Fußball Leidenschaft ist gefordert

Savino Marotta (hinten) und Niklas Pollex fallen beim Auswärtsspiel des SGV Freiberg in Ravensburg aus.
Savino Marotta (hinten) und Niklas Pollex fallen beim Auswärtsspiel des SGV Freiberg in Ravensburg aus. © Foto: Jan Simecek
Jan Simecek 01.12.2018

Richtungsweisende Spiele stehen für die Fußball-Oberligisten aus dem Landkreis Ludwigsburg auf dem Programm. Am letzten kompletten Spieltag vor der Winterpause möchte der SGV Freiberg an diesem Samstag (14 Uhr) in Ravensburg natürlich alles dafür tun, die gerade errungene Tabellenführung auch nach dem Nachholspiel der Verfolger Stuttgarter Kickers und SSV Reutlingen am kommenden Wochenende auch noch innezuhaben. Zeitgleich versucht der FSV 08 Bissingen beim 1. CfR Pforzheim nach drei Unentschieden in Folge den Anschluss an die Tabellenspitze nicht zu verlieren.

„Es wäre schön, mit einem Dreier in die Winterpause zu gehen, denn wir haben in den vergangenen Wochen einfach zu viele Chancen liegen lassen“, gibt Alfonso Garcia, Trainer des FSV 08 Bissingen, etwas vorsichtig das Ziel für das Gastspiel in Pforzheim aus. Denn er weiß, dass das Spiel aus mehreren Gründen nicht einfach wird. Zum einen wird am Bruchwald bei schlechtem Wetter auf Kunstrasen gekickt, das Stadion am Holzhof verfügt aber über Naturrasen und der wird bei der feuchten Witterung derzeit tief sein. „Das wird eine kämpferische Partie“, ahnt Garcia die Folgen.

Auf der anderen Seite verfügen die Gastgeber mit bislang erst 18 Gegentoren über eine der besten Abwehrreihen der Liga. Da die Nullachter in den letzten drei Begegnungen nur einmal getroffen haben, setzt Garcia auf die Tugenden, die im Hinspiel zu einem 2:1-Heimsieg geführt haben. „Wir müssen mit viel Leidenschaft und Mut spielen, müssen den Kampf annehmen“, fordert der Bissinger Trainer. Ansätze davon hat er schon beim 1:1 in der Vorwoche bei den Stuttgarter Kickers gesehen. „Daran müssen wir anknüpfen.“ Dazu kann er nahezu aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Tim Reich ist angeschlagen. Einige Spieler, die Anfangs wegen grippaler Infekte pausiert haben, sind wieder im Training.

Gehrmann hat viel Respekt

Definitiv nicht so gut sieht es personell beim SGV Freiberg aus. Zu den Langzeitverletzten Marco Pischorn, Denis Latifovic und Niklas Pollex gesellte sich nun auch noch Savino Marotta mit einer Mandelentzündung. Aber nicht nur wegen der Ausfälle hat Trainer Ramon Gehrmann gehörigen Respekt vor dem FV Ravensburg. „Das sind immer ganz heiße Spiele. Letzte Saison haben wir alle Duelle inklusive Pokal gewonnen. Deshalb waren die Ravensburger in der Hinrunde besonders motiviert gegen uns“, so Gehrmann.

Die Partie endete 2:1 für die Oberschwaben. Deshalb haben jetzt die Freiberger noch eine Rechnung offen. „Den Siegtreffer haben wir ganz blöd durch eine Standardsituation kassiert. Ravensburg hat viele große Spieler und ist immer bei Standards gefährlich“, warnt aber der SGV-Trainer. Aber nicht nur an das entscheidende Tor erinnert sich Gehrmann mit Grausen. „Was die Ravensburger da in der ersten Hälfte abgeliefert haben, war mit das Beste, was eine Mannschaft gegen uns gespielt hat. Was sie danach bislang gezeigt haben, spiegelt diese Leistung nicht wider“, erinnert er sich.

Jetzt kommt noch der voraussichtlich tiefe Platz und das Heimpublikum dazu. „Bei fast jedem Spiel, das ich mir angeschaut habe, gab es irgendwelche Gerangel. Die hitzigen Zuschauer sind sehr nah am Geschehen. Da müssen wir eine gute Mentalität an den Tag legen“, so Gehrmann.

Obwohl zuletzt die Offensive gegen Friedrichstal mit sechst Treffern hervorragend funktioniert hat, will der Freiberger Trainer umstellen. „Ravensburg ist zentral körperlich sehr robust. Wir müssen schauen, wie wir einen Weg über die Flügel finden. Ich glaube auch nicht, dass wir so viel Ballbesitz wie gegen Friedrichstal anstreben, denn dabei passieren Fehler“, gibt der SGV-Coach Einblick in seine Gedankenwelt. Es könnte also ein sehr zähes Unterfangen werden, die Tabellenspitze zu verteidigen.

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