Frauenhandball Ohne Probleme ins Viertelfinale

Kim Braun (links) attackiert das von Geburtstagskind Branka Zec gehütete Frisch-Auf-Tor. Die Linksaußen traf fünfmal und wurde als beste Bietigheimer Spielerin des Abends geehrt.
Kim Braun (links) attackiert das von Geburtstagskind Branka Zec gehütete Frisch-Auf-Tor. Die Linksaußen traf fünfmal und wurde als beste Bietigheimer Spielerin des Abends geehrt. © Foto: Marco Wolf
Bietigheim-Bissingen / Andreas Eberle 02.11.2018

Nur noch ein Spiel trennt die SG BBM Bietigheim vom erneuten Einzug ins Final Four um den DHB-Pokal in der Stuttgarter Porsche-Arena. Der Champions-League-Teilnehmer und deutsche Vizemeister ließ am Mittwochabend im Achtelfinal-Derby gegen Frisch Auf Göppingen nichts anbrennen und erreichte mit einem lockeren 30:24-Heimsieg das Viertelfinale.

„Ich freue mich riesig, dass wir gewonnen haben. Unserem Ziel, dem Olymp Final Four, sind wir einen Schritt nähergekommen“, gab Kim Braun nach dem Schwabenduell zu Protokoll. Die 21-jährige gebürtige Belgierin, die vor der Saison vom TSV Bayer 04 Leverkusen nach Bietigheim gewechselt war, vertrat wieder die verletzte Fie Woller auf dem linken Flügel ­– und machte wie schon zuvor in Buxtehude Werbung in eigener Sache. Den vier Treffern bei ihrem dortigen Debüt in der Startformation ließ Braun nun vor heimischer Kulisse sogar fünf Tore folgen. Damit zeigte die Linksaußen, dass sie mehr als nur eine Ergänzungsspielerin im Aufgebot ist. Die ersten Saisonpartien hatte sie, in Wollers Schatten, fast ausschließlich von der Bank aus verfolgt.

Klug spielte nicht nur die favorisierte SG BBM, sondern agierte auch ihr Trainer Martin Albertsen. Der Däne verteilte die Spielzeit gut auf die zwölf Feldspielspielerinnen im Kader und gönnte seinen Torfrauen Valentyna Salamakha und Dinah Eckerle jeweils eine Hälfte – und eine Halbzeit Pause. So musste sich letztlich keine Bietigheimer Handballerin vor dem Champions-League-Gruppenspiel am Sonntag (14.30 Uhr) beim FTC-Rail Cargo Hungaria in Erd (bei Budapest) verausgaben. „Mein Ziel war, mit Blick auf dieses wichtige Spiel viel durchzuwechseln. Sehr viele unserer Frauen haben heute ein super Niveau gezeigt“, sagte Albertsen, der in der Vorwoche seinen auslaufenden Vertrag bis zum 30. Juni 2020 verlängert hatte.

Sein Göppinger Kollege Aleksandar Knezevic hatte nur neun Feldspielerinnen zur Verfügung. Besonders der Ausfall der verletzten tschechischen Torjägerin Michaela Hrbkova fällt bei Frisch Auf derzeit schwer ins Gewicht. Umso beachtlicher war der tapfere Auftritt, den der Außenseiter vor den 461 Zuschauern in der Viadukthalle hinlegte.

Die mit einer 3:2:1-Deckung operierenden Göppingerinnen spielten ihre Angriffe lange aus und hielten das Derby auch lange offen. Mit wesentlich mehr Tempo ging Bietigheim zu Werke. Überdurchschnittlich viele Tore fielen per Siebenmeter, von denen es reichlich gab, nämlich insgesamt 19. Daraus resultierten 15 Treffer. Frisch-Auf-Spezialistin Ana Petrinja brachte sieben Strafwürfe im Netz unter, SG-Rückraum-Ass Maura Visser deren fünf. Da ihr sechster Versuch misslang, überließ Visser die beiden letzten Bietigheimer Siebenmeter Angela Malestein, die diese auch sicher verwandelte.

Auch nach Rückständen kämpften sich die Gäste immer wieder auf zwei bis drei Tore heran. Doch sobald es richtig eng zu werden schien, nahm Albertsen eine Auszeit, und der Bundesliga-Zweite legte wieder eine Schippe drauf. Zuletzt in der 50. Minute, nachdem Frisch Auf mit drei Treffern am Stück auf 22:25 verkürzt hatte. Mit einem 5:2-Endspurt warf die SG BBM noch einen 30:24-Heimerfolg heraus. Die Geburtstagsüberraschung für Göppingens Torfrau Branka Zec, die am Mittwoch 32 wurde, fiel also aus. Dafür bekam die Slowenin aber von den mitgereisten Gästefans nach Spielende immerhin einen Strauß weißer Rosen überreicht.

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