Reiten Mit einer doppelten Nullrunde zum Triumph

Ein starkes Team: Eva-Maria Lühr und ihre Stute L’Isbelle waren bei der Springprüfung der Klasse S***, dem Großen Preis der Stadt Bietigheim-Bissingen, eine Klasse für sich.
Ein starkes Team: Eva-Maria Lühr und ihre Stute L’Isbelle waren bei der Springprüfung der Klasse S***, dem Großen Preis der Stadt Bietigheim-Bissingen, eine Klasse für sich. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim / Von Michaela Glemser 03.09.2018

Mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht galoppierte Eva-Maria Lühr aus dem Parcours. Mit einer beeindruckenden Leistung gewann die 37-jährige Reiterin aus Pfalzgrafenweiler am Sonntagnachmittag den diesjährigen Großen Preis der Stadt Bietigheim-Bissingen. Und mit zwei Nullrunden setzte sich die gelernte Pferdewirtschaftsmeisterin beim Pferdemarkt-Turnier in der schwierigen Springprüfung Klasse S mit drei Sternen gegen ihre Konkurrenten durch. „Ich bin sehr zufrieden mit der Prüfung. Meine Stute L’Isbelle ist erst acht Jahre alt. Dies war ihre zweite Prüfung in diesem Schwierigkeitsgrad. Doch sie hat einen tollen Kampfgeist und möchte unbedingt mit mir gemeinsam das Beste geben“, erklärte Eva-Maria Lühr überglücklich.

Im ersten Umlauf mit insgesamt zwölf Hindernissen, die eine Höhe von 1,60 Metern haben können, blieb die Reiterin aus Pfalzgrafenweiler als einzige im 19-köpfigen Teilnehmerfeld fehlerfrei. Parcoursbauerin Christa Jung, die auch über internationale Erfahrung verfügt, hatte eine anspruchsvolle Aufgabe mit einer dreifachen Kombination, einem freien Wassergraben und zahlreichen Hochsprüngen zusammengestellt, die den Reitern so einiges abverlangte.

Mit Lühr in die Siegerrunde, einem verkürzten zweiten Umlauf mit nunmehr fünf Hindernissen, kam Günter Treiber vom RV Eppelheim auf seinem zwölfjährigen Wallach Buddy Holly, der bereits 2016 den Großen Preis der Stadt Bietigheim-Bissingen gewonnen hatte. Er hatte nach dem ersten Umlauf vier Strafpunkte nach einem Anwurf bei der dreifachen Kombination auf seinem Konto und erzielte eine Zeit von 70,06 Sekunden. Im Vergleich dazu brauchte die spätere Siegerin Lühr für ihre Nullrunde im ersten Umlauf 66,75 Sekunden. In der Siegerrunde leistete sich Treiber zwei weitere Abwürfe und kam letztlich mit zwölf Strafpunkten auf den fünften Platz.

Erfolgreicher war Markus Kölz vom Burkhardshof bei Winnenden, der auf dem zehnjährigen Wallach Dornadello im ersten Umlauf ebenfalls einen Abwurf bei einer Zeit von 70,29 Sekunden hinnehmen musste. Allerdings ging Markus Kölz, dessen Bruder im Jahr 2008 siegreich beim Großen Preis war, erst verspätet an den Start, da er auf dem Abreiteplatz von seinem Pferd stürzte. Markus Kölz beendete den ersten Umlauf und musste als erster Starter in die Siegerrunde, wo er fehlerfrei blieb. Dies bedeutete für ihn den dritten Platz in der Gesamtwertung.

Andy Witzemann macht Tempo

Vor ihm konnte sich neben der Siegerin Eva-Maria Lühr nur Andy Witzemann aus Winterlingen platzieren. Auf dem neunjährigen Hannoveraner Cassadero machte er viel Tempo und zeigte mit 67,35 Sekunden im ersten Umlauf eine schnelle Zeit, die ihn aber auch einen Abwurf kostete. In der Siegerrunde war der erfahrene Springreiter ebenfalls der Schnellste bei null Fehlern und belegte den zweiten Platz. Als Vierter in der Gesamtplatzierung reihte sich Alexander Schill vom Reitverein Ichenheim ein. Auf dem 14-jährigen Holsteiner Limnos leistete sich der Gewinner aus dem Jahr 2007 ebenfalls einen Abwurf im ersten Umlauf in 68,45 Sekunden und weitere zwei Abwürfe in der Siegerrunde.

Insgesamt hatten viele vermeintliche Favoriten auf den Sieg beim Großen Preis der Stadt Bietigheim-Bissingen, wie die Mitglieder im Bundeskader Niklas Krieg, Tobias Schwarz oder die ehemalige deutsche Vizemeisterin Barbara Steurer-Collée, sich für die diesjährige Auflage des Springens gar nicht erst gemeldet. „Einige von ihnen waren heute schon an den Springen vor dem Großen Preis beteiligt und haben gemerkt, dass sie nicht so gut in Form sind oder ihre Pferde einen schlechten Tag haben. Aber dennoch sind unter den 19 Startern beim Großen Preis viele hochkarätige Reiter, die große Erfolge aufweisen können“, machte Gabriele Hubl vom Reiterverein Bietigheim-Bissingen, dem Veranstalter des Turniers, deutlich.

Lühr durfte sich nach ihrem großen Triumph beim Großen Preis über einen neuen Pferdeanhänger im Wert von 6000 Euro freuen, den sie im vergangenen Jahr noch bei Vorjahressieger Tobias Schwarz bewundert hatte. Schwarz war ebenfalls nicht am Start. Zudem gewann Lühr den Ehrenpreis für die beste Amazone im Turnier.

Andy Witzemann siegt bei Qualifikation für das Hallenchampionat in Stuttgart

Gabriele Hubl vom Vorstand des Reitervereins Bietigheim-Bissingen war mit dem Verlauf des diesjährigen Pferdemarktturniers sehr zufrieden. Die Zuschauerzahlen waren trotz regnerischen und kühlen Wetters am Sonntag ähnlich wie in den Vorjahren. „Für die Pferde sind die Temperaturen heute viel besser als bei der Hitzeperiode, die hinter uns liegt. Sehr gut angenommen wurde unser neuer witterungsunabhängiger Abreiteplatz, der gute Bedingungen für Pferde und Reiter bot“, betonte Hubl. Zuschauermagnet war nicht nur der Große Preis der Stadt Bietigheim-Bissingen am Sonntag, sondern auch die Qualifikation für das Hallenchampionat in Stuttgart. Dabei siegte am Samstagnachmittag Andy Witzemann auf seinem Hannoveraner Cassadero mit null Fehlern und einer Zeit von 38,17 Sekunden. Zweite wurde Leonie Krieg aus Donaueschingen auf Champerlo mit ebenfalls null Fehlerpunkten in einer Zeit von 39,39 Sekunden, Dritte Marisa Braig aus Bad Wurzach auf Pablito van Erpekom mit vier Strafpunkten und 41,91 Sekunden. Bei dieser Springserie der Klasse S mit zwei Sternen können die Reiter Platzierungen sammeln, die sie im November zum Start beim Finale des Hallenchampionats in Stuttgart berechtigen. mig

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