Eishockey Konzentrierte Leistung zahlt sich aus

Kaum Platz, aber Norman Hauner (ganz links) überwindet Ilya Andryukhov in den kurzen Winkel zum entscheidenden 3:2 für die Bietigheim Steelers.
Kaum Platz, aber Norman Hauner (ganz links) überwindet Ilya Andryukhov in den kurzen Winkel zum entscheidenden 3:2 für die Bietigheim Steelers. © Foto: Jan Huebner
Frankfurt / Jan Simecek 08.12.2018

Nach drei Partien mit zeitweisen Aussetzern haben es die Bietigheim Steelers geschafft, wieder einmal über volle 60 Minuten eine starke Leistung in der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL2) abzuliefern. Der Lohn: ein 3:2 Sieg bei den Löwen Frankfurt. Die Hessen rutschten durch die Niederlage von Platz drei auf vier, das Team von Hugo Boisvert folgt vier Punkte dahinter auf Rang fünf.

Es war ein Eishockeyspiel mit zwei Gesichtern. Im ersten Drittel boten beide Teams ein Offensivspektakel sondergleichen. Die Partie wogte von einem zum anderen Tor. Ilya Sharipov im Kasten der Steelers und Neuzugang Ilya Andryukhov auf der anderen Seite konnten sich über mangelnde Arbeit wahrlich nicht beklagen. Und obwohl es Chancen en masse gab, fielen keine Tore. Beide Torhüter zeigten Klasseleistungen und Sharipov hatte auch noch ein das Glück des Tüchtigen, als die Gastgeber in der 15. Minute satt den rechten Pfosten trafen. „Ich muss Sharipov ein Sonderlob aussprechen“, zollte Boisvert der Leistung seines Schlussmannes Respekt.

Tor für Frankfurt nicht gegeben

Ab dem zweiten Durchgang spielten die Gäste aus dem Schwabenland dann deutlich kontrollierter, viel mehr auf Absicherung des eigenen Gehäuses bedacht. Aber nun fielen die Tore. Zunächst zwar noch nicht, weil Sharipov überragend gegen Goldhelm Adam Mitchell hielt (23.) und weil Schiedsrichter Christian Oswald in einer turbulenten Szene die Scheibe nicht mehr sah und deshalb abpfiff, bevor ein Frankfurter sie in die Maschen hob (24.). Dann aber war Strafe gegen die Gastgeber angesagt, Sharipov ging zu Gunsten eines sechsten Mannes vom Eis und Shawn Weller fälschte einen Schuss von Matt McKnight von der linken Bande unhaltbar ab.

Nach einer sehr druckvollen Anfangsphase der Löwen fiel die Bietigheimer Führung fast ein bisschen aus dem Nichts. Aber sie nahm den Gastgebern ziemlich jeglichen Wind aus den Segeln. Erst Mitte des zweiten Abschnitts konnten sie wieder einen ähnlichen Druck aufbauen. Und prompt fiel auch der Frankfurter Ausgleich, als die Steelers Rekonvaleszent Antti Kerälä scheinbar am rechten Bullykreis vergessen hatten und der Sharipov daraufhin aussteigen ließ (31.).

Die Bietigheimer Antwort ließ aber nicht lange auf sich warten. Wieder zog McKnight ab, Preibisch stand goldrichtig, musste nicht einmal mehr den Schläger bewegen, um den Abpraller von Andryukhov zu verwerten (34.). Obwohl Frankfurt weiter die etwas aktivere Mannschaft war, hätte die Führung zu zweiten Pause sogar noch um ein Tor höher ausfallen müssen, die Steelers vergaben aber eine von Preibisch eingeleitete Drei-auf-Eins-Situation kläglich (38.).

Dies rächte sich zu Beginn des letzten Abschnitts, als Frankfurt wütend aus der Kabine kam und die Steelers zunächst gnadenlos einschnürte. In den ersten 90 Sekunden gab es schon zwei, drei ganz brenzlige Situationen für das Tor von Sharipov. Nach exakt 90 Sekunden staubte dann Mitchell nach einem Schuss von Mathieu Tousignant zum erneuten Ausgleich ab.

Norman Hauner nutzt Überzahl

Mit dem Treffer bekam Bietigheim das Spiel aber wieder deutlich besser in den Griff. Es wirkte fast ein wenig, als ob Frankfurt Angst davor hatte, in einen Konter zu laufen und spielte deshalb lieber weniger risikoreich. Über die gesamte Spielzeit konnten die Hessen aber nicht die teils überfallartigen Angriffe des amtierenden Meisters verhindern – auch nicht im Schlussabschnitt. Nur Tore fielen daraus keine. Dafür aus dem in diesem Jahr bislang noch nicht so überragenden Überzahlspiel der Steelers. Der gebürtige Bietigheimer Tim Schüle musste für einen Stockschlag auf die Strafbank. das Boisvert-Team biss sich zunächst die Zähne an der Abwehr und Andryukhov aus. Doch dann hatte Norman Hauner plötzlich ganz viel Platz, ging noch ein paar Schritte und überwand den Deutsch-Russen über die Schulter ins kurze Eck. Der Deutsch-Russe auf der anderen Seite war dagegen nicht mehr zu überwinden und hielt den Sieg fest.

So spielten sie

DEL2, 24. Spieltag
Frankfurt – Bietigheim

2:3

Drittel: 0:0, 1:2, 1:1.
Strafminuten:  6 (3 Strafen) – 4 (2 Strafen).
Tore: 0:1 Weller (25./Strafe angezeigt), 1:1 Kerälä (31.), 1:2 Preibisch (34.), 2:2 Mitchell (42.), 2:3 Hauner (54./Überzahl).
Schiedsrichter: Marc André Naust (Iserlohn), Christian Oswald (Kaufbeuren).
Zuschauer: 4873.

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