Allen Unkenrufen zum Trotz haben die MHP Riesen Ludwigsburg im Playoff-Viertelfinale ihren Heimvorteil verteidigt. Auch mit den beiden schweren Final-Four-Spielen in der Champions League vom Wochenende in den Knochen und ohne die verletzten Center Johannes Thiemann und Justin Sears gewannen sie die erste Partie der Best-of-Five-Serie gegen Medi Bayreuth mit 104:85 (53:43). Für die Barockstädter war es der vierte Sieg im fünften Saisonduell gegen die Oberfranken. Die zweite Viertelfinalbegegnung steigt bereits am Samstag (18.15 Uhr/live auf Sport 1) in Bayreuth, ehe die Riesen am Dienstag (20.30 Uhr) wieder Heimrecht genießen.

„Es war ein harter Kampf. Wir waren etwas müde, aber wir haben uns durchgekämpft. Ich hoffe, dass wir jetzt gut regenerieren und dann wieder bereit sind für das Spiel am Samstag“, sagte Power Forward Adam Waleskowski, der einer der Erfolgsgaranten im Ludwigsburger Team war.

Die Barockstädter überzeugten mit einer starken Wurfquote von 56,5 Prozent und einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Vor den 3244 Zuschauern in der MHP-Arena trumpfte einmal mehr Flügelspieler Elgin Cook groß auf. Der US-Amerikaner avancierte mit 26 Zählern zum Topscorer des Abends und heimste zudem sechs Rebounds ein. Mit Thomas Walk­up (19), Waleskowski (17), Kerron Johnson (16) und Dwayne Evans (12) punkteten vier weitere Riesen-Profis zweistellig. Bei den Gästen führte Gabe York mit 20 Punkten das Scoring an.­

Riesen legen furiosen Start hin

Der Favorit legte los, als gäbe es kein morgen mehr – und ein fulminantes erstes Viertel aufs Parkett. Mit 34:19 führte das Heimteam nach zehn Minuten. Cook bewies wie gehabt seine Treffsicherheit und steuerte 13 Zähler bei, darunter zwei per Dreier. Zwei weitere Fernwürfe versenkten die Spielmacher Johnson und Walkup. Nur weil die Bayreuther mit drei Dreiern am Stück dagegenhielten, lagen sie nicht noch aussichtsloser hinten.

Doch die erste Pause bekam den langen Kerls in den gelben Trikots nicht. Der Spielfluss und die Energie waren mit einem Schlag weg. Es schien so, als ob bei ihnen jemand den Stecker gezogen hätte. Medi nutzte die Gunst des Moments, kämpfte sich zurück in die Partie und mit einem 12:0-Lauf gleich auf 29:34 heran (13.). Evans hatten es die Riesen zu verdanken, dass sie zumindest mit einer 53:43-Führung und einem Zehn-Punkte-Polster in die Halbzeit gehen konnten. Der US-Amerikaner markierte im zweiten Viertel acht Zähler und traf zwei Dreier.

Walkup knackt die 100 Punkte

Zu Beginn der zweiten Hälfte dominierte wieder Ludwigsburg und eilte bis zum Ende des dritten Viertels auf 81:67 davon. Die Begegnung war so gut wie entschieden. Zum Ende des letzten Durchgangs war nur noch die Frage interessant, ob die Hausherren die 100-Punkte-Marke knacken würden. Sie taten es: In der vorletzten Spielminute versenkte Walkup unter dem Jubel der Fans einen Distanzwurf zum 102:82. In den letzten Sekunden schickte Riesen-Coach John Patrick mit Niklas Geske, Florian Koch, Mateo Seric, Jeremy Senglin und Malik Müller die komplette zweite Garde aufs Feld. Letztlich feierte seine Mannschaft einen souveränen 104:85-Heimerfolg. Der Auftakt ins Viertelfinale hätte kaum besser laufen können.

Waleskowski, der beim Stand von 89:76 einen wichtigen Dreier getroffen hatte (35.), ist zuversichtlich, dass am Samstagabend in Bayreuth der zweite Sieg in der Serie folgt: „Das wird sicher ein hartes Spiel, aber wir haben in dieser Saison schon zweimal bewiesen, dass wir dort gewinnen können. Ich hoffe, dass wir in diesem Stil weitermachen.“