Basketball Ludwigsburg steht erstmals wieder im Halbfinale

Adam Waleskowski (am Ball) trug mit 16 Punkten zum Ludwigsburger Halbfinaleinzug bei. Hier setzt sich der Riesen-Routinier gegen den Bayreuther De’Mon Brooks durch.
Adam Waleskowski (am Ball) trug mit 16 Punkten zum Ludwigsburger Halbfinaleinzug bei. Hier setzt sich der Riesen-Routinier gegen den Bayreuther De’Mon Brooks durch. © Foto: Martin Kalb
Ludwigsburg / Andreas Eberle 16.05.2018

Euphorischer Jubel in Gelb: Zum ersten Mal seit elf Jahren haben die Ludwigsburger Basketballer wieder ein Halbfinale um die deutsche Meisterschaft erreicht. Die MHP Riesen gewannen am Dienstagabend das dritte Viertelfinalspiel gegen Medi Bayreuth nach einer Leistungsexplosion in der zweiten Hälfte mit 95:70 ­(42:42) – und damit auch die Best-of-Five-Serie glatt mit 3:0. Für die Barockstädter war es wettbewerbsübergreifend in der Bundesliga und der Champions League der sechste Sieg im siebten Saisonvergleich mit den Oberfranken.

Ludwigsburgs Topscorer war Dwayne Evans mit 23 Zählern. Auch Adam Waleskowski (16), Kerron Johnson (15), Elgin Cook (11) und Jeremy Senglin (11) punkteten zweistellig. Bei Medi waren De’Mon Brooks und Andreas Seiferth mit jeweils 14 Zählern die fleißigsten Punktesammler.

Thiemann feiert sein Comeback

Schon vor dem Duell brandete in der MHP-Arena tosender Beifall auf: Johannes Thiemann betrat als letzter Riesen-Profi das Feld. Der 24-jährige Center stand nach dreimonatiger Zwangspause erstmals wieder auf dem Spielberichtsbogen. Thiemann hatte sich Ende Januar beim Abschlusstraining vor der Champions-League-Begegnung gegen Gaziantep einen Sehnenabriss im rechten Oberschenkel zugezogen. 82 Sekunden vor Spielende schickte Trainer John Patrick den Nationalspieler unter dem Jubel der Fans zum Comeback aufs Feld.

Beide Mannschaften zeigten vor den 3253 Zuschauern ein nervöses erstes Viertel, das die Riesen knapp mit 21:19 für sich entschieden – dank eines Tip-ins von Waleskowski in der letzten Sekunde. Dabei hatten die Riesen bis zur sechsten Minute schon mit 15:7 vorne gelegen. Zu Beginn des zweiten Durchgangs erkämpfte sich Bayreuth mit sechs Punkten am Stück eine 25:21-Führung, die aber der stark aufspielende Waleskowski gleich wieder egalisierte. Es entwickelte sich ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen mit mehreren Führungswechseln. Der Halbzeitstand von 42:42 ließ auf eine spannende und aufregende zweite Halbzeit schließen. Bis dahin hatten beide Teams gerade aus der Distanz unterdurchschnittlich getroffen: Die Riesen verwandelten ein Drittel ihrer Fernwürfe, Bayreuth war nur bei zwei seiner elf Versuche erfolgreich – und brach in den zweiten 20 Minuten dann völlig ein.

Nach der Halbzeit häuften sich bei den Gästen die Fehler und Fehlwürfe, während Ludwigsburg zur gewohnten Topform fand und sich in allen Bereichen steigerte. Die Folge: Die Mannen in Gelb eilten bis zur 30. Minute vorentscheidend auf 68:50 davon. Gerade einmal neun Punkte brachte Medi im dritten Spielabschnitt zustande. Im Schlussviertel bauten die Riesen den Vorsprung sogar noch aus – auch weil Cook nun besser traf – und heimsten in ihrem 64. Pflichtspiel in dieser Saison einen souveränen 95:70-Erfolg ein. „Ihr könnt nach Hause fahren“, skandierten die Fans lange vor der Schlusssirene.

Während der Halbfinalgegner aus Berlin oder Oldenburg am Donnerstag noch eine fünfte Viertelfinalpartie bestreiten muss, können sich die Ludwigsburger Korbjäger zwei Tage länger ausruhen. Das erste Halbfinalduell ist dann für den Pfingstmontag (18 Uhr) terminiert.

Fünftes Spiel zwischen Berlin und Oldenburg

Der Gegner der MHP Riesen Ludwigsburg im Playoff-Halbfinale steht noch nicht fest. Die Viertelfinalserie zwischen Alba Berlin und den EWE Baskets Oldenburg geht in ein entscheidendes fünftes Duell, das am Donnerstag (19 Uhr) an der Spree steigt. Am Dienstagabend schafften die Niedersachsen gegen den Hauptrundenzweiten aus Berlin den Ausgleich in der Serie ­– mit einem 97:85-Heimsieg. Bisher hat jede Mannschaft ihre Heimspiele gewonnen. ae

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel