Fußball Remiskönig bestätigt seinen Ruf

Philipp Hercher (links), hier im Kopfballduell mit Stephan Fürstner, schoss die SG Sonnenhof Großaspach gegen Eintracht Braunschweig in Führung.
Philipp Hercher (links), hier im Kopfballduell mit Stephan Fürstner, schoss die SG Sonnenhof Großaspach gegen Eintracht Braunschweig in Führung. © Foto: Avanti/Ralf Poller
Aspach / sim 05.11.2018

Die Unentschieden-Könige der Dritten Liga sind wieder einmal ihrem Ruf gerecht geworden.  Im Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig kamen die Kicker der SG Sonnenhof Großaspach nicht über ein 1:1 hinaus – das zehnte Remis im 14. Saisonspiel. Florian Schnorrenberg war dennoch nicht unglücklich. „Wenn man den Spielverlauf betrachtet, bin ich durchaus zufrieden mit dem Punkt“, sagte der SG-Coach.

Braunschweig wollte unter dem neuen Trainer André Schubert vor 2400 Zuschauern, davon rund ein Viertel in den gelb-blauen Vereinsfarben der Eintracht, zeigen, dass er nicht auf den letzten Tabellenplatz der Dritten Liga gehört. Tief in der eigenen Hälfte wurde die SG bereits angelaufen. Konstruktives Spiel war so, auch weil die Pässe meist ungenau kamen, kaum möglich.

Dennoch gehörte die erste halbwegs gefährliche Situation den Gastgebern, als in der neunten Minute mal ein Pass von Patrick Choroba auf dem rechten Flügel genau im Lauf von Philipp Hercher landete. Hercher versuchte es mit einer Flanke, wurde geblockt, versuchte noch einmal zu flanken und probierte als dritte Option einen Schuss mit links aufs lange Eck. Doch der war zu ungenau.

Die nächsten 20 Minuten gehörten dann nur noch den Gästen. Auch weil Torhüter Kevin Broll der eine oder andere Ball von hinten heraus mächtig misslang. In der zwölften Minute hatte er dabei richtig Glück, als Onur Bulut nicht lange fackelte und aus 18 Metern nur den rechten Pfosten traf. In der 26. Minute rettete er aber glänzend mit einer Fußabwehr gegen Hofmann, als ein Einwurf an der Mittellinie gehörig nach hinten losging und plötzlich der Torjäger frei vor ihm stand.

Mit etwas Glück hätte der Dorfklub aber auch mit einer Führung in die Pause gehen können. Denn in der 31. Minute war plötzlich Makana Baku auf links durch und allein in Richtung Eintracht-Tor unterwegs. Doch mit einem Schuss aus 18 Metern scheiterte er am herausstürzenden Lukas Kruse.

Nach dem Seitenwechsel sah es zunächst so aus, als ob das Spiel so weiter laufen sollte wie in der ersten Hälfte. Hofmann bereitete in der 50. Minute die bis dato dickste Chance der Partie vor. Robust setzte er sich vor dem Aspacher Strafraum durch, fand dann von der Grundlinie aus Bulut, der aus fünf Metern unbedrängt an Broll scheiterte. Spätestens hier wurde der SG-Schlussmann vom potenziellen Gefahrenherd zum ruhenden Fels hinter der Abwehr.

Und dann stand es auch noch plötzlich 1:0 für die Gastgeber. Eigentlich ein bisschen aus heiterem Himmel heraus. „Ich habe vor mir die Lücke in der Abwehr gesehen und Sebastian Bösel zugerufen, dass er mir dorthin spielen soll. Der Pass kam dann perfekt in meinen Lauf“, beschrieb Hercher die Szene, die zur SG-Führung führte. Der bislang beste Torjäger des Dorfklubs brach halbrechts durch und traf präzise ins lange Eck.

Braunschweig reagierte umgehend mit zwei offensiven Wechseln, doch die Partie war nun deutlich offener. Hercher hatte in der 70. Minute nach einer eher etwas zufälligen Ballstaffette durch den Braunschweiger Strafraum sogar beinahe das 2:0 auf dem Fuß, doch Kruse war einen Hauch schneller am Ball. Braunschweig versuchte es immer wieder mit hohen Bällen auf den 1,94-Meter-Mann Hofmann – und war damit in der 77. Minute auch erfolgreich. Allerdings hätte die SG schon die Flanke des eingewechselten Ahmet Canbaz verhindern müssen, der mehr als eine halbe Minute völlig blank auf dem linken Flügel stand und mit den Armen wedelnd den Ball forderte. Sein Zuspiel nahm Hofmann mit dem Rücken zum Tor an, täuschte Julian Leist und versenkte die Kugel aus der Drehung nach außen neben dem linken Pfosten.

So richtig wollte dann keiner mehr den einen Punkt riskieren. Großaspach spielte mit frischen Kräften zwar deutlich besser mit als noch in der ersten Hälfte, doch meist blieben die Offensivbemühungen Stückwerk, weil die Zuspiele nicht präzise genug waren, oder vor dem Strafraum die falschen Entscheidungen getroffen wurden. So blieb es beim über die gesamte Spielzeit gesehen für die SG eher glücklichen Unentschieden. Der Sprung deutlicher vom Tabellenende weg wurde damit erneut nicht geschafft.

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