Zweites Spiel, zweiter Sieg – die Bietigheim Steelers sind mit einem Sechs- Punkte-Wochenende in die Spielzeit 2018/2019 der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL2) gestartet. Dem 4:2 am Freitagabend gegen den Neuling Deggendorfer SC ließ das Team um den neuen Kapitän Nikolai Goc am Sonntagabend einen hauchdünnen 3:2-Erfolg bei den Bayreuth Tigers folgen. Damit hat sich der Titelverteidiger gleich wieder in der Spitzengruppe festgesetzt. „Es war ein harter Kampf für uns, um hier die drei Punkte zu holen“, sagte Steelers-Trainer Hugo Boisvert und sprach den tapfer kämpfenden Tigers ein Lob aus: „Sie haben uns das Leben sehr schwer gemacht.“

Der 42-jährige Nachfolger von Kevin Gaudet hatte Ilya Sharipov für den am Freitag stark haltenden Routinier Sinisa Martinovic zwischen die Pfosten beordert und so seine Ankündigung bekräftigt, nicht mit einem Stammkeeper in die Saison zu gehen, sondern mit zwei gleichwertigen Goalies, die sich abwechseln sollen. Der hochtalentierte Sharipov musste allerdings bereits nach 92 gespielten Sekunden die Scheibe aus dem Netz klauben. Das 23-Jährige hatte zwar einen ersten Schuss noch abgewehrt, doch da seine Vorderleute im Zentrum unsortiert und ohne Durchblick waren, kamen die Tigers gleich wieder an den Puck – und der Finne Ville Järveläinen (früher Heilbronner Falken) vollstreckte zum 1:0. Der Meister lag gegen den sportlichen Absteiger der Vorsaison wider Erwarten zurück.

Überhaupt zeigten die Oberfranken keinen Respekt vor dem hohen Favoriten aus dem Ellental. Sie präsentierten sich wesentlich verbessert gegenüber der 2:5-Pleite in Bad Tölz zwei Tage zuvor. In dem temporeichen und unterhaltsamen Duell schoss Frédérik Cabana den Bietigheimer Ausgleich mit einem frechen Treffer: Er tauchte am kurzen Pfosten vor Brett Jaeger auf und schoss dem neuen Bayreuther Torhüter die Scheibe an die Kelle, von wo sie zum 1:1 ins Netz sprang (6.).

Die Steelers hatten zwar das Gros der Chancen und spielten druckvoller, aber die Tigers um die drei Ex-Bietigheimer Henry Martens, Benjamin Kronawitter und Mark Heatley waren bei ihren Kontern stets brandgefährlich. Mit ihrem engagierten Auftritt hatten sich die Gastgeber den Gleichstand nach dem ersten Drittel durchaus verdient.

Der zweite Durchgang war eine Blaupause des ersten – nur mit dem Unterschied, dass diesmal die Steelers in Führung gingen: Verteidiger Willie Corrin gelang in der 26. Minute mit einem platzierten Schuss ins lange Eck das 1:2. Bereits am Freitag hatte der US-Amerikaner gegen Deggendorf ein Tor erzielt. Doch bereits 95 Sekunden später stand es 2:2. Nach einer Querpass von Sebastian Busch war Tim Richter mit einem Rückhandschuss erfolgreich (27.).

Zwei Aktionen führten im Schlussdrittel letztlich zum zweiten Bietigheimer Saisonsieg und den Punkten vier bis sechs: Zum einen der Powerplay-Treffer des Kanadiers Matt McKnight, der eher zufällig die Scheibe vor die Schlittschuhe bekommen hatte und dann wie gewohnt eiskalt zuschlug (50.). Zum anderen die Rettungstat von Sharipov, der in der 55. Minute einen Penalty von Järveläinen parierte. Zuvor hatte Corrin den quirligen Finnen bei einem Bayreuther Konter in Unterzahl nur mit einem Foul am Torerfolg hindern können. Apropos Corrin: Der offensivstarke Verteidiger erhielt nach der spannenden Begegnung auch noch die Auszeichnung als bester Bietigheimer Spieler des Abends.

So spielten sie


DEL2, 2. Spieltag
Bayreuth – Bietigheim

2:3

Drittel: 1:1, 1:1, 0:1.
Tore: 1:0 Järveläinen (2.), 1:1 Cabana (6.), 1:2 Corrin (26.), 2:2 Richter (27.), 2:3 McKnight (50./Überzahl).
Strafminuten: 12 (6 Strafen) – 10 (6 Strafen).
Schiedsrichter: Alfred Hascher (Miesbach), Michael Klein (Stuttgart).
Zuschauer: 1688.