudet der Favorit

Bietigheim-Bissingen / Andreas Eberle 13.04.2018

Zum sechsten Mal in Folge stehen die Bietigheim Steelers im Playoff-Finale und greifen nach dem Titel in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Nach den Meisterschaften 2013 und 2015 soll der dritte Titel unter Trainer Kevin Gaudet her, quasi als Abschiedsgeschenk für den scheidenden Trainer. Zum Auftakt der Best-of-Seven-Serie tritt der amtierende DEL-2-Vizemeister an diesem Freitag (20 Uhr) beim SC Riessersee in Garmisch-Partenkirchen an. Es ist das Duell zwischen den zwei erstplatzierten Klubs nach der Hauptrunde. „Seit meiner Amtszeit ist die Liga noch nie so stark gewesen wie in dieser Saison“, sagt Gaudet. Entsprechend schwierig sei, sich den Titel unter den Nagel zu reißen.

Hoffnung bei den Sorgenkindern

Die Favoritenrolle schustert Trainerfuchs Gaudet dem Gegner aus Oberbayern zu. Seine beiden Hauptargumente: Erstens sehe das auch das Fachmagazin „Eishockey News“ so. Und zweiten verweist der Coach auf die lange Bietigheimer Ausfallliste. In Spiel eins fehlt den Steelers mit Kodi Schwarz, Rob Brown, Max Prommersberger, Alexander Preibisch, Norman Hauner und Youngster Leon Müller ein halbes Dutzend Akteure verletzungs- oder krankheitsbedingt – je drei Verteidiger und drei Stürmer. Doch Gaudet hat bei allen seinen Sorgenkindern die Hoffnung auf eine Rückkehr im Serienverlauf noch nicht aufgegeben. „Alle sechs wollen unbedingt spielen und tun alles dafür, um der Mannschaft zu helfen“, sagt der Trainer, der den Tatendrang durchaus nachvollziehen kann: „Man kommt ja nicht oft ins Finale, für manche ist es vielleicht das letzte Mal.“

Gaudet weiß, dass es nun beim Showdown auf die Kleinigkeiten ankommt und nennt in diesem Atemzug dumme Strafen, Leichtsinnsfehler, Sicherheit in der Defensive und eine stabile Torhüterleistung. Wen er ins Gehäuse stellen wird – Sinisa Martinovic oder Ilya Sharipov –, will der 54-jährige Kanadier aber noch nicht preisgeben: „Das wissen wir noch nicht.“ Doch eigentlich spricht viel dafür, dass Routinier Martinovic weiter zwischen den Stangen steht. Der 37-Jährige hat in den drei Halbfinalduellen gegen Frankfurt sowie in dem einen Drittel in Spiel drei einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Seine Quote von mehr als 95 Prozent abgewehrter Schüsse ist erstklassig. Damit distanziert „Silo“ auch seinen Garmisch-Partenkirchener Torhüter-Kollegen Matthias Nemec, der auf ebenfalls starke 91,4 Prozent kommt.