Basketball Karim Jallow überzeugt bei seinem Heimspiel

Spektakuläres Ende einer tollen persönlichen Leistung: Karim Jallow hängt nach einem seiner Dunks am Korb.
Spektakuläres Ende einer tollen persönlichen Leistung: Karim Jallow hängt nach einem seiner Dunks am Korb. © Foto: SFoto: Sebastian Gollnow/dpa
Ludwigsburg / Jan simecek 04.12.2018

Ein Abend wie gemacht für Karim Jallow: Qualifikationsspiel zur Basketball WM im kommenden Jahr in China in seinem „Wohnzimmer“, der Heimstätte seines aktuellen Arbeitgebers MHP Riesen Ludwigsburg. Das deutsche Team war bereits qualifiziert, jeder konnte ohne Druck aufspielen. Und da es einige Ausfälle gab, musste Bundestrainer Henrik Rödl zwangsläufig dem Nachwuchs eine Chance geben. Mitten dabei der 21-jährige gebürtige Münchner in seinem erst vierten Länderspiel. Und als ob das nicht schon genug wäre, sogar vom Start weg auf dem Feld. „Ich wollte etwas defensiver anfangen, da hat Karim ganz gut ins Konzept gepasst“, verrät der Bundestrainer.

„Es macht einfach mega Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen, wir verstehen uns alles super“, verrät Jallow seine ersten Gedanken zu seinem Debüt in der Starting Five. Er muss aber noch viel weiter ausholen, den einen oder anderen Superlativ bemühen. Denn schließlich steht er nicht nur beim Start auf dem Feld, sondern ist am Ende der Spieler mit den meisten Einsatzminuten. „Das war kein Geschenk, weil er ein Heimspiel hatte, das hat er sich mit seiner Leistung redlich verdient“, verrät Rödl. Dabei glänzte der 21-jährige Shooting Guard nicht nur in der Defensive, wie es der Bundestrainer vorgesehen hatte, er hatte am Ende auch elf Punkte auf dem Konto und die aufsehenerregendsten Szenen des Spiels für sich. In der Schlussminute versenkte er zwei spektakuläre Dunks.

„So aufzuhören macht natürlich doppelt Spaß“, freute sich Jallow über die gelungenen Szenen. Aber allgemein hat er sich beim Heimspiel im eigenen „Wohnzimmer“ besonders wohlgefühlt. „Wir hatten heute super Fans, die Halle war auch ziemlich voll. Das ist auch ein Zeichen. Wir sind als Mannschaft sehr zufrieden und ich natürlich ganz besonders“, freute sich der Ludwigsburger. Auch weil die Rahmenbedingungen gepasst haben. Am Vorabend vor der Partie war ein bisschen Zeit für gemeinsame Unternehmungen in der neuen Heimat, beispielsweise einen Besuch auf dem Weihnachtsmarkt. „Das war ganz entspannt“, berichtet Jallow.

Das starke Heimspiel war aber noch kein Garant für den athletischen Guard, im kommenden Jahr bei der WM dabei zu sein. Ohnehin hatte er vor dem Spiel viel kleinere Ziele. „Ich nehme mir vor, aufs Parkett zu kommen und dann dem Team so gut wie möglich zu helfen“, verriet er in einem Vorbericht des Deutschen Baketball-Bundes. Jetzt hat er sich sogar in den Hinterkopf des Bundestrainers gespielt.

Doch die Leistung muss nun kontinuierlich bestätigt werden. „Der Kader ist riesig. Wir haben jetzt schon 23 oder 25 Spieler eingesetzt. Deshalb interessiert mich bei so einem jungen vor allem, wie er sich festigt, wie er sich weiterentwickelt, ob er natürlich auch im Verein eine konstante Rolle spielt“, verrät Rödl. Der Weg zur WM ist also noch ein langer. Aber der Bundestrainer macht ihm durchaus auch Hoffnung. „Das ist hier in Ludwigsburg ein Verein, der immer sehr erfolgreich spielt und John Patrick ist ein sehr guter Trainer, der ihm sehr viel beibringen kann.“

Rödl freut sich aber auf jeden Fall, dass Jallow seine Chance so gut genutzt hat. „Ich bin froh, dass wir ihm diese besondere Situation anbieten konnten, in der Stadt, in der er in diesem Jahr spielt. Dass er dann auch noch anfangen konnte, viele Spielanteile hatte und richtig gut performt hat, war besonders toll.“ Natürlich habe geholfen, dass die ganze Mannschaft gut gespielt habe, aber auch umgekehrt konnte er dem Team viel mitgeben. „Das freut alle, wenn einer mit so viel Energie reinkommt, gut spielt, defensiv gut arbeitet und noch Würfe trifft“, so Rödl.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel