Eishockey Nikolai Goc führt das verjüngte Team an

Der neue Steelers-Kapitän: Nikolai Goc.
Der neue Steelers-Kapitän: Nikolai Goc. © Foto: xxxx
Bietigheim-Bissingen / Jan Simecek 14.09.2018

Draußen wollte sich der Sommer in den vergangenen Tagen noch nicht ganz dem Herbst geschlagen geben. Doch drinnen hat ab diesem Freitag der Winter wieder klar die Oberhand. Mit dem Heimspiel gegen Aufsteiger Deggendorfer SC beginnt für die Bietigheim Steelers um 20 Uhr die Mission Titelverteidigung in der Deutschen-Eishockey-Liga 2 (DEL2).

Obwohl es einige Änderungen im Ellental gegeben hat, zählen die Steelers bei den Experten wieder klar zum engsten Favoritenkreis. Nach dem Wechsel auf dem Cheftrainer-Posten von Erfolgscoach Kevin Gaudet zu Hugo Boisvert fielen aber schon einmal einige Automatismen weg. Die Mannschaft, die ebenfalls auf einigen Postionen verändert und vor allem verjüngt wurde, und der Trainer mussten sich erst kennenlernen. Geschäftsführer Volker Schoch attestierte aber schon die gesamte Vorbereitung über einen guten Fortschritt und war auch am Ende sehr zufrieden mit dem Erreichten. Hier sollte also kein Grund liegen, warum der Titelverteidiger nicht wieder vorne mitspielen kann.

Zwei wichtige personelle Wechsel gab es in der Defensive. Dominic Auger ging nach dem erneuten Titelgewinn mit 41 Jahren beim Bayernligisten EHC Königsbrunn sozusagen in Altersteilzeit. Ihn ersetzen soll der US-Amerikaner Willie Corrin, der im Gegensatz zu Auger eine Ausländerlizenz belegt. Corrin war eigentlich davon ausgegangen, in der erst im Oktober startenden AHL zu spielen, hat also noch ein wenig Trainingsrückstand. Dafür spielte er aber eine herausragende Vorbereitung mit zahlreichen Vorlagen und dem einen oder anderen Tor. Was die Offensivqualitäten anbelangt könnte Corrin Auger sogar noch übertrumpfen.

Ex-Nationalspieler Nikolai Goc zog es aus Mannheim zurück in die Heimat in der Nähe von Calw. Bietigheim bot sich da als neuer Arbeitgeber an. Goc soll den als Cheftrainer in die Jugendabteilung gewechselte Adam Borzecki ersetzen. Wie damals Borzecki wurde auch Goc auf Anhieb zum Kapitän erkoren. „Das Amt ist eine Ehre für mich. Meine Brüder Sascha und Marcel sind da meine Vorbilder. Sie haben viel Erfahrung als Kapitäne in Hannover und bei der Nationalmannschaft gesammelt und haben sicher den einen oder anderen Ratschlag für mich, falls ich mal einen brauche“, sagt Goc. Wenn es mit dem Amt gut klappt, dürfte er seinen Vorgänger mindestens gleichwertig ersetzen.

Drittes neues Gesicht in der Defensive ist Pascal Grosse, der mit einer Förderlizenz der Nürnberg Ice Tigers ausgestattet ist. Zuletzt spielte er für das neue Team von Gaudet in der Champions Hockey League, zeigte aber auch schon sein Können im Steelers-Trikot. Er nimmt quasi die Stelle von Kodi Schwarz ein, den es wieder in die kanadische Heimat zog.

Swinnen folgt auf Kelly

Offensiv ist Dennis Swinnen der spektakulärste Neuzugang. Da für Corrin die Ausländerlizenz des nach Deggendorf abgewanderten Justin Kelly benötigt wird, ersetzt der in Belgien geborene pfeilschnelle und torgefährliche Stürmer quasi den Bietigheimer Publikumsliebling. Da es komplett unterschiedliche Spielertypen sind, verbietet sich aber ein Vergleich. Ebenfalls neu im Sturm ist der Rosenheimer Yannick Wenzel (20), der bereits gute Ansätze gezeigt hat und im Ellental den nächsten Karriereschritt machen möchte. Erst längerfristig eingeplant ist eigentlich das 17-jährige Eigengewächs Fabjon Kuqi. Der gebürtige Münchner zeigte zuletzt gute Fortschritte und könnte einige Einsätze bekommen. Hinzu kommt nach der Vertragsauflösung von Luca Gläser wohl noch der eine oder andere Förderlizenzspieler aus Nürnberg.

Sportlich und wirtschaftlich ist Schoch froh, dass es nun Klarheit in Sachen Auf- und Abstieg gibt: „Jetzt endlich gibt es neue Perspektiven.“ Natürlich möchte er mit diesem Team auch wieder eine gute Rolle in der Liga spielen. Mindestens Platz vier, also Heimrecht im Playoff-Viertelfinale, sollte es schon sein. Als Hauptrivalen sieht der Geschäftsführer Frankfurt, Kassel, Dresden, aber auch Kaufbeuren und Ravensburg und vielleicht noch ein Überraschungsteam.

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