Basketball MHP Riesen blasen zur Aufholjagd

Justin Sears und die Riesen werden sich mächtig strecken müssen, um ins Final Four vorzustoßen. Hier bedrängt Bayreuths Center Assem Marei (rechts) den Ludwigsburger.
Justin Sears und die Riesen werden sich mächtig strecken müssen, um ins Final Four vorzustoßen. Hier bedrängt Bayreuths Center Assem Marei (rechts) den Ludwigsburger. © Foto: Marco Wolf
Ludwigsburg / Andreas Eberle 04.04.2018

Fünf Punkte – das ist im Basketball nicht viel. Jene ominösen fünf Punkte müssen die MHP Riesen Ludwigsburg an diesem Mittwoch (20 Uhr) aufholen, um sich für das Final Four der Basketball-Champions-League zu qualifizieren. Das Hinspiel haben die Barockstädter gegen den Erstliga-Rivalen Medi Bayreuth daheim mit 81:86 vergeigt – obwohl sie 31 Minuten geführt hatten, teilweise mit bis zu elf Zählern. Doch in der entscheidenden Phase war Bayreuth besser und brachte Ludwigsburg so für das Rückspiel in Zugzwang. Bei einer Niederlage oder einem Remis wären die Riesen draußen. Gewinnen die Gäste mit exakt fünf Zählern Unterschied, entscheidet die Verlängerung.

„Die Chance auf ein Finalturnier im europäischen Wettbewerb hat man nicht jeden Tag“, sagt Trainer John Patrick vor dem Showdown in der wohl mit 4000 Zuschauern ausverkauften Oberfrankenhalle. Der US-Amerikaner sieht für seine Mannschaft noch alle Chancen – wenn sie sich steigert: „Wir gehen mit einem Fünf-Punkte-Defizit in das Spiel, aber es verbleiben noch 40 Minuten. Wir müssen die nötigen Umstellungen vornehmen und vor allem besser verteidigen.“

Die Riesen blasen also zur Aufholjagd und reisen tatendurstig in die Wagnerstadt. Schließlich lockt die erstmalige Teilnahme an einem europäischen Finalturnier – für die Ludwigsburger wäre dies der größte internationale Erfolg in der Klubgeschichte. Dasselbe gilt aber auch für den Gegner. „Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass wir wieder Vollgas geben, viele positive Emotionen da sind und wir als Mannschaft spielen – weil das halt auch ein absolutes Highlight-Spiel ist“, sagt Medi-Kapitän Bastian Doreth.

Beide Teams haben die Generalprobe für ihr bisheriges „Spiel des Jahres“ vermasselt. Die Riesen verloren beim Meister Brose Bamberg mit 73:80 und kassierten damit in ihrer fränkischen Woche nach dem 81:86 in der Champions League gegen Bayreuth ihre zweite Niederlage binnen sechs Tagen. Und Medi unterlag bei den Gießen 46ers nach einem Offensivfestival mit 96:107 und rutschte in der BBL-Tabelle auf Platz sechs ab. „Wir haben jetzt im letzten Monat viermal über 100 Punkte zugelassen. So kann man kein Spiel gewinnen. Es ist ganz klar, dass unsere Defensive besser werden muss“, legt Doreth den Finger in die Wunde. Ob er selbst auflaufen kann, entscheidet sich kurzfristig – der Nationalspieler fehlte am Samstag in Gießen verletzt.

„Bayreuth ist eine sehr offensivstarke und ausgeglichene Mannschaft, die in Gabe York den Schlüsselspieler hat“, sagt Patrick. Auch im Hinspiel war Point Guard York der auffälligste Medi-Akteur gewesen: Der 24-jährige US-Amerikaner avancierte mit 18 Punkten zum Topscorer der Franken und traf vier Dreier.

Erneutes Duell im Playoff-Viertelfinale?

Der schwäbisch-fränkische Vergleich zwischen den MHP Riesen und Medi Bayreuth könnte in dieser Saison zu einem Dauerbrenner werden. Beim jetzigen Tabellenstand würden beide Klubs auch im Playoff-Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft aufeinandertreffen. Ludwigsburg steht derzeit in der Bundesliga-Tabelle auf Rang drei, Bayreuth ist Sechster. Die Riesen hätte in der Best-of-Five-Serie den Heimvorteil auf ihrer Seite. ae

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