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Olympia
Ludwigsburg / Von Vivien Staib  Uhr

Dressurreiten – das ist mehr als nur schicke Reiter auf schicken Pferden. Das zeigte der Reit- und Fahrverein Ludwigsburg über das gesamte Wochenende von Donnerstag bis Sonntagabend auf dem Gelände des Schloss Mon­repos. Mit insgesamt 17 Prüfungen in allen Reitklassen und rund 602 Nennungen, 422 Pferden und 235 internationalen Reitern blühte das 24. Dressurturnier bei sonnigem Wetter im historischen Setting auf.

Auch Spitzenreiter der Königsklasse der Dressur wie Dorothee Schneider, Olympiasiegerin 2016, oder Matthias Alexander Rath starten bei der Dressurprüfung Klasse S*** - „Grand Prix de Dressage“ am Sonntagnachmittag. Über zwei Stunden konnten die zahlreich erschienenen Besucher die Dressurprüfung der Profis bewundern. Mit beeindruckenden Küren und musikalischer Begleitung führen die Profireiter Piaffen, Passagen und viele weitere Kunststücke vor. „Den Pferden zuzusehen, das macht einen selbst schwerelos. Es ist, als ob sie schweben und zugleich tanzen. Dahinter steckt auch wirklich hohe Reitkunst“, schwärmte Madita Leibfried, eine Besucherin des Grand Prix de Dressage am Sonntag.

Viel Dynamik bei der Siegerin

Nach insgesamt zwölf fünfminütigen professionellen und beeindruckenden Küren entschieden sich die Richter für die Besten der Besten: Den dritten Platz des Großen Preises von Ludwigsburg erhielt Stefanie Schatz-Weihermüller auf Pferd C’est la Vie 140 vom Reitverein Bayreuth mit einer Bewertung von 70,100 Prozent. Zweiter wurde der Koreaner Young Shik Hwang auf Pferd Despino 15 mit 70,820 Prozent. Der junge Reiter, so Reitvereinsvorstand Thomas Nessler, werde sich stellvertretend für sein Land für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio bewerben. Den Turniersieg holte Olympiagold-Gewinnerin Dorothee Schneider auf Quadriga’s Don Cismo. Laut Schneider hatten sie und Pferd Don Cismo am Sonntag das erste Turnier zusammen bestritten – und auf Anhieb gesiegt. Die Dynamik war mit einer Höchstbewertung von 75,780 Prozent nicht nur für die Richter klar erkennbar, sondern auch für das applaudierende Publikum.

Harry Blum, der Turnierleiter des Reitvereins, erzählt, dass aber auch die Ludwigsburger Reiter in diversen Prüfungen Siege für sich verbuchen konnten: Bei der Dressurprüfung Klasse M** errang Katharina Maya Blum auf Royal-Disco mit einer Wertung von 68,431 Prozent den dritten Platz und Myriam Peter belegte auf Pferd Royal Kiss mit 70,882 Prozent sogar Rang eins. „Das freut mich und den Verein sehr, da es uns zeigt: Unsere Nachwuchsarbeit trägt Früchte.“ Harry Blum sieht auf die vergangenen Tage mit Freude zurück: „Das Turnier war wirklich traumhaft besetzt. Vor jeder Prüfung gibt es diese Anspannung, die dann während der Küren sofort verfliegt.“

Insgesamt besuchten laut Vorstand Thomas Nessler über viereinhalb Interessierte das 24. Ludwigsburger Dressurturnier. „Die Zahl machen wir daran fest, dass unsere Gastronomie vor Ort sehr ausgelastet ist. Wir sind nun sozusagen blank“, scherzte Nessler. Eine besondere Art von Wertschätzung brachten die S***-Klasse Dressurreiter den Veranstaltern beim Abritt des Dressurturniers entgegen: Normalerweise galoppieren die Teilnehmer nach der Siegerehrung noch einmal über das Dressurviereck und verlassen den Platz. Die zwölf Reiter verabschiedeten Ludwigsburg jedoch nicht nur mit einer einfachen Runde Galopp, sondern drehten gleich drei Ehrenrunden im Passageschritt.