Zevenhuizen Roller holt WM-Gold mit dem deutschen Vierer

Bei der Siegerehrung hatte die deutsche Mannschaft allen Grund zur Freude (vorne von links): Cedric Kulbach, Johannes Ursprung, der Markgröninger Florian Roller und Patrik Stöcker.
Bei der Siegerehrung hatte die deutsche Mannschaft allen Grund zur Freude (vorne von links): Cedric Kulbach, Johannes Ursprung, der Markgröninger Florian Roller und Patrik Stöcker. © Foto: Peter Roller
Zevenhuizen / ANDREAS EBERLE 06.09.2016
Florian Roller aus Markgröningen hat bei der Ruder-WM in den Niederlanden mit dem deutschen Männer-Doppelvierer Leichtgewicht Rang eins belegt.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Rudersports trug die FISA die Weltmeisterschaften U 19, U 23 und die WM der nicht olympischen Boote in einer gemeinsamen Veranstaltung aus. In Zevenhuizen, nahe Rotterdam, trafen sich Ruderer aus 70 Nationen, mit 1890 Athleten und 328 Booten auf der „Willem Alexander Roeibaan“. Aus der Region trat der Markgröninger Ruderer Florian Roller von der Stuttgarter Rudergesellschaft mit dem deutschen Männer-Doppelvierer Leichtgewicht (70 Kilogramm) an – und dies sehr erfolgreich. Nach dem WM-Gold im deutschen Männerachter Leichtgewicht aus dem Vorjahr gewann Roller bereits seinen zweiten Weltmeisterschafts-Titel.

Neben dem Markgröninger Ruderer bildeten Cedric Kuhlbach (Karlsruhe), Johannes Ursprung (Frankfurt) und Patrik Stöcker (Limburg) das deutsche Team. In Trainingslagern in Frankfurt, Hannover, Mölln und Ratzeburg hatte sich die Mannschaft den Feinschliff für die WM geholt.

Für den Wettbewerb Männerdoppelvierer Leichtgewicht hatten zwölf Nationen ihre Meldung abgegeben, darunter der Weltmeister 2015 aus Frankreich, die Sieger des Weltcups III aus Poznan 2016 und der Weltrekordhalter und mehrfache Weltmeister aus Griechenland. Kurz vor Beginn der Veranstaltung hatten die Schweden ihr Boot zurückgezogen, so dass zum Vorlauf nur elf Nationen angetreten waren. Bei elf Booten wurden zwei Rennen ausgefahren. Das erste Boote eines jeden Laufs zog direkt in das A-Finale ein. Alle anderen Boote mussten sich über die Hoffnungsläufe für die Finals A/B qualifizieren. Gleich im Vorlauf musste der deutsche Männerdoppelvierer LG mit Florian Roller gegen den amtierenden Weltmeister aus Frankreich antreten. Außerdem waren die Ruderer aus den Niederlanden, den USA und der Ukraine noch in diesen Vorlauf gesetzt worden.

Im Vorlauf konnte sich das deutsche Boot noch nicht durchsetzen und belegte den dritten Platz hinter der Ukraine und dem Titelverteidiger Frankreich. Starker Wind und hohe Wellen verhinderten, dass die Deutschen ihren Rhythmus fanden. Das bedeutete, dass sich die Deutschen über den Hoffnungslauf für das Finale qualifizieren mussten. Dort fuhren sie dann einen Start-Ziel-Sieg vor den Ruderern aus Dänemark und Kanada nach Hause. Damit waren die Deutschen für das A-Finale qualifiziert.

Im Rennen um Gold, Silber und Bronze konnte sich das Boot mit Florian Roller gleich am Start vom Feld leicht lösen. Bereits nach 250 Metern der 2000-Meter-Strecke setzte sich das deutsche Team mit einer Buglänge von den anderen Ruderern ab. Bei der 500-Meter-Marke betrug der Abstand dann mehr als drei Sekunden, was etwa zwei Bootslängen entspricht. Diesen Vorsprung konnten die Deutschen bis kurz vor dem Ziel halten. Im Endspurt gelang es Frankreich zwar noch, den Rückstand auf 1,6 Sekunden zu verkürzen, doch der Sieg ging letztlich trotzdem an Schwarz-Rot-Gold. Zweite wurden die Ruderer aus Frankreich, auf dem dritten Platz landete das Boot aus Griechenland.

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