Basketball Niederlagenserie geht weiter

Malcolm Hill (rechts, hier gegen Skyler Bowlin) war bester Ludwigsburger, zeigte aber in der Schlussphase Nerven.
Malcolm Hill (rechts, hier gegen Skyler Bowlin) war bester Ludwigsburger, zeigte aber in der Schlussphase Nerven. © Foto: Avanti/Ralf Poller
Ludwigsburg / sim 05.11.2018

Neun Niederlagen in Folge haben die MHP Riesen Ludwigsburg wettbewerbsübergreifend nun kassiert. Auch gegen s.Oliver Würzburg gelang der Turnaround nicht. Am sechsten Spieltag der Basketball-Bundesliga (BBL) unterlagen die Barockstädter zu Hause mit 75:80.

Die Partie begann eigentlich perfekt für die Riesen. Nach 50 Sekunden stand es 5:0. Doch schon im nächsten Angriff setzte Xavier Cooks Würzburgs stärkste Waffe an diesem Abend ein, verkürzte mit einem Dreier auf 3:5. Ludwigsburg schaffte es wegen einer Mischung aus abenteuerlichen Pässen, miserabler
Wurfausbeute von jenseits der 6,25-Meter-Linie und technischen Fehlern in der Folge nicht mehr, etwas mehr Luft zwischen sich und die Würzburger zu legen. Gut drei Minuten vor Ende des ersten Viertels kippte die Partie sogar, nach einem ganz schwachen Dreierversuch von Konstantin Klein, der kaum den Korbrand erreichte. Vor allem dank einer Dreierquote von mehr als 60 Prozent bis zum dritte Viertel und den weiter anhaltenden Problemen bei den Gastgebern  wuchs der Rückstand der Riesen bis zur ersten Pause auf 18:23 an.

In den zweiten zehn Minuten wurde es zunächst nicht besser. Würzburg baute die Führung sogar auf 32:21 aus. Erst nach dreieinhalb Minuten waren die Barockstädter auch im Spiel angekommen, verkürzten auf 29:32. Perry Ellis legte zwar noch einmal drei Punkte dazwischen, doch Malcolm Hill – mit 15 Punkten klar bester Ludwigsburger in der ersten Hälfte – sorgte danach fast im Alleingang für die erste Riesen-Führung seit mehr als zehn Minuten. Die Schlussphase der ersten Hälfte wurde allerdings wieder hektisch, und aus einem 41:37 wurde noch ein 41:40.

Trainer John Patrick hielt dann wohl die passende Pausenansprache, denn die Barockstädter zogen zunächst auf 45:40 davon. Würzburg hielt vor allem mit Dreiern dagegen, glich zum 48:48 und 51:51 aus. Patrick ärgerte sich hinterher, dass sein Team so viele Distanzwürfe zuließ. „Jordan Hulls und Perry Ellis sind in der Liga als Shooter bekannt. Das darf uns nicht passieren“, monierte der Riesen-Coach. Sowohl Hulls als auch Ellis hatten am Ende eine hundertprozentige Quote von jenseits der 6,25-Meter-Markierung zu Buche stehen, bei vier Treffern für Hulls und drei für Ellis.

Die Partie kippte wieder. Plötzlich stand es 52:56. Die Barockstädter verkürzten zwar immer wieder, doch die Würzburger Führung blieb bis zum 55:60 kurz vor der dritten Pause. Durch zwei starke Defensivaktionen und die daraus entstehenden Konter verkürzten die Riesen in den letzten 36 Sekunden noch auf 59:60.

Riesen treten nicht als Team auf

Die Gäste zogen aber gleich nach der Pause auf 65:59 davon. Dieser Abstand hatte einen großen Teil des letzten Viertels Bestand. Erst vier Minuten vor dem Ende kamen die Gastgeber noch einmal auf 72:74 heran. Doch wie so oft schon in dieser Saison hatten die Riesen offenbar Angst vor der eigenen Courage. Es wurde hektisch, und ausgerechnet Hill, bis dahin sicherster Schütze der Ludwigsburger, zeigte einige Schwächen. Jordon Crawford ließ sich anstecken und lieferte in der Schlussphase zwei ganz vogelwilde Aktionen ab.

Ohne Namen zu nennen, griff Patrick genau diese Aktionen heraus, um Gründe für die Niederlage aufzuzeigen. „So kann man vielleicht in der Jugend spielen, allein gegen drei, vier Gegner, aber das ist kein Profibasketball“, kritisierte der Riesen-Trainer. Auch eine Auszeit 16 Sekunden vor dem Ende nutzte nichts mehr, „weil wir es allein und nicht mehr als Mannschaft versucht haben“, so Patrick. Er macht dabei auch mangelndes Selbstvertrauen als Grund für das Versagen aus und erkennt auf der anderen Seite gute Ansätze. „Phasenweise spielen wir richtig gut als Team“, sagte Patrick.

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