Eishockey Mit Wut im Bauch zum Auswärtssieg

Marcus Sommerfeld (rechts) war am Montag der Bietigheimer Unglücksrabe – er verschuldete zwei Gegentore.
Marcus Sommerfeld (rechts) war am Montag der Bietigheimer Unglücksrabe – er verschuldete zwei Gegentore. © Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / Andreas Eberle 04.04.2018

„Manchmal kann so eine Niederlage auch gut sein und zusätzliche Motivation geben“ – Kevin Gaudet, der Trainer der Bietigheim Steelers, hofft nach dem 4:6 zu Hause im dritten DEL-2-Halbfinalspiel gegen die Löwen Frankfurt auf eine Trotzreaktion seines Teams. Mit einem Auswärtssieg an diesem Mittwoch (19.30 Uhr) am Main würden die Steelers in der Best-of-Seven-Serie den Heimvorteil wieder zurück ins Ellental holen – und Gaudet hat ein gutes Gefühl, dass dies „im größten Spiel des Jahres“ auch gelingt. „Ich bin noch ein bisschen sauer, weil wir das Spiel am Montag so einfach hergegeben haben. Die Mannschaft ist auch sauer – und das wollen wir aufs Eis bringen.“

Auf seiner Prioritätenliste stehen zwei Punkte ganz oben: Erstens gelte es, die Strafbank zu vermeiden. Zweitens verlangt er von seinen Profis volle Konzentration. „Solche Fehler wie am Montag dürfen wir uns nicht nochmal erlauben“, sagt Gaudet. Speziell Marcus Sommerfeld erwies sich als Bruder Leichtfuß – der Stürmer verschuldete zwei Gegentore mit groben Patzern. „Aber da gibt es keine Vorwürfe. Wir sind ein Team und werden Marcus wieder aufbauen“, sagt der Trainer. Zufrieden zeigt er sich dagegen über die Fortschritte im Powerplay. Alle vier Tore erzielte Bietigheim am Montag in Überzahl. Die durch den Ausfall von Powerplay-Spezialist Dominic Auger nötig gewordene Systemänderung scheint gefruchtet zu haben.

Wie gehabt nicht dabei sind am Mittwoch die verletzten Alexander Preibisch (Saisonende wegen einer Handblessur) und der am Oberkörper verletzte Abwehr-Oldie Auger (41). Bei Letzterem hat Gaudet aber die Hoffnung, dass er im Lauf der Playoffs noch einmal eingreifen kann.

Wer das Tor hüten wird, möchte der Coach noch nicht verraten: „Das ist ein Geheimnis.“ Bei der 4:6-Heimniederlage in Spiel drei hatte er Routinier Sinisa Martinovic im Schlussdrittel zwischen die Pfosten beordert, nachdem Ilya Sharipov im zweiten Durchgang vier Treffer kassiert hatte. Für Martinovic, der ohne Gegentor blieb, war es ein Sprung ins kalte Wasser: Sein letztes Spiel hatte der 37-jährige Goalie am 27. Februar bei der 1:7-Pleite in Crimmitschau. „Ihm fehlt natürlich die Spielpraxis, aber er hat gezeigt, dass er will und Selbstvertrauen hat“, so das Urteil von Gaudet nach Martinovics Kurzeinsatz.

Keine Schauspieler

Den Vorwurf aus der Frankfurter Ecke, die Bietigheimer Spieler würde nach Körperkontakt sehr schnell aufs Eis gehen, um beim Gegner Strafen zu provozieren, hält er für „Blödsinn“. Die Löwen-Fans hatten die Steelers bei ihrem Gesang gar als „Schauspielertruppe“ verunglimpft. „Meine Jungs sind Kämpfer und fallen sicher nicht mit Absicht“, betont der SCB-Trainer und holt zum verbalen Gegenschlag aus: „Wer das behauptet, schaut durch eine rosarote Brille. Die Frankfurter sollten sich mal ihren C.J. Stretch anschauen. Der ist einer der schlimmsten der Liga, was diese Dives angeht.“

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