Golf Pleidelsheimer golft mit Europas Elite

Marcel Schneider am Abschlag. Der 28 Jahre alte Pleidelsheimer zählt zu den besten deutschen Golfern.
Marcel Schneider am Abschlag. Der 28 Jahre alte Pleidelsheimer zählt zu den besten deutschen Golfern. © Foto: kolbert-press/Christian Kolbert
Pleidelsheim / Daniel Haug 21.02.2018

Mit Marcel Schneider kommt einer der besten Golfer des Landes aus Pleidelsheim. Seit dieser Saison spielt der 28-Jährige gemeinsam mit vier weiteren Deutschen auf der European Tour, der Königsklasse für Europas Golfern. „Das ist das Nonplus­ultra. Auf Profiebene gibt es drei verschiedene Touren. Auf die Pro-Golf-Tour, die ich 2014 gewonnen habe, folgt die Challenge Tour“, erklärt Schneider. Dort spielte er ab 2015 und sicherte sich als 25. der Qualifying-School am Ende der Vorsaison den Startplatz für die European Tour.

Deren 40 Turniere beginnen jeweils donnerstags mit 156 Teilnehmern, von denen die 65 Besten am Freitagabend den „Cut“ schaffen und sich auf Basis der Platzierung Punkte für die Rangliste erspielen. Aufgrund recht komplizierter Einladungs- und Qualifikationskriterien kann Schneider aber nicht immer teilnehmen. „Ich kann dieses Jahr aufgrund meiner Qualifying-School-Kategorie wahrscheinlich 20 Turniere spielen“, sagt der gebürtige Bietigheimer.

Auftakt auf Mauritius

Am Ende der Saison halten die 110 Besten ihren Startplatz für die nächste Saison. Das ist das Ziel von Schneider, dessen Auftakt im Dezember auf Mauritius ordentlich lief. „Dort habe ich als 23. am Freitag direkt den Cut geschafft, bin am Ende aber richtig weggeschmiert und 59. geworden“, berichtet Schneider. Anschließend in Johannesburg sowie zuletzt in Australien und im Oman hat er den Cut verpasst.

Der Beginn der Saison verlief nicht ganz nach den Wünschen des Pleidelsheimers: „In Australien hatte ich eigentlich recht gut gespielt, jedoch bin ich sehr schlecht ins Turnier gekommen und konnte die frühen Fehler bei stürmischen Verhältnissen nicht mehr aufholen.“ Beim Turnier in Oman seien die Grüns extrem hart gewesen. „Das hatte ich schon sehr lange nicht mehr vorgefunden. Leider hat es zu lange gedauert, bis ich mich daran gewöhnt hatte“, sagt Schneider.

Ab Donnerstag schlägt der Pleidelsheimer in Doha bei den „Commercial Bank Qatar Open“ ab. Anschließend geht es weiter nach Südafrika. Zur Saison 2013 entschied sich Schneider für den Schritt zum Profi, nachdem er das Jahr 2012 auf Rang sechs der Amateur-Weltrangliste beendet hatte. Dazu trugen unter anderem der Sieg bei den Australian Open Championship, dem drittgrößten Amateurturnier der Welt, und der Gewinn der Bronzemedaille bei der Team-Weltmeisterschaft mit der deutschen Mannschaft bei.

Nachdem Schneider als Amateur noch kein Geld verdient hatte, trägt die Teilnahme an der European Tour jetzt dazu bei. „Sky Sports überträgt jedes Turnier, was werbetechnisch natürlich viel interessanter ist. Durch die Sponsoreneinnahmen sollten die Kosten wie Flug und Hotel gedeckt werden. Der Verdienst läuft dann über die Preisgelder“, sagt Schneider, der ab April von seinem Bruder Pascal als Caddie begleitet wird.

Dass Schneider überhaupt mit dem Golfsport angefangen hat, lag an einem Familienausflug nach Zell am See im Jahr 1999. „Gegenüber vom Hotel, in dem wir waren, befand sich eine Driving Range. Dort habe ich es dann mal ausprobiert, und ein Trainer meinte zu mir, dass es gut aussehen würde. Dadurch hat es mich irgendwie gepackt, und ich bin dabei geblieben“, erinnert sich Schneider.

Ermahnung vom Platzwart

Zu seinem elften Geburtstag bekam er zwei Schläger geschenkt. „Ich bin dann mit dem Fahrrad in Pleidelsheim immer zum Sportplatz gefahren und habe dort Abschläge geübt.“ Das rief aber den Platzwart des GSV auf den Plan. „Bei meinen Schlägen habe ich auch immer kleine Stücke des Rasens rausgerissen und er meinte, dass das nicht geht“, schmunzelt Schneider rückblickend. Daraufhin wurde er 2000 Mitglied beim Golfclub Schloss Monrepos, zu dem er über Franz Hiebaum – einen Freund der Familie, der im Verein aktiv war – kam. Nach Erfolgen in Jugendjahren, unter anderem als deutscher U-18-Meister 2008, sowie als Amateur, spielt Schneider in seinem sechsten Profijahr aktuell die wohl wichtigste Saison seiner Karriere und nimmt jetzt in Katar den nächsten Anlauf, weitere Punkte für die als „Race to Dubai“ bezeichnete Rangliste zu sammeln.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel