Herber Rückschlag für die MHP Riesen Ludwigsburg im Kampf um den Einzug in die Playoffs der Basketball-Bundesliga! Bei der BG Göttingen verlor das Team des ehemaligen Göttinger Trainers John Patrick das letzte Auswärtsspiel der Saison vor 3168 Zuschauern mit 80:86 (32:50) und hat nun wohl nur noch theoretische Chancen auf den Einzug in die Runde der letzten acht Teams.

„Göttingen hat uns in der ersten Halbzeit dominiert“, meinte Patrick hinterher enttäuscht. „In der zweiten Halbzeit haben wir dann viel besser gespielt, aber wir haben Göttingen zu viele Offensiv-Rebounds gegeben. Und wir hatten Probleme, Michael Stockton zu kontrollieren. Wir haben alles gegeben, aber wir waren auch nicht diszipliniert genug.“

Unter den Augen von Bundesinnenministerin Katarina Barley und ihrem holländischen Lebensgefährten Marco van den Berg (Ex-Coach in Bayreuth, Trainerfreund von Göttingen-Trainer Johan Roijakkers) erzielte der Ex-Ludwigsburger Michael Stockton die ersten Punkte für die BG. Ludwigsburgs Ex-Göttinger Adam Waleskowski konterte per Dreier – bis zur Pause die erste von nur zwei Führungen für die Gäste. Die Riesen zeigten schon in der Anfangsphase Nerven, versemmelten vier Angriffe. Die Göttinger agierten ohne Druck, nachdem sie den Klassenerhalt seit einer Woche in der Tasche hatten. So zogen die Niedersachsen mit viel Selbstbewusstsein langsam, aber stetig weg, führten 18:12. Stocktons Dreier brachte wenig später das 25:17.

Im zweiten Durchgang blieb das Nervenkostüm der Schwaben weiter stark angespannt. Vor allem bei Top-Star Marcos Knight. Nach zwei Fouls im ersten Durchgang kassierte er nach 13 Minuten das dritte, meckerte – und hatte sofort das vierte auf dem Konto. Bitter für die Riesen, Patrick beorderte ihn auf die Bank. Den Unterschied zur Pause machten auch die Rebounds: Die BG holte 28, die Riesen nur 14. 67 Prozent Wurfquote aus dem Feld standen nur 37 auf Gäste-Seite gegenüber.

Nur zwei Minuten nach dem Wechsel brannten dann Waleskowski die Sicherungen durch: Unsportliches Foul gegen „Wales“, dann meckerte auch er noch und erhielt das Technische Foul obendrauf – Ausschluss! Lamont Jones schnauzte Waleskowski sogar noch an, weil dieser nicht seinen Mund halten konnte.

Doch irgendwie schien diese Strafe auch eine positive Wirkung auf die MHP Riesen zu haben. Patrick brachte Marcos Knight wieder aufs Parkett und der Topscorer zeigte noch einmal seine Fähigkeiten. Aus einem 46:60-Rückstand machten die Schwaben in den letzten fünf Minuten des dritten Viertels ein 58:64. Also alles noch drin für die Gäste.

Im Schlussdurchgang mobilisierten sie zudem ihre letzten Kräfte. Konstantin Klein leistete sich zwar ein weiteres Unsportliches Foul auf Ludwigsburger Seite, doch nun war das Patrick-Team wieder heiß auf den Ausgleich. Die Fans kamen richtig in Stimmung. Die Partie wurde zu einem offenen Schlagabtausch – und zu einem Dreier-Festival: Willis und Lockhart trafen für das Rebound-starke Göttingen (46 gegenüber 37 am Ende), Jones und McCray für die Schwaben. Ludwigsburg rannte verzweifelt an, doch die BG hielt eisern dagegen, schenkte das harte Match nicht ab. Als Knight 8,1 Sekunden vor Schluss sein fünftes Foul kassierte, war das Spiel entschieden. „Wir haben die Basis zum Sieg in der ersten Halbzeit gelegt“, meinte BG-Trainer Roijakkers. „Zum Schluss des Spiels hatten wir die Big Plays.“

Für Göttingen war es der erste Heimsieg seit dem 26. Januar gegen Berlin (91:85). Für die Riesen ist durch die Niederlage das Heimspiel gegen Berlin am Sonntag bedeutungslos geworden. Da Würzburg mit 80:75 gegen Bonn gewonnen hat, sind beide wegen des besseren direkten Vergleichs nicht mehr einholbar. Ausgerechnet an seiner alten Wirkungsstätte ist die Endrunde für Coach Patrick nun geplatzt.