Handball Machtlos gegen die Offensivpower des Meisters

Der Bietigheimer Rückraumspieler Dominik Claus liegt am Kreis der Gäste waagrecht in der Luft, die beiden Flensburger Abwehrspezialisten Jim Gottfridsson (links) und Anders Zachariassen haben das Nachsehen. 
Der Bietigheimer Rückraumspieler Dominik Claus liegt am Kreis der Gäste waagrecht in der Luft, die beiden Flensburger Abwehrspezialisten Jim Gottfridsson (links) und Anders Zachariassen haben das Nachsehen.  © Foto: Marco Wolf
Bietigheim-Bissingen / Von Andreas Eberle 09.11.2018

Zwei schwäbische Außenseiter gegen zwei Topteams der Handball-Bundesliga: Die Nachbarn SG BBM Bietigheim und TVB 1898 Stuttgart hatten am Donnerstagabend, nur 28 Kilometer voneinander getrennt, zwei eigentlich unlösbare Heimaufgaben, bei denen es nur um ein achtbares Ergebnis ging. Für beide Klubs gab es am Ende die erwartete klare Niederlage: Die Bietigheimer verloren in der EgeTrans-Arena gegen den deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt mit 20:33. Ebenfalls mit 13 Toren Differenz unterlagen die Stuttgarter, die gegen den Tabellenzweiten SC Magdeburg mit 27:40 einfuhren.

SG-Trainer Ralf Bader hatte mit seiner Mannschaft den in der Bundesliga noch verlustpunktfreien Spitzenreiter, Titelverteidiger und Champions-League- Teilnehmer aus Flensburg ärgern wollen. Dies gelang in der ersten Hälfte zumindest phasenweise. Einmal, nachdem Robin Haller aus dem Rückraum zum 2:1 zugeschlagen hatte, lag der Aufsteiger sogar in Front (3.). Und nach zehn torlosen Minuten und einem 4:11-Rückstand (21.) kämpfte sich Bietigheim wieder auf 9:13 (27.) heran. Mehrere leichtfertige Ballverluste verhinderten ein noch besseres Resultat – und ein noch engeres Spiel. Zu fahrig und zögerlich agierte die SG BBM im Angriff. Gegen die massive Flensburger Abwehrwand mit den Innenblockern Simon Hald Jensen und Anders Zachariassen gab es kaum ein Durchkommen.

Bader ließ fleißig rotieren und gab allen Spielern Einsatzzeit. Einen unerschrockenen Auftritt legten speziell die Youngsters hin. Nach ihrer Einwechslung erzielten Vetle Rönningen (20), Nikola Vlahovic (19) und Jonathan Fischer (21) jeweils auf Anhieb ein Tor. Da Hampus Wanne per Siebenmeter und Holger Glandorf noch für die Gäste trafen, ging der Favorit mit einer 15:9-Führung in die Pause. Da lag der TVB gegen Magdeburg schon mit 9:23 hinten.

In der zweiten Hälfte betrieb Stuttgart immerhin noch Ergebniskosmetik, während Bietigheim dem Angriffswirbel der Nordlichter nicht mehr gewachsen war. In der 46. Minute führte der Tabellenführer nach Glandorfs viertem Treffer zum 24:14 erstmals zweistellig. Obwohl auch Gästecoach Maik Machulla auf das Rotationsprinzip setzte, ließen die Nordlichter – trotz ihres anstehenden Champions-League-Duells am Samstag beim französischen Meister Paris St. Germain – kein bisschen nach. Auch ohne ihren am Kopf verletzten Kapitän und Abwehrchef Tobias Karlsson feierten sie einen souveränen 33:20-Sieg. „Fürs Herz und fürs Gemüt ist es gut, wenn man nicht immer enge Spiele hat“, sagte Machulla, dessen Mannschaft im bisherigen Saisonverlauf gleich fünfmal mit nur einem Tor Unterschied gewonnen hat.

Torwartwechsel verpufft

Vor allem gegen den dänischen Rechtsaußen Lasse Svan, den Schweden Simon Jeppsson und Alt-Nationalspieler Glandorf war kein Kraut gewachsen. Auch SG-Keeper Jürgen Müller stand der Flensburger Offensivpower hilflos gegenüber. Der Routinier hatte zur zweiten Hälfte den eigentlich gut haltenden Domenico Ebner abgelöst und verbuchte in seinen knapp 20 Spielminuten nur eine Parade. „Jürgen hat in den letzten Wochen überragend trainiert. Ich habe gehofft, er kommt rein und kriegt diesen Kick, um das Wunder zu schaffen, noch mal an Flensburg heranzukommen. Das hat leider nicht funktioniert“, sagte Bader.

In der Endphase stand wieder Ebner zwischen den Pfosten – und Italiens Nationalkeeper hatte, bereits nach der Schlusssirene, noch ein Aha-Erlebnis, als er einen Siebenmeter von Dani Baijens abwehrte. Auf der Gegenseite verwandelte Christian Schäfer alle vier Strafwürfe gegen die Weltklasse-Torhüter Benjamin Buric und Torbjörn Bergerud. Wenigstens in dieser Statistik hatte die SG BBM die Nase vorne.

Frauen der SG BBM treffen auf Buxtehude

Im Viertelfinale des DHB-Pokals bekommen es die Handball-Frauen der SG BBM Bietigheim zu Hause mit dem Buxtehuder SV zu tun. Dies ergab die Auslosung am Mittwochabend in der Pause des Erstliga- Spiels zwischen Borussia Dortmund und Buxtehude (28:23). „Es ist kein schönes Los. Aber im Pokal kann man sich das nicht aussuchen“, kommentierte BSV-Trainer Dirk Leun den Gegner Bietigheim. Die Partie ist für das Wochenende 12./13. Januar 2019 vorgesehen. Der Sieger zieht ins Olymp Final Four ein, das am 25. und 26. Mai 2019 in der Stuttgarter Porsche- Arena ausgetragen wird. Die weiteren Viertelfinalpaarungen: SV Union Halle-Neustadt – Bayer 04 Leverkusen, Thüringer HC – Borussia Dortmund, Neckarsulmer SU – TuS Metzingen. ae

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