Ein Heimsieg noch, dann darf sich die SG BBM Bietigheim zum zweiten Mal nach 2017 deutscher Meister im Frauenhandball nennen. Die vorletzte Pflichtaufgabe erledigte das Team von Coach Martin Albersen beim Absteiger SV Union Halle-Neustadt souverän, aber nicht glänzend. Mit dem 37:24-Erfolg bauten die Bietigheimerinnen aber immerhin den Vorsprung in der Tordifferenz auf den punktgleichen Thüringer HC um drei Treffer auf 30 aus.

Die Partie begann für den designierten Meister optimal. Von den Strapazen der langen Anreise war nichts zu sehen. Nach gut dreieinhalb Minuten führte die SG bereits mit 4:0. Doch nach einem ganz frühen Timeout fanden die Gastgeberinnen langsam ins Spiel – auch weil Bietigheim nach der schnellen Führung den Eindruck machte, dass man den Gegner nicht ganz so ernst nimmt. So wurde aus dem 4:0 nach knapp acht Minuten ein 5:5.

Kurz vor dem Ausgleich nahm auch Albertsen seine erste Auszeit, doch es dauerte bis zur 13. Minute, ehe sie so richtig Wirkung zeigte. Mit Treffern von Fie Woller und Laura van der Heijden zum 9:7 nahm der Tabellenführer die Zügel wieder in die Hand. Mit einem 4:0-Lauf wie zu Beginn durch drei Tore von Anna Loerper – davon zwei per Siebenmeter – und den vierten Treffer von Woller zog die Spielgemeinschaft schließlich auf 13:8 davon. Das Spiel schien nun seinen erwarteten Verlauf zu nehmen. Und tatsächlich führten die Gäste zur Pause souverän mit 17:10.

Nach dem Seitenwechsel machte das Albertsen-Team da weiter, wo es in den ersten 30 Minuten aufgehört hatte. Schnell zog die SG BBM auf 22:11 davon (37.).  Wie im ersten Durchgang gab es nach dem guten Start aber einen kleinen Bruch. Halle kämpfte sich auf 14:23 und später 17:25 heran. Erst in der letzten Viertelstunde, als dem tapfer kämpfenden Absteiger auch so ein wenig die Kräfte ausgingen, packten die Bietigheimerinnen noch ein paar Tore drauf. Neuneinhalb Minuten vor dem Ende waren es erstmals zwölf Treffer Abstand, zweieinhalb Minuten später sogar 14.

Hinten heraus wurde es aber wieder ein wenig schludrig im Abspiel und Abschluss, und Albertsen musste dreieinhalb Minuten vor Schluss noch einmal eine Auszeit nehmen, als Halle wieder auf 23:34 herangekommen war. Die Ansprache fruchtete. Luisa Schulze traf vom Kreis und Loerper packte noch zwei Siebenmeter bei nur einem weiteren Gegentreffer drauf.

Rote Karte gegen Topwerferin

Wie ernst der Absteiger die Partie nahm, zeigt einerseits die Tatsache, dass Halles Top-Torschützin Mariana Ferreira Lopes in der 58. Minute nach der dritten Zeitstrafe mit der Roten Karte vom Feld musste. Zum anderen zeigen auch insgesamt elf Siebenmeter für Bietigheim, wie hart das Team aus Sachsen-Anhalt zupackte. Loerper verwandelte indes zehn davon, setzte einen nur knapp neben den linken oberen Torwinkel.

Trotz des erneut deutlichen Siegs will man in Bietigheim aber noch nichts vom Titelgewinn wissen. Einerseits hatte man sich schon im Hinspiel lange gegen Frisch Auf Göppingen schwer getan. Andererseits befürchtet Albertsen, dass sich Bad Wildungen allzu sehr gegen den THC hängen lässt.

Lage der Liga o.ä.