Leichtathletik Rekordversuche bringen überregionale Bekanntheit

Zwei Hürdenläuferinnen der LG Freiberg nehmen im Wasenstadion in Freiberg die Hindernisse.
Zwei Hürdenläuferinnen der LG Freiberg nehmen im Wasenstadion in Freiberg die Hindernisse. © Foto: Richard Dannenmann
Freiberg / Simon David 05.05.2018

Die Leichtathletiksaison ist in vollem Gange. Der Wettkampfkalender ist dicht gedrängt. In den verschiedenen Disziplinen und Altersklassen stehen in den nächsten Wochen Meisterschaften an. Auf einen Termin freut man sich bei der Leichtathletikgemeinschaft (LG) Freiberg aber besonders: In der kommenden Woche trifft eine Delegation aus Soisy in Freiberg ein. Höhepunkt des Besuchs wird ein Wettkampf der Leichtathleten aus den beiden Städten am Samstag im Wasenstadion sein. „Der freundschaftliche Kontakt besteht seit den 80er-Jahren. 2017 waren einige Freiberger in Soisy, nun folgt der Gegenbesuch“, so Thomas Lindenmayer, der Abteilungsleiter der LG Freiberg. „Außer dem Wettkampf unternehmen wir gemeinsame Ausflüge und machen einen gemeinsamen Grillabend“, sagt er.

Neben diesem besonderen Heimwettkampf hofft man bei der LG in den kommenden Wochen auf Erfolge bei mehreren Meisterschaften in der Region. Die Chancen stehen gut, immerhin leisten die Freiberger seit mehr als drei Jahrzehnten intensive Nachwuchsarbeit. Seit 1982 besteht die LG Freiberg, die ihre Wurzeln in der Leichtathletikabteilung des TuS Freiberg hat. Auch heute noch stellt der Freiberger Verein die mit Abstand meisten Mitglieder der Leichtathletikgemeinschaft. Früher gehörten auch Sportler des TV Ingersheim und des SGV Freiberg dazu, allerdings haben sich diese Vereine schon vor längerer Zeit aus der LG verabschiedet. Heute gehören ihr noch die Athleten des GSV Pleidelsheim und des TSV 1899 Benningen an.

Knapp 300 Kreismeistertitel und 40 Württembergische Meisterschaften sicherte sich die LG in ihrer Geschichte. Mit Thomas Landsperger wurde 1989 ein LG-Athlet sogar Deutscher Schüler-Mehrkampfmeister. Derzeit hat die LG etwa 300 Mitglieder, von denen 200 aktiv sind, das heißt bei Meisterschaften an den Start gehen.

„Wir sind nach dem LAZ Ludwigsburg und der LG Neckar-Enz die dritte Kraft im Kreis“, sagt Uwe Luckscheiter. Der stellvertretende Abteilungsleiter ist von Anfang an bei der LG dabei. „Aktuell sind wir vor allem im Jugendbereich sehr stark. Besonders die Schülerinnen A sind sehr erfolgreich“, berichtet er.

Der Spaß am Sport treiben ist den Freibergern sehr wichtig, doch kommt es ihnen auch auf ein gutes Abschneiden bei Meisterschaften an. Ein knappes Dutzend Übungsleiter, die von weiteren Helfern unterstützt werden, trainieren die verschiedenen Altersklassen. „Wir bieten vielen Sportlern die Möglichkeit, sich auf das Sport-Abitur oder das Sportabzeichen vorzubereiten“, so Lindenmayer, der sich über die vielen Nachwuchsathleten freut, die bei der LG trainieren. Wie in anderen Vereinen auch, betreiben besonders viele Kinder Leichtathletik. Ab dem Alter von 13 oder 14 Jahren entscheiden sich dann aber viele für andere Sportarten, wie Fußball. Lindenmayer selbst ist den umgekehrten Weg gegangen. Lange hat er Fußball gespielt, ehe er mit 18 Jahren zur LG fand. Besonders liegt ihm der Mehrkampf und dabei der 110 Meter Hürdenlauf und der Speerwurf.

Wettkampf und Aktivitäten

So viel Wert die Freiberger auch auf den Wettkampfsport legen, so gerne organisieren sie auch gemeinsame Aktivitäten wie gemeinsame Bowlingabende. Der Kontakt zu Sportlern anderer Vereine ist sehr gut. Bei Wettkämpfen kommt es zum regelmäßigen Wiedersehen mit Leichtathleten, zu denen ein fast freundschaftliches Verhältnis besteht. So freuen sich die Freiberger beispielsweise, wenn sie die Aktiven der LG Neckar-Enz oder des SGV Murr treffen.

Überregionale Bekanntheit erlangte die LG durch zahlreiche Weltrekordversuche. Bis heute steht ein 1999 aufgestellter Rekord im Guinessbuch. Seinerzeit veranstalteten die Freiberger zum 100-Jahr-Jubiläum des TuS Freiberg einen 1000 mal 100-Staffellauf, bei dem 1000 Sportler je 100 Meter zurücklegten. Auch für die Zukunft sind weitere Rekordversuche geplant. 2019 soll es ein Rennen mit 500 Kindern geben, für das jetzt schon an den drei Freiberger Grundschulen trainiert wird. „Der soziale Aspekt ist uns wichtig, aber so ein Projekt will gut vorbereitet sein, wenn es klappen soll“, betont Luckscheiter. Für die erfolgreichen Rekordversuche haben die Freiberger Geldpreise erhalten, die aber komplett für soziale Zwecke gespendet wurden. Für das 50-Jahr-Jubiläum der Stadt Freiberg im Jahr 2022 ist ebenfalls schon ein Rekordversuch in Planung. „Das ist aber noch streng geheim“, meint Luckscheiter schmunzelnd.

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