Bei der Jagd auf den vierten Platz der DEL2 haben die Bietigheim Steelers am Dienstagabend die Tölzer Löwen erlegt. Sie gewannen das Nachholspiel nach einem herausragenden Schlussdrittel mit 7:4, überholten so in der Tabelle den ESV Kaufbeuren und stehen nun nach 46 Spieltagen auf Rang fünf. Tyler McNeely avancierte mit drei Toren innerhalb sechs Minuten und 31 Sekunden zum Matchwinner. Beim Tag der Bietigheimer Zeitung trifft der Meister am Freitag (20 Uhr) auf die Ravensburg Towerstars.

Das Duell vor den 1614 Zuschauern in der Wee-Arena hatte für die Steelers perfekt begonnen: Benjamin Zientek nutzte bereits nach 86 Sekunden die erste Gästechance. Doch von diesem Bietigheimer Blitzstart ließ sich der Drittletzte nicht beeindrucken und schlug bis zur ersten Pause mit zwei Treffern zurück. Nach einem Scheibenverlust der Steelers starteten die Löwen einen Konter, Manuel Edfelder zog auf dem linken Flügel davon und spielte den Puck scharf nach innen. Torhüter Sinisa Martinovic, der erneut den Vorzug vor Ilya Sharipov erhalten hatte, ging mit dem Schläger dazwischen, doch der vor ihm lauernde Florian Strobl fälschte zum 1:1 ab (5.).

Das 2:1 ermöglichte Eric Stephan mit einem groben Fehlpass: Bedrängt an der Bande spielte der von den Nürnberg Ice Tigers ausgeliehene Steelers-Verteidiger den Puck genau auf die Kelle von Lubor Dibelka, der bediente Andreas Pauli, und dieser hatte leichtes Spiel (13.). Der Titelverteidiger verbuchte zwar mehr als doppelt so viele Torschüsse wie Bad Tölz (16:7), aber vorne lag der Außenseiter aus Oberbayern – dank dessen größerer Effektivität und dem stark haltenden Ben Meisner im Löwen-Gehäuse.

In diesem Stil ging es im Mitteldrittel weiter: Nachdem Dibelka von der Strafbank aufs Eis zurückgekehrt war, griffen die Hausherren erstmals in Überzahl an, und prompt erhöhten sie auf 3:1: Der frühere Torjäger des SC Riessersee bewies Übersicht und spielte quer auf Tyler Gron, und der Ende Januar von den Kassel Huskies verpflichtete Torjäger jagte die Scheibe ins lange Eck (26.). Dem filigranen Händchen von Norman Hauner hatten die Gäste das 2:3 zu verdanken: Der Rechtsschütze überwand Meisner mit einem Rückhandschuss, der im Torwinkel einschlug. Als Gron mit dem Schläger Bastian Steingroß unglücklich im Gesicht traf und der Bietigheimer Defensivmann blutend vom Eis musste, gab es eine Zwei-plus-Zwei-Strafe für den Übeltäter. In den vier Minuten Überzahl brachten die sonst so treffsicheren Powerplay-Experten der Schwaben allerdings keinen Treffer zustande.

Trainer hat richtigen Riecher

Für den letzten Durchgang stellte Hugo Boisvert seine Sturmreihen um, und so kam es zur Wiedervereinigung des Trios Shawn Weller, McNeely und Hauner. Damit bewies der Bietigheimer Trainer den richtigen Riecher, denn jene Reihe führte die Wende herbei. Erst vollstreckte McNeely nach Vorarbeit von Weller und Benjamin Hüfner zum 3:3 (48.). Dann luchste Weller dem indisponierten Tom Horschel hinter dem Löwen-Kasten die Scheibe ab, setzte McNeely in Szene, und der Kanadier schlug zum zweiten Mal zu (52.). Den dritten Treffer zum 5:3 ließ er zwei Minuten später folgen – der Hattrick war perfekt. Mit seinem zweiten Tor machte Zientek gar das halbe Dutzend voll (56.). Dass auch Gron noch einen Doppelpack schnürte und auf 4:6 verkürzte, war nicht mehr relevant (59.). Mit einem Empty-Net-Tor aus der eigenen Zone setzte Matt McKnight den Schlusspunkt zum 7:4.

Zufrieden war Boisvert speziell mit dem Galaauftritt der Steelers im letzten Drittel. „Da haben die Jungs sehr gut zusammengespielt, viel Wille und Leidenschaft gezeigt“, sagte der Coach und spendierte den Bietigheimer Kontingentspielern ein Extralob: „Meine Ausländer haben den Unterschied gemacht. Die McNeely-Reihe war sehr gut.“

So spielten sie


DEL2, 46. Spieltag
Bad Tölz – Bietigheim

4:7

Drittel: 2:1, 1:1, 1:5.
Tore: 0:1 Zientek (2.), 1:1 Strobl (5.), 2:1 Pauli (13.), 3:1 Gron (26./Überzahl), 3:2 Hauner (31.), 3:3, 3:4, 3:5 McNeely (48./52./54.), 3:6 Zientek (56.), 4:6 Gron (59./Überzahl), 4:7 McKnight (59./Empty Net).
Strafminuten: 8 (4 Strafen) – 4 (2 Strafen).
Schiedsrichter: Alfred Hascher (Miesbach), Cori Müns (Klostersee).
Zuschauer: 1614.