Basketball Riesen werfen wieder den greifbaren Sieg weg

Zum Haare raufen: Malcolm Hill unterlief in den Schlusssekunden der Partie in Ventspils der entscheidende Fehler.
Zum Haare raufen: Malcolm Hill unterlief in den Schlusssekunden der Partie in Ventspils der entscheidende Fehler. © Foto: Imago/Julia Rahn
Ventspils / sim 07.11.2018

Auch nach dem Champions-League-Spiel bei BK Ventspils hat die Niederlagenserie der MHP Riesen Ludwigsburg Bestand. Die Basketballer um Trainer John Patrick kassierten beim 92:93 nach Verlängerung die zehnte Pleite in Folge und warfen den bereits greifbaren Sieg wieder einmal in den letzten Sekunden weg.

Ludwigsburg kam zunächst besser ins Spiel. Adam Waleskowski schoss eine 5:2-Führung nach zwei Minuten heraus. Doch der Vorsprung hielt nicht lange. Die Gastgeber hatten einen 7:0-Lauf. Mit der schwachen Wurfquote aus dem letzten Champions-
League-Auswärtsspiel in Le Mans im Hinterkopf kam eine böse Vorahnung auf. Doch die Barockstädter berappelten sich, übernahmen beim 13:11 ihrerseits wieder die Führung und bauten diese bis zur ersten Pause auf 23:17 aus.

In den zweiten zehn Minuten machte das Team von Trainer John Patrick genau da weiter. Näher als auf drei Punkte kamen die Letten nicht heran. Zur Halbzeitpause zogen die Riesen noch einmal an und bauten den Vorsprung auf schließlich  49:40 aus - auch weil Ventspils drei Dreier in Folge verwarf.

Jemand musste dann aber etwas ganz schlechtes in den Pausentee gemischt haben. Fast exakt die Hälfte des dritten Durchgangs trafen die Ludwigsburger kein Scheunentor. Die Gastgeber knabberten Punkt um Punkt vom Rückstand ab und waren schließlich trotz erneut drei verworfener Dreierversuche auf 48:49 ran, als Owen Klassen per Korbleger die ersten Punkte der Riesen in der zweiten Hälfte markierte.

Die Barockstädter spielten nun in einem von ihrer Seite aus punktarmen Viertel kurze Zeit mit, hielten drei Minuten vor der dritten Sirene eine 54:51-Führung. Eine Minute später führten die Gastgeber aber bereits 56:55, und weil den MHP Riesen nur noch weitere vier Punkte gelangen, bei Ventspils nun aber auch die Distanzwürfe fielen, wurde aus der anfänglichen Neun-Punkte-Führung ein Sechs-Punkte-Rückstand. Die Gastgeber führten vor dem letzten Abschnitt 65:59.

Im Schlussviertel wachten die Riesen dann wieder auf. Die Letten hielten den Vorsprung zunächst zweieinhalb Minuten konstant, dann kam Ludwigsburg mit einem kleinen 5:0-Lauf auf 69:71 heran. Die Partie war nun wieder offen und drei Minuten vor dem Ende brachte Lamont Jones sein Team zum ersten Mal seit der 23. Minute wieder in Führung – 77:76. BK bekam nun die Probleme, die man in den letzten Wochen von Patricks Team kennt. Würfe fielen nicht und einfache Bälle wurden abgegeben. Ludwigsburg nutzte dies, um 32 Sekunden vor dem Ende scheinbar komfortabel mit 84:79 in Führung zu gehen. Nach zwei Freiwürfen stand es 21 Sekunden vor dem Ende 81:84. Patrick nahm eine Auszeit. Sein Team musste nur noch 21 Sekunden herunterspielen. Doch 14 Sekunden vor der Sirene unterlief Malcolm Hill ein Schrittfehler. Ventspils konterte und versenkte einen Dreier.

Diesen Schock verdauten die Riesen nicht so schnell. In der Verlängerung gerieten sie mit 84:90 und 88:93 in Rückstand. Jordon Crawford verkürzte 27 Sekunden vor Schluss zwar auf 92:93, doch selbst ein verschenkter Ball der Gastgeber half nichts mehr. In der Schlusssekunde verwarf Jones.

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