Tischtennis Kaufmann lässt sich Aufregung nicht anmerken

Annett Kaufmann vom TTC Bietigheim-Bissingen punktet derzeit bei der Jugend-EM – meist mit ihrer Vorhand.
Annett Kaufmann vom TTC Bietigheim-Bissingen punktet derzeit bei der Jugend-EM – meist mit ihrer Vorhand. © Foto: Marco Steinbrenner
Cluj-Napoca / Marco Steinbrenner 20.07.2018

„Natürlich war ich nervös“, verriet Annett Kaufmann, Tischtennis-Talent des TTC Bietigheim-Bissingen, nach Beendigung des Team-Wettbewerbs der Schülerinnen im Rahmen der 61. Jugend-Europameisterschaften im runänischen Cluj-Napoca. In der letzten Partie gegen Litauen, als es für die deutsche Auswahl noch um den fünften oder sechsten Platz ging, wurde die Zwölfjährige von Bundestrainerin Lara Broich erstmals im Einzel aufgestellt.

Kaufmann schafft dritten Punkt

Und ausgerechnet Kaufmann war es, die gegen die an Position drei gesetzten Litauerinnen beim Stand von 2:2-Unentschieden für den entscheidenden dritten Punkt sorgte. Die Aufregung war der Linkshänderin nach außen hin nicht anzumerken. Mit 11:2, 16:14 und 13:11 setzte sich die Drittliga-Spielerin gegen Emilija Riliskyte durch und sorgte dafür, dass das Quartett des Deutschen Tischtennis-Bunds (DTTB) in der Endabrechnung auf Rang fünf landete. „Ich rege mich während des Spiels immer noch zu sehr auf. Das ärgert mich im Nachhinein immer“, sagte Kaufmann, die ihre erste Partie gegen Kornelija Riliskyte nach vier Sätzen verloren hatte und „einige technische Schwierigkeiten“ nicht verheimlichen wollte.

Lara Broich war mit dem Auftritt von Annett Kaufmann sehr zufrieden. Gegen Kornelija Riliskyte habe die Bietigheimerin sehr stark angefangen, anschließend jedoch ein wenig den Faden verloren. „Das ist aber in ihrem Alter ganz normal und ist überhaupt nicht kritisch gemeint.“ In der abschließenden Partie gegen Emilija Riliskyte habe sich Kaufmann nach Beobachtungen der Bundestrainerin „im Tunnel befunden. Annett zeigte sich wie ausgewechselt und überzeugte mich.“

Zuvor kam das TTC-Eigengewächs im Mannschafts-Wettbewerb zweimal im Doppel an der Seite von Naomi Pranjkovic (SV DJK Kolbermoor) zum Einsatz. In der Gruppenphase unterlag die DTTB-Kombination den Riliskyte-Zwillingen. Aufgrund der 1:3-Niederlage reichte es in der Vorrunde auch „nur“ zu Platz zwei. Zum Start der Platzierungsrunde feierten Kaufmann/Pranjkovic beim 3:0-Erfolg über Polen einen souveränen Drei-Satz-Sieg gegen Katarzyna Krolikowska und Elzbieta Kwiatkowska.

An diesem Freitag geht es für die EM-Debütantin mit den Individual-Konkurrenzen weiter. Zunächst steht der Mixed-Wettbewerb auf dem Programm. An der Seite von Vincent Senkbeil (TuS Lachendorf) wartet mit Charalampia Tzioni/Andreas Ioannides aus Zypern eine lösbare Aufgabe. Im Einzel trifft Kaufmann am Samstag auf die Französin Lucie Farcy, die im Team-Viertelfinale gegen Deutschland nicht zum Einsatz kam. Zusammen mit Naomi Pranjkovic beginnt ebenfalls am Sonnabend der Doppel-Wettbewerb. Melanie Bernet/Nina Tullii (Schweiz) sollten keinen Stolperstein darstellen.

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